NewsKonflikt Bergkarabach: Hilfsorganisationen vor Ort

16-10-2020

von Aktion Deutschland Hilft

Seit Ende September mündet der langjährige Konflikt zwischen den Nachbarländern Armenien und Aserbaidschan in Gewalt. In der umkämpften Region Bergkarabach kommt es zu heftigen Gefechten. Obwohl sich die Kriegsparteien auf eine Waffenruhe verständigt hatten, gingen die Kämpfe Medienberichten zufolge in der vergangenen Woche weiter.

Konflikt Armenien – Aserbaidschan: 90 Prozent der Geflüchteten sind Frauen und Kinder

In zahlreichen dicht besiedelten Städten und Dörfern in Bergkarabach, Armenien sowie Aserbaidschan kam es zu Raketenbeschuss und Artilleriefeuer. Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser wurden getroffen.


Nach offiziellen Angaben gibt es bislang 50 zivile Todesopfer, Hunderte Menschen wurden verletzt. Zahlreiche Familien haben die umkämpfte Region verlassen; 90 Prozent der Geflüchteten sind Frauen und Kinder.

Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft vor Ort


Mehrere Hilfsorganisationen unseres Bündnisses, darunter ADRA, HelpAge und World Vision, sind in der Region aktiv und stehen den Menschen zur Seite. Die Helfer:innen verteilen Lebensmittel, Hygieneartikel sowie weitere Hilfsgüter wie Kleidung. Sie organisieren Notunterkünfte und leisten den Kindern, Frauen und Männern medizinische und psychosoziale Hilfe.

Die 82-jährige Roza und ihre Enkelkinder sind nach Armenien geflohen. "Wir konnten uns nicht erklären, was da vor sich ging", erinnert sich die 82-Jährige an den Beginn der Kämpfe. Nach einer angstvollen Nacht packte die Familie aus der Stadt Askeran das Nötigste zusammen.

"Alles, was wir brauchen, ist Frieden"


Vorerst haben die Frauen und Kinder Zuflucht im Haus einer anderen Familie gefunden. Dafür ist Roza sehr dankbar. Doch sie sorgt sich um die Zukunft, vor allem ihrer Enkel wegen: "Die Kinder sind der Bildung beraubt. Alles, was wir brauchen, ist Frieden, aber während der Krieg weitergeht, müssen wir unsere Kinder von diesem Albtraum fernhalten."

Steigende Corona-Fallzahlen in Bergkarabach befürchtet

Internationale Organisationen befürchten, dass sich das Coronavirus im Kriegsgebiet unkontrolliert ausbreitet. Durch den seit Jahren schwelenden Konflikt ist die medizinische Infrastruktur in Bergkarabach geschwächt. Es fehlt an medizinischen Gütern und technischem Gerät. Die Corona-Pandemie hat sich zudem negativ auf die Ernährungssicherheit und Kaufkraft in der Region ausgewirkt.

Die Hilfsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft haben ihre Hilfsmaßnahmen seit Beginn der Pandemie an COVID-19 angepasst, um einer weiteren Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken.

Hintergrund: Der langjährige Konflikt um Bergkarabach

Der Konflikt um Bergkarabach (Nagorny Karabach) geht viele Jahre zurück: Schon nach der Unabhängigkeit von Russland 1918 erhoben sowohl Armenien als auch Aserbaidschan Anspruch auf das Gebiet im Süden des Kaukasus. Auch nach dem Ende der Sowjetunion führten die Länder Krieg um Bergkarabach. Zudem gibt es Autonomiebestrebungen.

Völkerrechtlich gehört Bergkarabach seit 1994 zu Aserbaidschan, doch die Mehrheit der Bevölkerung ist armenisch. Geographisch liegt die Region nahe der Grenze zwischen Aserbaidschan und Armenien. Tatsächlich ist das Gebiet vollständig von Aserbaidschan umgeben.

Nach Ausbruch der Kämpfe am 27. September 2020 haben Armenien und Aserbaidschan jeweils den Kriegszustand ausgerufen.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
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