von Aktion Deutschland Hilft
Eine Kindheit in Armut prägt die Entwicklung von Mädchen und Jungen – und ihre Zukunft. Dabei ist Armut mehr als das Einkommen der Eltern. Kinderarmut hat verschiedene Dimensionen und Auswirkungen.
Definition und Formen von Kinderarmut
Kinderarmut bedeutet, dass Kindern und Jugendlichen wichtige Ressourcen verwehrt bleiben. Dazu gehören materielle Dinge sowie Gesundheit, Bildung, Ernährung oder ein sicheres Zuhause. Es gibt auch emotionale Armut, die sich etwa durch Vernachlässigung und fehlende Unterstützung, Zuneigung und Liebe im Elternhaus zeigt.
Mädchen und Jungen erleben Armut und die häufig damit verbundene Ausgrenzung anders als Erwachsene. Nicht zur Schule gehen zu können oder das Anderssein als Gleichaltrige empfinden sie als besonders schmerzhaft. Etwa, wenn sie aufgrund von Geldmangel nicht an Aktivitäten teilnehmen können.
Internationale Zahlen: Kinderarmut weltweit
- Weltweit sind rund 417 Millionen Kinder von multidimensionaler Armut betroffen. Sie leiden unter schwerwiegenden Entbehrungen in mehreren lebenswichtigen Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Ernährung, Wasser oder Wohnen.
- Etwa 412 Millionen Kinder leben in extremer Armut. Sie müssen mit weniger als drei US-Dollar pro Tag auskommen. Fast 90 Prozent dieser Kinder leben in Subsahara-Afrika und Südasien.
- In der EU waren 2024 etwa 19 Prozent der Kinder und Jugendlichen armutsgefährdet. In Deutschland waren es rund 15 Prozent.
Bildergalerie: Kinder in Not
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Kinderarmut in Deutschland
In Deutschland sind insbesondere Kinder von Alleinerziehenden, Kindern mit Einwanderungs- bzw. Fluchtgeschichte sowie Kinder aus Familien mit niedrigen Bildungsabschlüssen der Eltern überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen. Kinder und Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte sind etwa viermal so häufig armutsgefährdet wie Gleichaltrige ohne Einwanderungsgeschichte.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes galten 2024 rund 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche als armutsgefährdet. Das entspricht etwa jedem siebten Kind.
Kinderarmut zeigt sich nicht nur am Einkommen. 2024 waren 11,3 Prozent der unter 16-Jährigen in Deutschland materiell oder sozial benachteiligt und konnten sich bestimmte grundlegende Güter oder Aktivitäten aus finanziellen Gründen nicht leisten.
Weitere Fakten & Informationen zu Armut
- Kinder sind häufiger von extremer Armut betroffen als Erwachsene. Armut kann insbesondere für Mädchen langfristige Folgen haben, etwa geringere Bildungschancen, Frühverheiratung oder eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung.
- Kinderarmut ist weltweit besonders im ländlichen Raum verbreitet, vor allem in Ländern mit niedrigem Einkommen.
- Der Anteil der Kinder in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die unter mindestens einer schweren Entbehrung leiden, sank zwischen 2013 und 2023 von 51 auf 41 Prozent. Allerdings haben sich die Fortschritte zuletzt verlangsamt.
- Konflikte, Klimawandel und wirtschaftliche Krisen verschärfen die Armut vieler Familien und gefährden erzielte Fortschritte bei der Bekämpfung von Kinderarmut.
Stress und Traurigkeit, Arbeitslosigkeit und Krankheit
Kinderarmut wirkt sich kurz- und langfristig auf die betroffenen Mädchen und Jungen aus. Oft überträgt sich der finanzielle Stress der Eltern auf sie. Auch Ausgrenzung und Diskriminierung in der Schule hinterlassen Narben. Das löst häufig Wut und Angst, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit aus.
In fragilen Ländern oder Krisenregionen ist Armut häufig mit einer unmittelbaren Bedrohung verknüpft: Vertreibung und Flucht, Kinderehe oder die Rekrutierung als Kindersoldat:innen.
Der Mangel an ausgewogener Ernährung und individueller Förderung in der Schule hat langfristige Folgen. Verzögerungen in der körperlichen und geistigen Entwicklung und schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt können im Erwachsenenleben in einen Teufelskreis der Armut führen.
Kinder und Familien in Armut: Helfen Sie jetzt!
Unsere Bündnisorganisationen unterstützen Kinder und Jugendliche weltweit:
- Wir versorgen hungerleidende Mädchen und Jungen mit medizinischer Aufbaunahrung, verteilen Lebensmittel und Medikamente.
- Wir unterstützen Kinder und ihre Familien auf der Flucht und in Geflüchtetencamps mit Unterkünften, Lebensmitteln und Trinkwasser.
- Wir helfen Kindern und Jugendlichen aus Kriegsgebieten oder nach Naturkatastrophen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten.
- Wir zeigen Kindern in Regionen, in denen es häufig zu Erdbeben oder Wirbelstürmen kommt, wie sie sich im Notfall in Sicherheit bringen.
- Wir schenken Kindern mit Bildungsprojekten eine Zukunft.
Helfen Sie Kindern in Not – jetzt mit Ihrer Spende! Vielen Dank.
Quellen: UNICEF (State of the World's Children 2025: Ending Child Poverty – Our Shared Imperative), UNICEF Data, Statistisches Bundesamt (EU-SILC 2024), Eurostat, Bundesagentur für Arbeit, Deutscher Bundestag, Save the Children, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) (Stand: September 2026)
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
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