LänderinformationRepublik Singapur

Singapur – ein Überblick

  • Karte: Die Republik Singapur liegt in Südostasien und grenzt an Malaysia. Die Hauptstadt des Stadtstaates ist Singapur.
  • Staatsform: Singapur ist eine parlamentarische Republik.
  • Ökonomie & Ökologie: Singapur ist ein globaler Handelsstandort für moderne Technologie und Nachhaltigkeit.

Grün & innovativ: Smart City Singapur 

Der Stadtstaat Singapur ist sehr klein und doch sehr vielfältig, fortschrittlich und wohlhabend. Ein großer Teil der Bevölkerung hat nicht die singapurische Staatsbürgerschaft, sondern stammt aus Ländern wie China und Indien.

Die Gesellschaft ist tendenziell leistungsorientiert und global vernetzt. Die Regierung initiiert in den Bereichen Nachhaltigkeit und fortschrittlicher Technologie viele Projekte mit Investor:innen aus der freien Wirtschaft. Häufiges Ziel dabei: Auf die Herausforderungen, die der Klimawandel verursacht, reagieren und die Natur, den Regenwald wieder in die urbanen Regionen zu integrieren. Es gibt beispielsweise tropische Hochhäuser und das Trinkwasser soll künftig durch das Recyceln von Abwasser gewonnen werden. 

Politik & Geschichte: Wie demokratisch ist Singapur?

Das heutige Singapur ist in seiner Geschichte immer wieder von verschiedenen Seiten umkämpft worden. Zur Zeit des Kolonialismus, vom 14. bis 20. Jahrhundert, ließen sich erst Portugiesen, dann Niederländer und letztlich Briten nieder. 

Die britische Kolonialherrschaft erkannte die für den Handel strategisch günstige Lage Singapurs und machte aus der bisher unbedeutenden Stadt einen wichtigen Standort. Singapur entwickelte sich zum signifikantesten Handelshafen der Region. Immer mehr Menschen aus Indien, China und dem ehemaligen "British Malaya" immigrierten.

Während des Zweiten Weltkrieges besetzte Japan die Halbinsel, nach Ende des Krieges kehrte die britische Herrschaft zurück. Nach Unabhängigkeitsbestrebungen wurde Singapur 1965 autonom. Der neu gegründete Staat orientierte sich nach westlichem Vorbild und etablierte eine parlamentarische Republik. 

Todesstrafe in Singapur: Kritik an unfairen Gerichtsverfahren 

Zwar ist das politische System durchaus demokratisch gestaltet, dennoch sind die politische Praxis und einige Gesetze Singapurs nicht mit rechtsstaatlichen Werten vereinbar. Das Strafrecht garantiert beispielsweise nicht die körperliche Unversehrtheit; es kommt zu strengen physischen Strafen wie der "Prügelstrafe". 

Außerdem gibt es in Singapur die Todesstrafe. Angesichts der Bevölkerungszahl ist die Zahl der Hinrichtungen im internationalen Vergleich sehr hoch. 2019 gab es vier Hinrichtungen, im Jahr zuvor 13. 2020 wurden keine neuen Hinrichtungen gemeldet. Laut Amnesty International gehört Singapur zu den Ländern, in denen diese Bestrafung auch in Gerichtsverfahren verhängt wird, die nicht internationalen Standards entsprechen. Ein Beispiel: 2020 war ein Mann wegen eines Drogendeliktes via Video-Konferenz zum Tode verurteilt worden.


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Frauenrechte und Diskriminierung von LGBTQIs

Frauen sind Männern in Singapur gleichgestellt. Doch Menschen, die der LGBTQI-Community angehören, erleben häufig gesellschaftliche oder rechtliche Diskriminierung. Homosexuelle Handlungen zwischen Männern werden etwa mit zwei Jahren Gefängnis bestraft. Die Akzeptanz der LGBTQIs innerhalb der Gesellschaft steigt in jüngster Zeit langsam an; es findet ein Wandel statt.

Aufgrund der gesellschaftlichen Diversität in Singapur zählen Chinesisch, Englisch, Malaiisch und Tamil zu den Amtssprachen. Die meisten Einwohner:innen gehören dem Buddhismus, dem Christentum, dem Islam und dem Daoismus an; eine kleine Minderheiten ist Hindu. Ein relativ großer Teil der Menschen (18,5%) fühlt sich jedoch keiner Religion zugehörig.


Quellen: Amnesty International, Arte, Deutschlandfunk Kultur, Deutsche Botschaft Singapur, Der Spiegel, Statistisches Bundesamt, Statista, Vereinte Nationen (UN), Wirtschaftskammer Österreich, Queeramnesty (Stand: 05/2022)

 

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