Myanmar – ein Überblick
- Name: Bis 1989 lautete der Name des Staates Birma (international: Burma). Diesen hatte die britische Kolonialmacht eingeführt. Seit das Militär Myanmar festgelegte, haben ihn die meisten Staaten übernommen.
- Religion: Mehr als 85 Prozent der Menschen in dem südostasiatischen Land gehören dem Buddhismus an, dessen Bedeutung in der Verfassung festgeschrieben ist.
- Flüchtlinge: 2017 kam es zu Gewalt gegenüber der ethnischen Minderheit Rohingya. Ein Großteil fand im Nachbarland Bangladesch Zuflucht. Seitdem bleibt die Lage in den Lagern angespannt; neue Fluchtbewegungen sowie Brände in den Camps verschärfen die Situation weiter.
- Bürgerkrieg: 2021 putschte das Militär, seitdem herrscht Bürgerkrieg im Land.
- Schweres Erdbeben: Im März 2025 wurde Myanmar von einem schweren Erdbeben erschüttert.
Konflikt & Vertreibung der Rohingya aus Myanmar
Mit etwa 135 ethnischen Gruppen gilt Myanmar als Land mit einer besonders vielfältigen Gesellschaft. Jedoch herrschen zwischen diversen Volksgruppen Misstrauen und gewaltvolle Konflikte.
Ein Beispiel ist die Vertreibung der staatenlosen Rohingya: Seit einem Gewaltausbruch im Bundesstaat Rakhine im August 2017 sind mehr als 700.000 Angehörige dieser muslimischen Minderheit nach Bangladesch geflohen.
Unabhängigkeit & Friedensnobelpreis
Über viele Jahre war Myanmar eine britische Kolonie. Auf die Unabhängigkeit 1948 folgte ein Bürgerkrieg. Teils kämpfen beteiligte Volksgruppen noch immer für mehr Selbstbestimmung.
Eine Militärherrschaft, eingeschränkte Menschenrechte, Planwirtschaft und immer wieder aufflammende Unruhen prägten die folgenden Jahrzehnte. Noch vor den Wahlen 1990 wurde die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi für viele Jahre unter Hausarrest gestellt. Für ihren Einsatz für eine gewaltfreie Demokratisierung des Landes erhielt sie den Friedensnobelpreis.
Erneuter Bürgerkrieg
Mit erneuten Wahlen 2010 endeten die Regierung durch das Militär sowie der Hausarrest von Aung San Suu Kyi. Für ihr Verhalten angesichts der Diskriminierung der Rohingya wurde sie international kritisiert.
Seit einem Militärputsch im Februar 2021 herrscht in Myanmar wieder Bürgerkrieg, von dem auch die Zivilbevölkerung in hohem Maße betroffen ist. Millionen Menschen wurden vertrieben und leiden an Hunger. Verschiedene Gruppierungen im Land sind in die Kämpfe involviert, darunter auch die Partei der De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Diese wurde von der Militärregierung nach dem Putsch erneut inhaftiert.
Am 1. Februar 2021 kam es in Myanmar zu einem Putsch durch das Militär. Aung San Suu Kyi und weitere Regierungsmitglieder wurden festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, bei den Wahlen Ende 2020 betrogen zu haben. Die Nationale Liga für Demokratie (NLD) gewann deutlich mehr Stimmen als die vom Militär unterstützte Partei.
In mehreren Städten des Landes kommt es seitdem zu Demonstrationen gegen die selbsternannte Militärregierung. Bei gewaltvollen Auseinandersetzungen mit der Armee haben Hunderte Menschen ihr Leben verloren; Tausende wurden festgenommen.
Myanmar erlebt seitdem weiterhin eine der komplexesten humanitären Krisen: 16,2 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen und etwa 3,4 Millionen wurden innerhalb des Lands vertrieben. (Stand: 03/2026)
Naturkatastrophen & Armut in Myanmar
Obwohl reich an Bodenschätzen, ist Myanmar eines der ärmsten Länder in Asien. Rund ein Drittel der Menschen lebt unterhalb der Armutsgrenze. Durch die Politik der vergangenen Jahrzehnte ist die Infrastruktur oft veraltet, Korruption ist verbreitet.
Myanmar ist häufig von Naturkatastrophen wie Erdbeben und Wirbelstürmen betroffen. Während des Monsuns ist das Land anfällig für Überschwemmungen und Erdrutsche. Das schwere Erdbeben im März 2025 hat die humanitäre Lage weiter verschärft und Tausende Menschen zusätzlich in Not gebracht.
Für die Hilfsorganisationen vor Ort spielt Katastrophenvorsorge daher eine wichtige Rolle.
Humanitäre Lage in Myanmar
Die humanitäre Lage in Myanmar ist weiterhin äußerst angespannt. Seit dem Militärputsch 2021 prägen bewaffnete Konflikte, Vertreibungen, wirtschaftlicher Zusammenbruch und der eingeschränkte Zugang zu Hilfe das Leben von Millionen Menschen. Zusätzlich haben das schwere Erdbeben 2025 und wiederkehrende Naturkatastrophen die Not verschärft.
16,2 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen - sie benötigen Nahrungsmittel, medizinische Versorgung, Schutz und Notunterkünfte. Rund 3,4 Millionen Kinder, Frauen und Männer wurden innerhalb des Landes vertrieben.
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Quellen: CIA (The World Factbook), GIZ (LIPortal), Bundeszentrale für politische Bildung, UNHCR, Auswärtiges Amt, World Bank, UNDP (Stand: 03/2026)
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