AsienBrunei Darussalam

Brunei Darussalam – ein Überblick

  • Karte: Brunei liegt in Südostasien und grenzt an Malaysia und das Südchinesische Meer. Die Hauptstadt ist Bandar Seri Begawan.
  • Staatsform: Brunei ist eine absolutistische Monarchie.
  • Politik: Das islamisch geprägte Land steht wegen seiner radikalen Strafgesetzgebung in der Kritik.

Politik & Geschichte: Brunei – "Ort des Friedens"?

Brunei Darussalam (aus dem Arabischen: "Ort des Friedens") befindet sich auf der Insel Borneo in Südostasien. 

Das Königreich entsteht im 9. Jahrhundert, ist zunächst hinduistisch geprägt und bedeckt fast die gesamte Insel. Im 10. Jahrhundert verbreitet sich der Islam durch arabische Einwanderer. Das Land entwickelt sich zu einer der größten Handelsmächten in der Region und verfügt über eine große Flotte. 

Ende des 16. Jahrhunderts wird Brunei zunächst durch Spanien, im 17. Jahrhundert durch die Niederlande und im 19. Jahrhundert durch Großbritannien kolonialisiert. Das Sultanat kooperiert zu der Zeit mit dem britischen Könighaus und lässt die Errichtung von britischen Unternehmen zu. 

Brunei im 20. und 21. Jahrhundert

Während des Zweiten Weltkriegs wird das Land von Japan besetzt und wird danach wieder britisches Verwaltungsgebiet. Im Zuge des Kriegs muss Brunei einige seiner Gebiete abtreten, sodass sich die Landesfläche nur noch über einen kleinen Teil im Norden Borneos erstreckt. 

Im Jahr 1959 erhält Brunei seine erste Verfassung und wird 1984 unabhängig.

Brunei ist heute eine der wenigen absolutistischen Monarchien der Welt. Seit 1969 regiert Sultan Hassanol Bolkiah das Land und vereint alle Ministerposten in einer Person. Der Sultan verfügt über ein hohes Vermögen und hat eine weltweit vertretene Luxushotelkette. 

Der autoritäre Führungsstil wird mit einem weit ausgebauten Sozialstaat besänftigt: Die Bevölkerung Bruneis erhält kostenlose Bildung, kostenfeie Medizinversorgung und Kredite zu niedrigen Zinsen, sodass Wohlstand für jeden möglich sein sollte. 

Gleichzeitig wird jede Bestrebung gegen die Regierung niedergeschlagen und brutal bekämpft. Obwohl jeder vierte Mensch in Brunei kein Muslim ist, wurde 2019 die Scharia, eine Sammlung von Gesetzen aus dem Koran, Teil des Strafgesetzbuches. Hierin sind Bestrafungen wie die Todesstrafe durch Steinigung und Amputationen vorgesehen. Die Vereinten Nationen (UN) bezeichnen das Strafgesetzbuch Bruneis als "unmenschlich und brutal".


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Zwischen Repression und Wohlstand: Leben der Menschen in Brunei 

Die meisten Einwohner:innen Brunei Darussalams sind Malai:innen und sprechen, genauso wie die Menschen in Malaysia, malaiisch. Ein Fünftel der Bevölkerung gehört dem indigenen Iban-Volk an. Sie leben meist traditionell geprägt in den ländlichen Regionen Bruneis. 

Neben den Staatsbürgern Bruneis leben auch viele Menschen aus Thailand, den Philippinen und Malaysia als Gastarbeiter:innen in dem Sultanat. Sie arbeiten meist im Niedriglohnsektor und haben oft Schwierigkeiten in staatlichen Unternehmen angenommen zu werden, wenn sie keine Muslim:innen sind. 

75 Prozent aller in Brunei lebenden Menschen gehören dem Islam an und werden durch die Politik des Sultans stark bevorzugt. Dieser regiert nach islamischem Recht und legt dieses äußerst streng aus: Zwar sind formell alle Religionen erlaubt, jedoch dürfen diese nicht frei ausgelebt werden. 

Die meisten Menschen leben in den Städten und profitieren einerseits durch das große Erdölvorkommen und andererseits davon, dass Brunei Darussalam ein steuerfreies Land ist.

LGBTQI+ droht die Todesstrafe: George Clooney stellt sich dagegen 

Im Jahr 2019 hat Brunei sein Strafgesetz verschärft: Seitdem wird Diebstahl mit Amputation der Hand bestraft und gleichgeschlechtlicher Geschlechtsverkehr mit öffentlicher Steinigung geahndet. Diese neue Gesetzgebung sorgt weltweit für eine Welle der Empörung; Amnesty International fordert den sofortigen Stopp der Maßnahmen. 

Ebenso kritisieren zahlreiche westliche Länder diese angedrohten Menschenrechtsverletzungen. Zwar wurden die verschärften Strafen wie Steinigung bisher noch nicht vollzogen, der Protest gegen das Sultanat bleibt jedoch groß.

Fluggesellschaften und Reiseanbieter boykottieren das Land. Darüber hinaus meldete sich 2019 George Clooney zu Wort: Auch er verurteilt die Strafen und fordert den Boykott aller Hotels des Sultans von Brunei. 

Quellen: Amnesty International, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Drew Binsky, Der Spiegel, Merkur, Wirtschaftskammer Österreich (WKO) (Stand: 07/2022)

 

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