Gruppenfoto der Teilnehmer des Workshops im Hause Henkels.

Initiative #CSRhumanitärWorkshop „In den Schuhen der Humanitären Hilfe“

23-06-2017

von Marion Michels

Die Initiative #CSRhumanitär des Auswärtigen Amtes begrüßte am 1. Juni 2017 über 40 Teilnehmer zum Workshop „In den Schuhen der Humanitären Hilfe“ in Düsseldorf. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Aktionstage für Nachhaltigkeit 2017 statt und wurde in Kooperation mit dem Henkel-Konzern durchgeführt, der sein humanitäres Engagement vorstellte, u.a. am Beispiel der Partnerschaft mit Habitat for Humanity Deutschland.

Gemeinsam Lösungen finden

In einer Videobotschaft begrüßte Dr. Bärbel Kofler MdB, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, die Teilnehmer:

"Als Schirmherrin der Initiative #CSRhumanitär freue ich mich außerordentlich, dass Sie – Vertreter der Wirtschaft und aus humanitären Organisationen – sich heute gemeinsam in einem praxisorientierten Training ganz handfest mit dem Thema Humanitäre Hilfe befassen werden. Denn wir stehen vor großen humanitären Herausforderungen weltweit, für die wir nur gemeinsam Lösungen entwickeln können.“

Humanitäre Prinzipien in der Praxis

Das praxisnahe Format gab Einblicke in die Abläufe der Humanitären Hilfe und informierte über humanitäre Prinzipien. Außerdem wurden Corporate Social Responsibility-Verantwortliche aus der Wirtschaft und humanitären Organisationen für neue Wege der Zusammenarbeit sensibilisiert. Neben mehreren DAX 30-Unternehmen und führenden Mittelständlern waren auch Vertreter des Auswärtigen Amtes und zahlreiche CSR-Verantwortliche renommierter Hilfsorganisationen anwesend.

Humanitäre Hilfe und CSR

Michael Ahrens, stellvertretender Leiter des Referats „Umsetzung Humanitärer Hilfe, humanitäres Minenräumen, regionale Programme, regionale Gestaltung der Humanitären Hilfe“ gab den CSR-Verantwortlichen aus Unternehmen und NGOs einen Überblick über die Humanitäre Hilfe der Bundesregierung. Anschließend stellte Marion Michels, Projektleiterin von #CSRhumanitär, die Ziele der Privatsektor-Initiative des Auswärtigen Amtes vor. Neben Dialogformaten wie dem Business-Dialog und branchenspezifischen Expertenkonsultationen zu Themen wie Gesundheit und Humanitäre Logistik, sei es ein Anliegen von #CSRhumanitär den Know-How-Transfer zwischen Wirtschaft und humanitären Akteuren zu fördern und Vertrauen aufzubauen. Dazu beitragen soll auch die Entwicklung eines Wertekodex „Unternehmerisches Engagement in der Humanitären Hilfe“, der partizipativ durch den Privatsektor und Hilfsorganisationen erarbeitet werden soll.

Sphere-Standards

In das Thema Sphere-Standards führten Aninia Nadig und Karin Settele ein. Die Standards sind eine freiwillige Selbstverpflichtung, die humanitäre Prinzipien sowie den Anspruch nach Rechenschaftslegung und Qualität in der Katastrophenhilfe vereint.

Die Philosophie von Sphere basiert auf zwei Grundüberzeugungen:

  1. ein Leben in Würde und das Recht auf Hilfe
  2. menschliches Leid infolge von Katastrophen und Konflikten lindern

Zielsetzung ist es, die Qualität im Rahmen der Katastrophenhilfe zu verbessern und Rechenschaft über Aktivitäten ablegen. Dabei stehen die Bedürfnisse und die Einbeziehung der betroffenen Bevölkerung stets im Vordergrund. Doch auch andere Akteure wie der Privatsektor sind explizit aufgefordert die Standards einzusetzen.

Wörtlich heißt es im Sphere Handbuch:

„Wir laden alle an humanitären Aktivitäten Beteiligten, wie z.B. auch den privaten Sektors ein, die im Handbuch formulierten Standards als gemeinsame Grundsätze und Bekundung von humanitärer Überzeugung anzunehmen.“ (Sphere-Handbuch, S. 22)

Und weiter:

„Der Privatsektor kann den humanitären Organisationen kommerzielle Effizienz sowie komplementäre Kompetenzen und Ressourcen bringen. Zur Vermeidung von Doppelarbeit und zur Förderung einer guten humanitären Praxis ist Informationsaustausch erforderlich. Privat-humanitäre Partnerschaften müssen konsequent den humanitären Zielen zugutekommen.“ (Sphere-Handbuch, S. 68)

Eine nähere Auseinandersetzung mit den Standards ermöglicht seit kurzem das Online-Training für Führungskräfte von Sphere. Interessierte können den Kurs unter folgendem Link kostenlos absolvieren: www.kayaconnect.org/course/info.php?id=458

Praxisübungen

Im Praxis-Teil der Veranstaltung erarbeiteten die zertifizierten Sphere-Trainer Corinna Blume und Dr. Peter Schmitz gemeinsam mit den Teilnehmern Fallbeispiele basierend auf den Mindeststandards in den Bereichen:

  • Hilfsgüterverteilung
  • Notunterkünfte und Ansiedlungen
  • Gesundheitsmaßnahmen, Wasser-, Sanitärversorgung und Hygieneaufklärung

Die Teilnehmer entwickelten in Kleingruppen Grundrisse für Notunterkünfte oder befassten sich mit den Herausforderungen des Camp-Managements. Abschließend thematisierte eine Ideenwerkstatt das Oberthema der Initiative #CSRhumanitär „Die Wirtschaft als Partner in der Humanitären Hilfe“. Die Ergebnisse fließen in die Erarbeitung des geplanten „Wertekodex“ ein.

Vertrauensvoller Austausch zwischen Wirtschaft und NGOs

Die Stimmung der Teilnehmer zeichnete sich durch Teamgeist und einen vertrauensvollen Umgang auf Augenhöhe aus. Nino Schramm, Projektverantwortlicher für die Initiative #CSRhumanitär auf Seiten des Auswärtigen Amtes fasste abschließend zusammen: „Die ganz handfesten Elemente des Trainings haben bei vielen Teilnehmern noch einmal ein ganz anderes Verständnis von den Bedürfnissen und Besonderheiten der Humanitären Hilfe entwickelt. Es ist schwierig, ein so „trockenes“ Thema wie die Sphere-Standards zu vermitteln: das ist hier wirklich sehr gut gelungen, wie mir das Feedback und Gespräche mit anderen Teilnehmern beweisen.“

Aktion Deutschland Hilft
ist als Kooperationspartner des Auswärtigen Amtes mit der Konzeption sowie Durchführung der Initiative #CSRhumanitär betraut. Mehr Informationen über die Initiative finden Sie auf den Webseiten des Auswärtigen Amtes unter bit.ly/AA-InitiativeCSRhumanitär oder hier bei Aktion Deutschland Hilft.