550-Nyabiev

Hungersnot und Bürgerkrieg im Südsudan Flucht aus dem Südsudan: Nyabiev möchte endlich wieder glücklich sein

06-07-2015

Text von Erna Mentesnot Hintz (HelpAge)

Mein Mann wurde in unserem Haus umgebracht

Mein Name ist Nyabiev und ich bin 70 Jahre alt. Ich bin eine Witwe und habe fünf Kinder. Ursprünglich komme ich aus dem Südsudan, aus einem Verwaltungsbezirk, der Mathing heißt. Dort habe ich mein ganzes bisheriges Leben verbracht. Dort habe ich meinen Ehemann kennengelernt und auch unsere vier Kinder kamen dort zur Welt. Aber als der Krieg ausbrach, waren wir dazu gezwungen zu fliehen. Unser eigenes Volk, die Söhne unseres Volks haben meinen Mann in unserem eigenen Haus umgebracht.

Ein neues Leben im Flüchtlingslager Tierkedi

Jetzt lebe ich hier in Tierkedi zusammen mit meinem Sohn und seiner Frau. Meine anderen Kinder wohnen in den anderen Flüchtlingslagern. Ich helfe meiner Schwiegertochter mit den Kindern. Ich wasche sie, füttere sie und passe auf sie auf. Ich lebe gerne mit meinem Sohn und seiner Frau zusammen und verstehe mich mit beiden sehr gut.

Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich so etwas erlebt

Die Reise nach Tierkedi war von Not, Trauer und Frustration geprägt. Ich habe meinen Mann verloren. Ich habe alles verloren, was wir gebaut haben; alles, was wir in all den Jahren an Geld verdient haben ist weg. Als wir uns auf die Reise Richtung Sicherheit machten, konnten wir nichts mitnehmen, nicht einmal Wasser oder Proviant. Wir waren zu Fuß vier Tage und vier Nächte unterwegs. Wir hatten mit Hunger, Durst und mit der unsäglichen Hitze tagsüber und den eiskalten Nächten zu kämpfen.

Schließlich erreichten wir die Grenze. Dort nahm uns das Flüchtlingshilfswerks der UNO in Empfang und sorgte dafür, dass wir ins Camp gebracht wurden. Endlich waren wir in Sicherheit. Aber gleichzeitig hatten wir alles verloren. Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich etwas erlebt, was mit dem vergleichbar wäre, was ich im März 2014 durchgemacht habe. Und von dem, was ich aus den Nachrichten höre, sieht es nicht danach aus, dass sich die Situation zukünftig verbessern wird.

HelpAge sorgt für mein Essen

Für mich ist das Leben schwer geworden. Mein Rücken tut mir ununterbrochen weh. Ich habe keine Matratze, auf der ich schlafen kann und weder Decke noch Kissen, die mich in den kalten Nächten warm halten könnten. Aber dank HelpAge habe ich wenigstens zu Essen. Ich habe nicht viele der Dinge, die ich früher Zuhause hatte. Ich habe kein Öl, kein Salz, keine Kochutensilien und keine Hygienematerialien. Und ich muss natürlich mein Essen sehr gewissenhaft rationieren. Aber ich muss keinen Hunger leiden. Ich habe mich für Essensrationen angemeldet und habe eine Karte bekommen, die mir jeden Monat 15 kg Mais sichert.

Ich möchte endlich wieder glücklich sein


Ich hoffe auf ein besseres Leben. Ein besseres Leben für meine Enkelkinder, von denen ich hoffe, dass sie eine vernünftige Bildung erhalten, erfolgreich studieren und eine gute Arbeit finden, damit sie auf eigenen Beinen stehen können. Ich hoffe, dass sie nie das durchmachen müssen, was wir in den letzten neun Monaten durchgemacht haben. Dasselbe hoffe ich auch für mich und mein restliches Leben. Ich möchte wieder glücklich sein.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
jetzt online spenden!

© Das Bündnis der Hilfsorgansationen: Spenden für die Flüchtlinge im Südsudan