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Flucht und Hunger im Südsudan Drohende Hungersnot im Südsudan: Johanniter verstärken Engagement

09-07-2015

Nothilfe und langfristige Unterstützung für 55.000 Menschen

Aufgrund des anhaltenden Bürgerkrieges sind 4,6 Millionen Menschen im Südsudan von einer akuten Hungersnot bedroht. Die Johanniter haben deshalb in den vergangenen Wochen ihre Hilfsaktivitäten vor Ort ausgeweitet. Sie verteilen Nahrungsmittel zur Versorgung der Unterernährten und unterstützen die Menschen mit Saatgut und Schulungen, damit diese sich langfristig selber versorgen können.

In der Provinz Western Bahr al Ghazal versorgen die Johanniter unterernährte Kinder und schwangere Frauen mit therapeutischer Zusatznahrung und führen Aufklärungsmaßnahmen zu Säuglings- und Kleinkindernährung durch. Sie unterstützen gemeinsam mit der auf Landwirtschaft und Tierhaltung spezialisierten Organisation „Tierärzte ohne Grenzen“ die Bevölkerung mit Saatgut zum Anbau von Grundnahrungsmitteln und führen Schulungen zu verbesserten Anbaumethoden durch. „Dank dieser Maßnahmen können die Menschen in Jur River nun zweimal im Jahr eine Ernte einholen und lernen, wie sie die geernteten Lebensmittel länger haltbar machen und neues Saatgut gewinnen können“, sagt Ilse Pelkmans, Johanniter-Projektkoordinatorin für den Südsudan. Seit Beginn der Johanniter-Aktivitäten im Jahr 2012 koordiniert sie die Projekte und reist regelmäßig in das afrikanische Land.

„Durch diesen integrierten Ansatz können wir den Menschen neben der akuten Nothilfe auch präventiv und langfristig helfen, um ihre Ernährungs- und Gesundheitssituation zu verbessern“, erklärt Pelkmans weiter.

Medikamente für 24 Gesundheitsstationen

Insgesamt 55.000 Menschen profitieren von den Aktivitäten der Johanniter, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell gefördert werden. Daneben unterstützen die Johanniter im Süden des Landes 24 Gesundheitsstationen mit Medikamenten, Verbrauchsmaterial und Aufklärungskursen zu Hygiene und gesunder Ernährung. Auch die Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung ist Bestandteil der Arbeit vor Ort. Ein Länderbüro und vier Feldbüros mit rund 170 internationalen und lokalen Angestellten koordinieren die Hilfe vor Ort.

Die Spirale aus Gewalt und Armut dreht sich immer weiter

Die Verkündung der Unabhängigkeit des Südsudan am 9. Juli 2011 sollte der Auftakt für ein neues Zeitalter für das Land sein. Doch auch vier Jahre danach steht es vor großen Herausforderungen. „Aufgrund des Bürgerkrieges hat sich die Versorgungslage im Land kontinuierlich verschlechtert. Die Lebensmittel- und Trinkwasserpreise steigen stetig an und die Menschen können sich kaum noch Nahrungsmittel leisten. Die Spirale aus Gewalt und Armut dreht sich immer weiter, wir werden Zeuge einer humanitären Katastrophe. Die Menschen brauchen dringend unsere Hilfe“, so Pelkmans.

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