Eine Frau sitzt mit ihrem kleinen Kind in einer medizinischen Station für Flüchtlinge im Südsudan. Seit die Kämpfe eskalieren, sind mehr und mehr Menschen auf der Flucht.

Flucht und Hunger im Südsudan Bürgerkriegsähnliche Zustände im Südsudan

12-07-2016

von Malteser International

Seit dem Unabhängigkeitstag am Wochenende kommt es in Juba, der Hauptstadt des fünf Jahre alten Staates Südsudan, zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen. „Die Menschen fliehen aus ihren Häusern in sichere Gebiete, die von der UN bewacht werden. Noch beschränken sich die Kämpfe vor allem auf die Landeshauptstadt. Aber auch in unseren anderen Projektgebieten, wie in der Stadt Maridi, beobachten wir, dass die Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen, weil sie Angst vor Kampfhandlungen haben“, sagt Roland Hansen, Leiter der Afrikaabteilung bei Malteser International.

In der Region Wau mussten bereits vor zwei Wochen geschätzte 90.000 Menschen vor erneut aufflammender Gewalt fliehen. Rund 40.000 Vertriebene befinden sich nun in Camps in der Stadt Wau, weitere 40.000 bis 50.000 Personen sind über die umliegenden Dörfer verteilt. „Gerade jetzt brauchen die Südsudanesen unsere Hilfe. Der Bedarf an Wasser und Lebensmitteln unter den Vertriebenen ist groß“, sagt Hansen. Um die Wasserversorgung der Menschen zu verbessern, bohrt Malteser International in der Region Wau Brunnen und bereitet weitere Nothilfe vor.

Mehr als 2,5 Millionen Flüchtlinge

Insgesamt mussten im Südsudan mehr als 2,5 Millionen Menschen, Flüchtlinge und Vertriebene im eigenen Land, ihre Heimat verlassen. Trotz des im August 2015 abgeschlossenen Friedensabkommens, kommt es in dem Land immer wieder zu Ausbrüchen von Gewalt. „Wir können nur dringend an alle Parteien appellieren, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen. Ohne Frieden gibt es keine Zukunft für die vielen Menschen, die im Südsudan auf der Flucht sind“, sagt Hansen. Die internationale Gemeinschaft fordert er auf: „Ein so junger, von Rebellen gegründeter Staat bedarf der intensiven Unterstützung bei der Nationenbildung und bei der Befriedung der zahlreichen ethnischen Gruppen, die sich von den zwei dominierenden Volksgruppen nicht mitgenommen fühlen.“

Arbeit von Malteser International geht weiter

Malteser International ist seit 1996 im Südsudan tätig. Seit Oktober 2014 setzt Malteser International ein Programm zur nachhaltigen Ernährungssicherung in Wau um. Auch in der Stadt Maridi kümmert sich Malteser International um eine bessere Ernährung der Menschen. In Juba planen die Mitarbeiter die Menschen mit Wasser, Sanitäranlagen und Küchengärten zu versorgen. Malteser International betreibt in Rumbek eine Schule für Krankenpfleger und Laborassistenten. In der Nähe des Ortes betreuen Mitarbeiter außerdem ein Dorf von Leprakranken.

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