von Aktion Deutschland Hilft/Handicap International
Mitten in Gaza baut Heba Prothesen für kriegsverletzte Kinder wie Malak. Trotz Gefahren, Materialmangel und eigener Sorgen hält sie an ihrer Arbeit fest.
Heba hilft mit ihrer Arbeit vielen Menschen
Fünf Mal die pro Woche macht sich die 34-jährige Heba durch den zerbombten Gazastreifen auf zur Arbeit. Von ihrem Zuhause in Deir al-Balah bis zum Prothesenzentrum von Handicap International in Chan Yunis ist sie oft mehr als anderthalb Stunden unterwegs.
Während sie sich ihren Weg durch die von Schutt bedeckten Straßen bahnt, denkt sie oft an ihre zwei Töchter und ihre kranke Mutter, die vor Kurzem einen Schlaganfall erlitt und nun mehr denn je ihre Unterstützung braucht. Trotz Gefahr und eigener Sorgen, kommt Heba ins Prothesenzentrum, weil sie weiß, dass viele Menschen von ihrer Arbeit abhängen. Denn sie ist eine der wenigen Prothesentechnikerinnen in Gaza.
Es fehlt weiterhin an allem
Der Bedarf an Prothesen ist nach zwei Jahren Krieg enorm: Tausende Menschen haben durch Raketen, Bomben oder Blindgänger Gliedmaßen verloren, viele von ihnen Kinder. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation werden derzeit rund 6.000 Prothesen benötigt.
Gleichzeitig fehlt es weiterhin an Materialien, Ersatzteilen und sicheren Transportwegen. Vieles steckt noch immer an den Grenzen fest, anderes ist längst aufgebraucht.
“Ich arbeite weiter, solange ich kann”
Im Prothesenzentrum Nahla, das nach Hebas ehemaligen Kollegin benannt ist, die mit ihren Kindern bei einer Bombardierung getötet wurde, arbeitet die Prothesentechnikerin mit dem, was vorhanden ist. Heba nimmt Maß, fertigt Abdrücke an, passt Prothesen an und begleitet Patient:innen bei den ersten Schritten.
“Prothesen werden mit minimalen Mitteln und unter gefährlichen Bedingungen hergestellt. Ich werde trotzdem so lange weiterarbeiten, wie ich pendeln kann und die Sicherheitslage es zulässt.”
Heba, Prothesentechnikerin aus den palästinensichen Gebieten
Ein Ort für neue Schritte

Eine der vielen Patient:innen, die Heba begleitet, ist Malak. Das neun Jahre alte Mädchen verlor bei einem Luftangriff nicht nur ihr rechtes Bein, sondern auch ihre Eltern und ihre drei Brüder.
Als sie im Juli vergangenen Jahres ins Zentrum kam, begann Malak zunächst mit Physiotherapie. Später erhielt sie ihre erste Prothese. Schritt für Schritt lernte sie wieder zu gehen. “Alle haben versucht – und versuchen immer noch – Malak auf jede erdenkliche Weise glücklich zu machen”, erzählt Heba. “Wir sind neue Freunde für sie geworden.”
Psychosoziale Unterstützung für Betroffene
Neben der körperlichen Rehabilitation gehört auch psychosoziale Unterstützung zur Arbeit von Handicap International. Viele Kinder und Erwachsene haben schwere traumatische Erfahrungen gemacht.
Für sie ist das Zentrum oft einer der wenigen Orte, an denen sie sich sicher fühlen. Doch die Wartelisten sind lang. Rollstühle, Gehhilfen und Prothesen reichen bei Weitem nicht aus. “Wir brauchen dringend freien humanitären Zugang und Unterstützung der Rehabilitationsdienste – besonders für Kinder und Menschen mit Behinderung”, appelliert Heba.
Für Malak und viele weitere Betroffene bedeutet Hebas Arbeit mehr als medizinische Versorgung. Sie ist die Chance, wieder selbstständig zu werden – und irgendwann auch ein neues Leben nach dem Krieg führen zu können.
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis von mehr als 20 Hilfsorganisationen, leistet Nothilfe gemäß dem humanitären Imperativ. Dieser besagt unter anderem: Jeder Mensch hat das Recht, humanitäre Hilfe zu erhalten. Ausschlaggebend ist alleine der Bedarf an Hilfe. Weitere Informationen.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die betroffenen Menschen in Nahost.
Stichwort: Nothilfe Nahost
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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