Erdbeben Nepal Wiederaufbau in Nepal: Es bleibt viel zu tun

20-04-2018

von Aktion Deutschland Hilft

Drei Jahre nach dem Erdbeben haben Hilfsorganisationen für die Menschen in Nepal viel getan, aber es bleibt auch weiterhin viel zu tun. Die Naturkatastrophe hat in dem Himalaya-Staat, wie so oft in Entwicklungsländern, zu einer Kette von Folgeproblemen geführt und bestehende Probleme verstärkt. Die langfristige Überwindung von Armut, Hunger und Migration bleibt auch weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben, um die Lebenssituation der Kinder, Frauen und Männer zu verbessern.

Große Herausforderungen beim Wiederaufbau in Nepal

Die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft leisteten direkt nach dem Erdbeben 2015 Nothilfe und begannen mit dem Wiederaufbau – zum Teil vor dem Hintergrund großer Herausforderungen, die auch heute noch zu Verzögerungen führen. Langwierige staatliche bürokratische Prozesse und der große Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften sind zwei der wichtigsten Faktoren, mit denen Hilfsorganisationen vor Ort  bereits seit drei Jahren umgehen müssen.

"Wir unterstützen die Bevölkerung mit Einkommen schaffenden Maßnahmen und Trainingsprogrammen, in denen Menschen lernen können, wie man Häuser erdbebensicher baut. Weitere Beben sind nicht ausgeschlossen, deswegen ist die Katastrophenvorsorge sehr wichtig", sagt Felix Neuhaus, der während des Erdbebens Büroleiter von AWO International war, und heute als Koordinator für die Humanitäre Hilfe tätig ist.

Schon vor der Katastrophe war Nepal eines der ärmsten Länder

Wie auch andere Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft hat AWO International bereits vor 2015 Hilfe in Nepal geleistet. Denn schon vor der Katastrophe war das Land eines der ärmsten der Welt. Etliche Nepalesen verlassen jeden Tag ihre Heimat, um der Armut zu entfliehen und im Ausland Arbeit zu finden. Viele von ihnen geraten auf ihrem Weg in die Hände von Menschenhändlern und Schleppern, welche die verzweifelte Situation der Menschen ausnutzen. Vor allem Frauen und Kinder sind von den Gefahren betroffen.

Und nach den Erdbeben hat sich die Zahl der Betroffenen noch erhöht. Auch hier helfen die Bündnisorganisationen: "Wir leisten Aufklärungsarbeit zu den Themen Menschenhandel und irreguläre Arbeitsmigration, denn viele Menschen verloren nach dem Erdbeben ihr Haus sowie Hab und Gut und versuchten im Ausland Arbeit zu finden, um ihre Familien zu versorgen", so Neuhaus.

Seit 2015 rund 26 Millionen Euro Spenden für die Menschen

Seit dem Erdbeben hat Aktion Deutschland Hilft Spenden in Höhe von rund 26 Millionen Euro für die Menschen in Nepal gesammelt. Von diesen Spenden wurden zum Beispiel Zelte verteilt, sauberes Trinkwasser bereitgestellt und Trümmer entsorgt. Heute bauen die Bündnisorganisationen unter anderem Häuser wieder auf und bilden die nepalesische Bevölkerung zu Maurern aus.

Am 25. April 2015 bebte in Nepal mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala die Erde. Es folgten wochenlange Nachbeben – das verheerendste am 12. Mai mit einer Stärke von 7,2. Laut der nepalesischen Regierung kamen fast 9.ooo Menschen ums Leben. Mehr als 600.000 Häuser wurden komplett zerstört und Millionen von Menschen verloren ihre Lebensgrundlage.

Wie entsteht ein Erdbeben?

Die meisten Erdbeben haben ihre Ursache in der Plattentektonik der Erde. Die Erdkruste, die äußerste Schicht der Erde, besteht aus mehreren großen Krustenplatten. Aufgrund von Konvektionsströmen im Erdinneren geraten die Platten in Bewegung, driften voneinander weg oder stoßen zusammen. Besonders erdbebengefährdet sind daher Regionen, die in der Nähe der Plattengrenzen liegen. Wird durch die Reibung der Platten der Druck zu groß oder verkeilen sich zwei Platten ineinander, kommt es zu einem Bruch und die Spannungen entladen sich in einem Beben. Erfolgt das Beben auf See, kann es gewaltige Tsunamis auslösen.

Welche Regionen sind besonders gefährdet?

Verheerende Erdbeben entstehen vor allem an konservativen und konvergenten Plattengrenzen.
An konservativen Plattengrenzen schieben sich zwei Platten aneinander vorbei. Ein Beispiel hierfür ist die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien, an der sich die Pazifische und die Nordamerikanische Platte aneinander vorbeischieben. Die dadurch entstehenden Erdbeben bedrohen die Millionenmetropole San Francisco.
An konvergenten Plattengrenzen stoßen zwei Platten aneinander. Handelt es sich um eine ozeanische und eine kontinentale Platte, taucht die schwerere ozeanische Platte unter die leichtere Kontinentalplatte ab. Die dabei entstehende Spannung führt zu einem plötzlichen Erdbeben und auf dem Meer folgt diesem häufig ein Tsunami. Ein verheerendes Beben dieser Art ereignete sich im März 2011 in Japan.
Doch nicht alle Erdbeben sind für den Menschen spürbar. Erschütterungen von einer Stärke von unter 2,0 auf der Richterskala können nur von Messinstrumenten wahrgenommen werden. In Deutschland ereignen sich jährlich mehrere Hunderte solcher Erdbeben.

Was ist die Richterskala?

Die Richterskala dient dazu, Aussagen über die Stärke von Erdbeben zu treffen. Sie wurde vom US-amerikanischen Seismologen Charles Francis Richter entwickelt und in den 1930er Jahren eingeführt. Je nachdem wie viel Energie durch ein Erdbeben in Form von seismischen Wellen ausgesandt wird, reicht die Skala von Minus-Werten bis zu Werten über 9.
Ab Stärke 3 oder 3,5 beispielsweise spüren Anwohner in besiedelten Gegenden die Beben. Ab Stärke 5 muss man mit Schäden rechnen und ab Stärke 8 kann ein Erdbeben Zerstörungen in Bereichen von hunderten Kilometern verursachen.

Kommt es auch in Deutschland zu Erdbeben?

In Deutschland werden jährlich mehrere Hunderte Erdbeben gemessen. Diese sind jedoch meistens so schwach, dass die Menschen sie nicht mitbekommen. Nur in seltensten Fällen richtet ein Beben in Deutschland größere Schäden an. Das Land liegt mitten auf der Eurasischen Kontinentalplatte, also weit entfernt von Plattengrenzen. Und zu verheerenden Erdbeben kommt es in der Regel dort, wo die Krustenplatten der Erde aufeinandertreffen.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Menschen in Nepal

Spenden-Stichwort: Erdbeben Nepal
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