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Flut PakistanSechs Monate nach der Flutkatastrophe

26-01-2011

medeor-Projektreferentin berichtet über die Situation in Pakistan

Auch ein halbes Jahr nach der größten Flutkatastrophe Pakistans sind Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. "Viele Familien haben ihre Häuser verloren und leben immer noch in Zelten. Bei Temperaturen unter Null Grad sind die Menschen der Kälte fast schutzlos ausgeliefert“, sagt Tina Hofmann. Die 30-jährige Projektreferentin der action medeor hat Anfang Dezember über 1500 Kilometer in dem Katastrophengebiet zurückgelegt. Sinn der Reise war es, nach der akuten Nothilfe der action medeor mit einheimischen Partnerorganisationen Wiederaufbauprojekte in die Wege zu leiten.

„Die Not in Pakistan ist immer noch groß“, sagt Tina Hofmann, „Viele Menschen sind mangelernährt, besonders betroffen sind die Kinder. Krankheiten wie Grippe, Lungenentzündung oder Durchfall können schnell tödlich verlaufen." Doch schon vor der Flut war der Zugang zu medizinischer Versorgung für die arme Bevölkerung eingeschränkt. Durch die Katastrophe sind viele der wenigen funktionierenden Gesundheitsstationen beschädigt oder zerstört. „Ich habe staatliche Gesundheitsstationen und Krankenhäuser gesehen, deren Zustand katastrophal ist. Ärzte müssen dort unter unhygienischen Bedingungen arbeiten“, so Hofmann. Die medizinische Betreuung sei zwar kostengünstig, viele Patienten könnten sich die Fahrt dorthin kaum leisten und nähmen dann die Hilfe von Quacksalbern oder traditionellen Heilern mit zweifelhaften Fähigkeiten an.

Tina Hofmann hat nun mit den einheimischen Partnern vier große Projekte im medizinischen Bereich auf den Weg gebracht. Im südlichen Sindh wird sich medeor vor allem beim Ausbau der Gesundheitsversorgung engagieren und mit einer mobilen Klinik auch weiter entfernt gelegene Gebiete anfahren. „Ein großes Problem dort sind auch die Waschgelegenheiten für Frauen. In ländlichen Gebieten haben sie kaum die Möglichkeiten für Körperhygiene in einem geschützten Raum“, so Hofmann. Im nördlichen Punjab wird medeor vor allem die Mutter-Kind-Versorgung stärken. „In diesem Teil des Landes ist die Zahl der Kinder pro Familie mit acht bis zwölf extrem hoch und eine angemessene medizinische Versorgung gibt es quasi nicht.“ Außerdem hat Tina Hofmann für 6000 Menschen Hilfe für den Winter mit einem Wert von 40.000 Euro organisiert, Decken, Schlafmatten, warme Kleidung und für die kleinen Kinder zusätzlich Vitaminpräparate.

Für Tina Hofmann ist es gut zu wissen, dass die Hilfe weitergeht. „Die Menschen werden noch einige Zeit auf Hilfe angewiesen sein. Nach der akuten Nothilfe ist es jetzt aber wichtig, verlässliche Gesundheitsstrukturen vor Ort aufzubauen.“

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