Hilfe für FlüchtlingeSyrien: Schwangeren fehlt medizinische Hilfe

31-05-2019

von CARE

Nach erneuten heftigen Luftangriffen im Nordwesten Syriens ist die internationale Hilfsorganisation CARE gezwungen, einen Teil ihrer Nothilfe einzustellen. Betroffen sind unter anderem zwei Einrichtungen für Geburtshilfe, die schwere Schäden durch Einschläge erlitten haben. Dort wurden bisher täglich 180 Schwangere behandelt.

"Durch wahllose Bombenangriffe auf Zivilisten und Krankenstationen erhalten Tausende von Frauen und Mädchen, darunter Schwangere und Mütter mit Kleinkindern, keine medizinische Hilfe mehr", berichtet Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. "Das ist so dramatisch wie himmelschreiend ungerecht, denn eine sichere Geburt sollte für jede Mutter ein Grundrecht sein."

"Selbst Kriege haben Regeln"

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind allein im Mai 2019 rund 270.000 Menschen vertrieben worden und 160 Zivilisten getötet. Insgesamt wurden im letzten Monat 21 Gesundheitszentren bombardiert, 25 Schulen wurden teilweise beschädigt oder komplett zerstört.

"Viel zu häufig müssen wir Helfer inzwischen diesen einfachen Satz wiederholen: Selbst Kriege haben Regeln. Das humanitäre Völkerrecht ist bindend für alle Konfliktparteien. Konkret heißt das: Zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Schulen dürfen nicht angegriffen werden", betont Zentel.

Besonders erschreckend seien die jüngsten Angriffe, da alle betroffenen Einrichtungen Teil eines Mechanismus der Vereinten Nationen sind. Diese informieren die Truppen der internationalen Koalition, der Türkei und Russland über die Lage ziviler Ziele, um sie davor zu schützen, bei Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Frauen brauchen Schutz und Sicherheit

"Trotz dieser proaktiven Information sind in den letzten Wochen vermehrt lebenswichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser, Bäckereien oder auch Wohngebiete in Idlib angegriffen worden. "Wo sollen wir noch Schutz suchen?", fragt die 29-jährige Rana, die ein von CARE unterstütztes Frauenzentrum in Idlib leitet.

Allein im Monat Mai erreichte CARE mit Partnerorganisationen vor Ort rund 70.000 Vertriebene mit Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser und Hygieneartikeln. CARE leistete medizinische Hilfe, unterstützte mit psychosozialen Beratungsdiensten und Bargeldverteilungen. Trotz der Eskalation der Gewalt in Idlib plant CARE, seine Nothilfe in den nächsten Wochen auszuweiten.

 

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