Hilfe für FlüchtlingeSyrien-Krieg: Konflikt und Klimawandel kollidieren

14-03-2022

von Aktion Deutschland Hilft

Eine große Wasserknappheit schlägt erneut eine tiefe Kerbe in die ohnehin schon große Not Syriens. Der Konflikt und der Klimawandel kollidieren. Besonders betroffen ist der Nordosten des Landes.

Syrien: Fast 15 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe

"Für die syrische Bevölkerung versiegt nicht nur das Wasser, sondern auch die Aufmerksamkeit. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, die Notlage in Syrien nicht aus den Augen zu verlieren!", appelliert Manuela Roßbach, Vorständin von Aktion Deutschland Hilft. Hilfsorganisationen des Bündnisses leisten auch im 12. Jahr des Krieges humanitäre Hilfe für die syrische Bevölkerung.

In Syrien benötigen etwa 14,6 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Dies entspricht einem Anstieg um neun Prozent gegenüber 2021. "Die Wasserkrise, die Corona-Pandemie und eine Hungersnot nehmen den Menschen jegliche Lebensgrundlagen", so Roßbach. "Syrische Kinder, Frauen und Männer brauchen Hilfe und Schutz und nicht noch mehr Leid und Druck, das Land zu verlassen – hin zu Orten, wo das Leben für sie auch nicht besser wird", so Roßbach.

"In ihrer Not greifen die Menschen zu verseuchtem Trinkwasser"

Mit der Wasserknappheit nimmt die Not ihren Lauf. Die Faktoren sind komplex: Eine enorme Dürre über lange Perioden hinweg paart sich mit Störungen eines in der Türkei befindlichen Staudamms. Die Folge: Nicht ausreichend bewässerte Felder führen zu Ernteausfällen. Doch gerade im Nordosten des Landes sind die Menschen auf die Landwirtschaft angewiesen, um zu überleben.

"Die leeren Felder treiben die Preise von Lebensmitteln zusätzlich in die Höhe. Das erschwert das Leben für viele Menschen, die ohnehin schon wenige Mittel haben. Jede fünfte Familie hat nicht genug zu essen", so Roßbach.

"Besonders dramatisch ist, dass die Menschen um sauberes Trinkwasser kämpfen müssen. In ihrer Not greifen sie zu verseuchtem Wasser. Helfer:innen unserer Bündnisorganisationen berichten uns von gravierenden Gesundheitsproblemen wie Durchfall, Erbrechen und Fieber. Es trifft besonders die Kinder. Und nicht nur die Menschen leiden. Auch das für die Syrer:innen lebensnotwendige Vieh wird durch verunreinigtes Wasser krank und stirbt."

Bündnisorganisationen leisten humanitäre Hilfe in Syrien und Nachbarländern

Hilfsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft leisten weiterhin dringend notwendige humanitäre Hilfe, darunter Helfer:innen von ADRA, arche noVa, Help – Hilfe zur Selbsthilfe oder Malteser International. Sie verteilen Trinkwasser, Lebensmittel oder Hygienepakete und Medikamente. Zudem bauen sie Basisgesundheitsstationen in ehemals stark umkämpften Gebieten wieder auf und richten mobile Kliniken in schwer zugänglichen Regionen ein.

"Dies ist dringlicher denn je, denn auch inmitten der Pandemie kommt es zu Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen. Syrien gilt auch für Helfer:innen als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Für ihren Einsatz gebührt ihnen große Anerkennung", sagt Roßbach. Nicht vergessen sind auch die 5,6 Mio. Flüchtlinge in den Nachbarländern Jordanien, Irak, Libanon oder der Türkei. Unter anderem leisten hier die Bündnisorganisationen CARE oder das Hammer Forum humanitäre Hilfe.

"Die Menschen, die von dem nicht endenden Konflikt betroffen sind, sind Zivilist:innen, vor allem die Schwächsten und die Armen. Für die überwiegende Mehrheit ist es angesichts der geschlossenen Grenzen keine Option mehr, das Land zu verlassen. Für einen Großteil bleibt die Rückkehr eine riskante und unerschwingliche Option. Für all diese Menschen leisten die Helfer:innen unserer Organisationen auch weiterhin unermüdlich humanitäre Hilfe", betont Roßbach.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Flüchtlinge Syrien / Nahost:

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