Eine ältere Frau sitzt in einer einfachen Unterkunft.

Hilfe für FlüchtlingeLage im Nordwesten Syriens spitzt sich immer mehr zu

15-02-2018

von action medeor

Zweite große Medikamentensendung unterwegs

Im Nordwesten Syriens spitzt sich die Lage immer mehr zu. "Das Bombardement hat in der Region Idlib in den letzten Tagen stark zugenommen“, beschreibt Dr. Anas Said Essa von der Organisation Orient in einer Email an action medeor die Situation in Syrien. "Zwei Krankenhäuser und viele Gesundheitsstationen sind durch die Luftangriffe beschädigt oder zerstört worden. Unser Krankenhaus ist das einzige in der Umgebung, das noch funktioniert. Wir nehmen alle Menschen auf, die Hilfe brauchen.“ action medeor sendet nun eine zweite große Sendung mit chirurgischen Besteck, Verbandsstoffen, Schmerzmitteln und Antibiotika an seinen langjährigen Partner. "Wir sind froh, dass uns action medeor hilft und wir weiterarbeiten können.“

action medeor hilft in Syrien seit sechs Jahren

action medeor unterstützt ihre Partnerorganisation seit sechs Jahren mit Medikamenten und medizinischem Equipment. Neben der großen Medikamentensendung beschafft action medeor mit finanzieller Unterstützung der Staatskanzlei NRW ein MRT für das von Orient betriebenen Krankenhaus in Idlib-Stadt. "Das Krankenhaus ist Teil eines Netzwerks aus Gesundheitseinrichtungen im Norden Syriens, die über unseren Partner betrieben werden“, erklärt Katharina Wilkin von action medeor. "Es ist wichtig, dass sich die Gesundheitseinrichtungen eng vernetzen, um die verfügbaren Ressourcen so effektiv und effizient wie möglich zu nutzen.“

Das Netzwerk setze sich zusammen aus einer dezentralen Basisversorgung mit Allgemeinmedizinern und Hebammen und aus spezialisierten Einrichtungen mit Fachärzten und entsprechender Ausstattung wie MRT, Röntgengeräte, Ultraschall oder Laborequipment. "Durch den engen Ausstausch zwischen den Einrichtungen können Notfälle und Patienten, die eine spezialisierte Behandlung brauchen, schneller überwiesen werden“, so Wilkin, "außerdem wird durch die gemeinsame Verwaltung Personal eingespart.“

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hatte bereits vor zwei Jahren ein Gesundheitsprojekt von action medeor in Syrien mit rund 200.000 Euro gefördert. Die von der Staatskanzlei geförderte Maßnahme beinhaltete sowohl die Lieferung medizinischer Geräte für eine Spezialklinik vor Ort als auch eine damit verbundene Weiterqualifizierungsmaßnahme des dort tätigen medizinischen Personals an den Geräten, um die Menschen über die Grundversorgung hinaus besser medizinisch zu versorgen.

"Müssen von weiterer Verschärfung ausgehen"

"Die Situation hat sich für die Menschen im Land und zurzeit vor allem im Nordwesten Syriens noch weiter verschärft“, sagt Wilkin. Seit Mitte Dezember sind mehr als 270.000 Menschen in der Provinz Idlib vertrieben worden. Die Mehrheit der Vertriebenen ist vom Süden in das Zentrum und in den Norden der Provinz geflohen. "Leider müssen wir von einer weiteren Verschärfung des Konflikts ausgehen“, so Wilkin, "viele Menschen leben trotz des frostigen Winters in notdürftigen Camps und Unterkünften.“

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