Sars-CoV-2/COVID-19"Wir Krankenschwestern sind vorbereitet"

29-06-2020

von CARE/Aktion Deutschland Hilft

Rosaline ist Krankenschwester. An vorderster Front hat die heute 29-Jährige in der von CARE unterstützten Krankenstation in Kakoya im Distrikt Koinadugu gegen Ebola gekämpft. Sierra Leone hat vor einigen Jahren den Ausbruch des Virus überstanden. Ob sie ebenso erfolgreich bei COVID-19 sein werden? Rosaline zweifelt daran, bleibt aber nicht untätig.

So beugen die Helfer Corona-Infektionen vor

"Das Land steht wegen den Beschränkungen still, doch wir Krankenschwestern treffen Vorbereitungen", sagt Rosaline. Die Regierung hat Handwaschbecken und Seifenspender an vielen öffentlich zugänglichen Orten eingerichtet, vor allem an Schulen und Kliniken. Hygienevorschriften wurden erlassen.

"Wir und die anderen medizinischen Einsatzkräfte tragen Schutzmasken, wir berühren die Patienten nicht ohne Handschuhe, wir messen bei allen Fieber und wir waschen regelmäßig unsere Hände. Alle medizinischen Geräte werden desinfiziert. Am wichtigsten ist es jetzt, Infektionen vorzubeugen", erklärt sie.

Rosaline klärt lokale Bevölkerung über das Coronavirus auf

Aus dem Einsatz gegen Ebola hat Rosaline gelernt, dass es von großer Bedeutung ist, die lokale Bevölkerung zu informieren und mit ins Boot zu holen, damit sie die Schutz- und Hygienemaßnahmen mittragen. Mit ihrem Motorrad fährt sie bis in die entlegensten Dörfer und klärt die Menschen über die Gefahren auf.

"Am Anfang glauben sie mir nicht, wie gefährlich das neue Corona-Virus ist. Dann sage ich ihnen sehr deutlich, was auf dem Spiel steht. So überzeuge ich sie. Die Menschen vertrauen mir, weil ich auch hier aus der Gegend komme", berichtet Rosaline.

Blick in eine ungewisse Zukunft

Während des Ausbruchs von Ebola war die Krankenschwester schon in der Krankenstation angestellt. Die erste und wichtigste Maßnahme war auch damals Händewaschen. Aus Erfahrung weiß das medizinische Personal heute, dass es besser ist, wenn Kranke in der Klinik isoliert und nicht zu Hause gepflegt werden. Zurzeit greifen sie auf die Schutzausrüstung zurück, die noch aus der Zeit von Ebola übrig blieb. Von CARE bekam das Personal eine neue Grundausstattung.


Rosaline bezweifelt, dass sie auf Dauer ausreichen wird: "Wir machen uns große Sorgen, dass wir keine internationale Hilfe bekommen werden, weil die ganze Welt mit dem Corona-Virus zu kämpfen hat. Dann wird für uns vielleicht keine Schutzausrüstung mehr da sein. Und die finanziellen Mittel könnten auch fehlen."

Sierra Leone: Viele Krankenschwestern starben an Ebola

Als sich Ebola verbreitete, starben viele Krankenschwestern und Ärzte in Sierra Leone. Das erschwert die Bekämpfung des neuen Virus erheblich. Trotz allem will Rosaline die Hoffnung nicht verlieren: "Jetzt sind wir gewarnt. Wir werden uns von Beginn an besser gegen eine Ansteckungswelle wappnen."

Ihr persönlicher Rat an alle lautet: "Schaut auf eure Sicherheit und die Sicherheit eurer Familie. Schützt euch! Haltet euch an die Hygienevorschriften und dann kümmert euch um die Patienten."


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