Sars-CoV-2/COVID-19Studie: COVID-Impfungen im Südsudan

13-08-2021

von CARE

Eine aktuelle Studie der Hilfsorganisation CARE zur Impfkampagne im Südsudan zeigt, dass die Initiative COVAX die Kosten zur Bereitstellung der Vakzine deutlich unterschätzt hat. Während COVAX mit rund 3,16 Euro pro Person für den vollen Impfschutz rechnet, belaufen sich die tatsächlichen Kosten im Land auf rund 18,95 Euro pro Person.

Finanzierungslücken und fehlende Aufklärung verlangsamen Impfkampagne

Die Impfkosten liegen also sechs Mal höher als budgetiert. Aufgrund dieser immensen Diskrepanz in den Budgets für Logistik, Gesundheitspersonal und Mobilisierung sowie Aufklärung mussten 72.000 Impfdosen zurückgegeben sowie 60.000 abgelaufene Impfdosen vernichtet werden.

"Es ist inakzeptabel, dass die Impfstoffe, die im Südsudan dringend gebraucht werden, nicht bei den Menschen ankommen. Und das nur, weil die Kosten für Logistik, Gesundheitspersonal, Trainings und Mobilisierung nicht ausreichend finanziert sind. Damit wird es schwierig, eine effiziente Impfkampagne durchzuführen. Nur mit ausreichender finanzieller Unterstützung kann gewährleistet werden, dass wir die COVID-19-Pandemie stoppen und die Verbreitung von neuen Virusvarianten im Südsudan reduzieren", erklärt Dr. Emmanuel Ojwang, Nahrungs- und Gesundheitskoordinator bei CARE im Südsudan.

Südsudan: 54 Millionen Euro für Logistik nötig

Länder wie der Südsudan, der ohnehin über ein sehr fragiles Gesundheitssystem und eine starke Impfskepsis verfügt, müssen für ihre Impfkampagne besonders unterstützt werden. Es braucht dringend globale Investitionen, um eine schnellstmögliche Lieferung von Impfstoffen für mindestens 20 Prozent der am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen weltweit zu gewährleisten.

Nur so kann die Pandemie bis Ende des Jahres deutlich verlangsamt werden. Im Falle des Südsudans erfordert dies allein Investitionen in Höhe von 54 Millionen Euro für Logistik.

Frauen infizieren sich häufiger mit dem Corona-Virus

"Bei der Verteilung der Impfdosen muss zudem sichergestellt werden, dass Frauen und Männer gleichermaßen berücksichtigt werden", betont Dr. Emmanuel Ojwang.

"Aktuell sind in den Gebieten, in denen CARE tätig ist, mehr als 70 Prozent der COVID-19-Fälle weiblich, dennoch bekommen sie im landesweiten Vergleich nur 25 Prozent der verfügbaren Impfdosen. Hier müssen dringend neue Strategien entwickelt werden, damit die Impfstoffe alle Geschlechter gleichermaßen erreichen."

Frauen bei Impfungen und medizinischer Versorgung benachteiligt

70 Prozent des Gesundheitspersonals, das an vorderster Front gegen die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie kämpft, ist weiblich. Dennoch werden Frauen bei der Verteilung der Impfstoffe benachteiligt. Dies liegt vor allem an einer Kombination aus sozialen Normen, die Frauen beispielsweise den Zugang zu medizinischen Dienstleistungen erschweren und an dem verbreiteten Glauben, dass sich Männer eher mit COVID-19 infizieren als Frauen.

Zuletzt befürchten viele Frauen fälschlicherweise, durch eine Impfung unfruchtbar zu werden. Hier müssen dringend Mobilisierungs- und Aufklärungskampagnen gestartet werden, um diese spezifischen Barrieren zu überwinden. Nur so können genug Menschen weltweit geimpft und damit die Pandemie besiegt werden.


Die komplette Studie von CARE können Sie hier lesen (englische Version).

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