von CARE
Der CARE-Krisenreport untersucht jährlich die globale Online-Berichterstattung humanitärer Krisen. Die jetzt erschienene zehnte Ausgabe des Berichts zeigt: Die Zentralafrikanische Republik führt mit nur 1.532 Online-Artikeln die Liste der im Jahr 2025 am wenigsten beachteten Krisen an. Ein langanhaltender Konflikt führt dazu, dass mehr als 2,4 Millionen Menschen in Not sind.
“Aufmerksamkeit ist eine Frage der Menschenwürde”
Etwa jeder fünfte Mensch ist auf der Flucht. Zugleich verzeichnet das Land mit der diesjährigen Platzierung einen traurigen Rekord: Die Zentralafrikanische Republik ist in jeder der zehn Ausgaben des CARE-Krisenreports seit 2016 vertreten.
"Seit einem Jahrzehnt lenkt der CARE-Krisenreport den Blick auf humanitäre Notlagen, die Gefahr laufen, aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verschwinden", sagt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. "Doch Aufmerksamkeit ist eine Frage der Menschenwürde und des Überlebens. Denn wo Krisen unsichtbar bleiben, fehlt oft auch die finanzielle Unterstützung. Für Menschen in Krisenregionen bedeutet das unter anderem weniger Nahrung, weniger medizinische Versorgung, weniger Hoffnung."
Klimawandel verstärkt die Krise in Afrika
Den zweiten Platz auf der Liste belegt Namibia, wo 1,3 Millionen Menschen sich nicht ausreichend ernähren können. Sambia nimmt Platz drei ein: Dort sind 5,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Während im diesjährigen CARE-Krisenreport zwar auch Honduras und Nordkorea gelistet sind, liegen weiterhin acht der zehn am stärksten vernachlässigten Krisen in Afrika.
Ein zentraler gemeinsamer Nenner: Der Klimawandel wirkt als massiver Krisenverstärker - durch häufigere und intensivere Wetterextreme, Ernteausfälle sowie steigenden Druck auf die Versorgung mit Wasser und Nahrung.
Klimaphänomen als Ursache für Dürre und Hunger
So auch in Simbabwe, wo Dürre die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen, insbesondere in ländlichen Gebieten, gefährdet. "Es war erschütternd zu sehen, wie das Ausmaß der durch El Niño verursachten Dürre 2023/24 in Simbabwe medial weitgehend übersehen wurde. Millionen Menschen waren von den Folgen noch im Jahr 2025 betroffen, Gemeinden kämpften um Zugang zu sauberem Wasser und Nahrung.
Die geringe internationale Aufmerksamkeit ist nicht gerade hilfreich, wenn notleidende Familien dringend auf Unterstützung hoffen", sagt Charlene Pellsah Ambali, stellvertretende CARE-Länderdirektorin in Simbabwe. "Die Welt muss solche Katastrophen wahrnehmen - erst dann entsteht der Druck, schnell und ausreichend zu handeln."
EU: “Keine Krise darf in Vergessenheit geraten”
Auch die Europäische Union betont die Bedeutung, vergessene Krisen sichtbar zu machen und humanitäre Hilfe dort zu stärken, wo Aufmerksamkeit fehlt. "Vergessene Krisen sind oft komplex und langwierig. Von den Medien - und häufig auch von Geldgebern - werden sie übersehen, bleiben aber dennoch harte Realität. Für die notleidenden Menschen sind diese Krisen keineswegs vergessen", sagt Hans Das, stellvertretender Generaldirektor und Chief Operations Officer für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (DG ECHO).
Die zehn vergessenen Krisen 2025
Jede fünfte Person ist auf der Flucht.
1,3 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen.
5,5 Millionen Menschen müssen mit Hilfsgütern versorgt werden.
Vier Millionen Menschen sind von Ernährungsunsicherheit betroffen.
Über 50 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.
Fast 11 Millionen Menschen sind von Unterernährung betroffen.
2,6 Millionen Menschen - die Hälfte davon Kinder - sind in Not.
1,2 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen.
Ein Viertel der Kinder unter fünf Jahren ist mangelernährt.
Rund jede siebte Person ist auf humanitäre Hilfe angewiesen.
CAREs jährlicher Bericht über vergessene Krisen ist eine eindringliche Erinnerung an diese Realität und ein wertvolles Instrument, damit zumindest etwas Licht ins Dunkel gebracht wird.
Hintergrund zum CARE-Report
Für den zehnten CARE-Krisenreport hat der internationale Medienbeobachtungsdienst Meltwater fünf Millionen Online-Artikel aus etwa 345.000 Online-Medien in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch ausgewertet.
Untersucht wurde der Zeitraum vom 1. Januar bis 30. September 2025. Auf Basis einer Liste von 43 humanitären Krisen, die jeweils mindestens eine Million Menschen betreffen, wurden jene zehn Krisen ermittelt, die die geringste mediale Aufmerksamkeit erhielten.
+++ Spendenaufruf +++
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