Eine Frau und Kinder im Irak - im Grenzgebiet zum Iran hat ein Erdbeben viele Verletzte gefordert

NewsSchweres Erdbeben erschüttert iranisch-irakisches Grenzgebiet

13-11-2017

von Aktion Deutschland Hilft

Bei einem Beben der Stärke 7,3 im iranisch-irakischen Grenzgebiet wurden Tausende Menschen verletzt, die Zahl der Toten liegt bei als mehr als 400. Weitere Opfer werden befürchtet.

Nach Angaben von Forschungsstellen lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der iranischen Provinz Kermanschah. Es gab bislang zwei schwächere Nachbeben.

Dünn besiedelte und schwer zugängliche Bergregion

Die abgelegene Region in den Bergen ist dünn besiedelt. Die Gebiete sind teils schwer erreichbar. In der verstreut besiedelten Gegend gibt es kaum Hilfsgeräte. Die Menschen dort leben in einfachen Verhältnissen.

Wie entsteht ein Erdbeben?

Die meisten Erdbeben haben ihre Ursache in der Plattentektonik der Erde. Die Erdkruste, die äußerste Schicht der Erde, besteht aus mehreren großen Krustenplatten. Aufgrund von Konvektionsströmen im Erdinneren geraten die Platten in Bewegung, driften voneinander weg oder stoßen zusammen. Besonders erdbebengefährdet sind daher Regionen, die in der Nähe der Plattengrenzen liegen. Wird durch die Reibung der Platten der Druck zu groß oder verkeilen sich zwei Platten ineinander, kommt es zu einem Bruch und die Spannungen entladen sich in einem Beben. Erfolgt das Beben auf See, kann es gewaltige Tsunamis auslösen.

Welche Regionen sind besonders gefährdet?

Verheerende Erdbeben entstehen vor allem an konservativen und konvergenten Plattengrenzen.
An konservativen Plattengrenzen schieben sich zwei Platten aneinander vorbei. Ein Beispiel hierfür ist die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien, an der sich die Pazifische und die Nordamerikanische Platte aneinander vorbeischieben. Die dadurch entstehenden Erdbeben bedrohen die Millionenmetropole San Francisco.
An konvergenten Plattengrenzen stoßen zwei Platten aneinander. Handelt es sich um eine ozeanische und eine kontinentale Platte, taucht die schwerere ozeanische Platte unter die leichtere Kontinentalplatte ab. Die dabei entstehende Spannung führt zu einem plötzlichen Erdbeben und auf dem Meer folgt diesem häufig ein Tsunami. Ein verheerendes Beben dieser Art ereignete sich im März 2011 in Japan.
Doch nicht alle Erdbeben sind für den Menschen spürbar. Erschütterungen von einer Stärke von unter 2,0 auf der Richterskala können nur von Messinstrumenten wahrgenommen werden. In Deutschland ereignen sich jährlich mehrere Hunderte solcher Erdbeben.

Was ist die Richterskala?

Die Richterskala dient dazu, Aussagen über die Stärke von Erdbeben zu treffen. Sie wurde vom US-amerikanischen Seismologen Charles Francis Richter entwickelt und in den 1930er Jahren eingeführt. Je nachdem wie viel Energie durch ein Erdbeben in Form von seismischen Wellen ausgesandt wird, reicht die Skala von Minus-Werten bis zu Werten über 9.
Ab Stärke 3 oder 3,5 beispielsweise spüren Anwohner in besiedelten Gegenden die Beben. Ab Stärke 5 muss man mit Schäden rechnen und ab Stärke 8 kann ein Erdbeben Zerstörungen in Bereichen von hunderten Kilometern verursachen.

Kommt es auch in Deutschland zu Erdbeben?

In Deutschland werden jährlich mehrere Hunderte Erdbeben gemessen. Diese sind jedoch meistens so schwach, dass die Menschen sie nicht mitbekommen. Nur in seltensten Fällen richtet ein Beben in Deutschland größere Schäden an. Das Land liegt mitten auf der Eurasischen Kontinentalplatte, also weit entfernt von Plattengrenzen. Und zu verheerenden Erdbeben kommt es in der Regel dort, wo die Krustenplatten der Erde aufeinandertreffen.


In der Nacht des Bebens war der Strom ausgefallen. Die Bergungsarbeiten konnten erst am Morgen bei Tageslicht beginnen. Auch deshalb ist das genaue Ausmaß der Katastrophe noch nicht abzusehen. Die meisten Schäden gab in den iranischen Grenzstädten Ghassre Schirin, Sare Pole Sahab und Esgeleh.

Die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft erheben bereits alle notwendigen Informationen, um den Menschen vor Ort schnell Nothilfe zu leisten.

Hintergrund: Gebiet ist anfällig für Beben

Die Region liegt auf mehreren großen Verwerfungslinien und ist deshalb anfällig für Erdbeben. Im Jahr 2003 zerstörte ein Beben der Stärke 6,6 die historische iranische Stadt Bam. Rund 26.000 Menschen kamen ums Leben.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

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