Klimawandel & NothilfeMeteorologische Auswirkungen des Klimawandels

Die schnelle Erwärmung hat katastrophale Folgen für Umwelt, Tiere und Menschen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben Naturkatastrophen auf der Nordhalbkugel zugenommen. Es ist zu erwarten, dass Intensität, Häufigkeit, Dauer und Ausbreitung von wetterbedingten Gefahren in den nächsten Jahren weiter steigen. Unausweichliche Folge des Klimawandels wird sein, dass viele noch besiedelte Weltregionen aufgrund dieser Naturkatastrophen und der Ausbreitung von Wüsten unbewohnbar sind. Auch die steigenden Meeresspiegel stellen Menschen in tiefliegenden Gebieten wie einigen Pazifikinseln vor gewaltige Herausforderungen.

Erderwärmung: Das Klima der Erde im Wandel

Dieser Slider verdeutlicht die Erderwärmung zwischen 1880 und 2016. Die interaktive Grafik zeigt den Wandel der Durchschnittstemperatur der Erdoberfläche.

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Seit Ende der 50er Jahre hat die Schneedecke auf unserer Erde um rund zehn Prozent abgenommen. Die sommerliche Eisdicke in der Arktis hat sogar mehr 40 Prozent ihrer ursprünglichen Ausdehnung eingebüßt. Auch die Gletscher schmelzen weltweit ab. Verschwände das zwei bis drei Kilometer dicke Grönlandeis, würde der Meeresspiegel um etwa sieben Meter ansteigen.

Gletscher schmelzen und der Meeresspiegel steigt

Rund ein Zehntel der Weltbevölkerung lebt nicht mehr als zehn Meter oberhalb des Meeresspiegels in der Nähe von Küsten, viele davon in Megastädten wie Jakarta, Mumbai, Dhaka und Manila. In dicht besiedelten Flussgebieten und Deltaregionen sind Menschen, Häuser und Ackerland von Überschwemmungen bedroht. Der Anstieg des Meeresspiegels hat bereits in vielen Regionen dazu geführt, dass Küstenlinien landeinwärts wandern. Auch Sturmfluten werden drastisch an Häufigkeit zunehmen.

Bereits heute stehen die Bewohner kleiner Pazifik- und Karibikstaaten nicht mehr vor der Frage, ob sie ihre Heimat verlassen müssen, sondern nur, wie lange sie noch auf den heimatlichen Atollen ausharren können, die im Meer versinken.

Aufgrund des Abschmelzens der Gletscher erwärmt sich das Meerwasser. Durch die Vermischung von Salz- mit Süßwasser besteht zudem die Gefahr eines Zusammenbruchs des Golfstroms, in dessen Folge sich die nördliche Halbkugel deutlich abkühlen würde.

Dürreperioden, Starkregen und Wirbelstürme nehmen zu

In weiten Teilen Afrikas und Brasiliens, in den Mittelmeerländern, den USA und Australien wird es in den letzten Jahren immer heißer. Teils monatelang ausbleibender Niederschlag lässt vielerorts die Grundwasserspiegel sinken, die Gefahr von Wald- und Buschbränden wächst. Die Dürreperioden vernichten Ernten und somit die Grundlage vieler Menschen besonders in ärmeren Ländern. Schon jetzt treten immer häufiger schwere Hungersnöte auf.

Die Gefahr von Überschwemmungen aufgrund von Starkniederschlägen nimmt in vielen Regionen zu. Dadurch werden vermehrt Erdrutsche ausgelöst, die oft ganze Dörfer und Straßen verschütten. Durch Wetterphänomene wie El Niño und La Niña sind ganze Länder mit ungewohnten Klimabedingungen konfrontiert.

Auch die Größe, Intensität und Häufigkeit von Orkanen und Wirbelstürmen nimmt weltweit zu. Seit wenigen Jahren treten diese auch außerhalb bisheriger Gefährdungsgebiete auf. So wurde 2004 erstmalig ein tropischer Wirbelsturm im Südatlantik beobachtet, der in Brasilien große Schäden anrichtete, 2005 erreichte der erste tropische Wirbelsturm in Spanien das europäische Festland.

Was ist der Klimawandel?

Unter Klimawandel versteht man die Erwärmung oder Abkühlung der Erdatmosphäre. Eiszeiten oder der Wandel von Wäldern zu Wüstengebieten sind Belege für natürliche Klimaveränderungen, die seit jeher die Erde prägen. Dieser Wandel vollzieht sich im Normalfall über mehrere Jahrtausende, so dass Pflanzen und Tiere genug Zeit haben, sich anzupassen.

Heute steht der Begriff meist für die vom Menschen gemachte und rasch voranschreitende Erderwärmung. Seit über einer Million Jahre war der Gehalt von Treibhausgasen in der Luft nicht mehr so hoch wie heute. In den vergangenen 40 Jahren hat sich unsere Atmosphäre schneller erwärmt als jemals zuvor in der naturhistorischen Geschichte der Erde. Grund dafür ist der vom Menschen beschleunigte Treibhauseffekt.

Was ist der Treibhauseffekt?

Die Erde ist von der Atmosphäre, einer unsichtbaren Lufthülle, umgeben. Die Atmosphäre besteht aus Stickstoff, Sauerstoff und verschiedenen Spurengasen wie Wasserdampf, Kohlendioxid und Methan. Letztere bezeichnet man als Treibhausgase. Der Treibhauseffekt beschreibt, was sie in der Atmosphäre bewirken.

Treibhausgase sind transparent für Sonnenstrahlen, nicht aber für die von der Erdoberfläche ausgehende Wärme-(Infrarot-)Strahlung. Dadurch ist die Wärme gewissermaßen gefangen - wie in einem Treib- oder Gewächshaus. In diesem Vergleich übernehmen die Treibhausgase die Rolle des Glases.

Diesen natürlichen Treibhauseffekt gab es schon immer. Er macht die Erde überhaupt erst für den Menschen bewohnbar.

Wie beschleunigt der Mensch die Erderwärmung?

Durch Energieproduktion, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft werden große Mengen Treibhausgase freigesetzt. Diese reichern sich wegen ihrer langen Verweildauer in der Atmosphäre an. Dadurch heizt sich die Atmosphäre auf. Diesen Vorgang nennt man anthropogenen, also vom Menschen beeinflussten Treibhauseffekt.

Woher weiß man, dass es den Klimawandel gibt?

Durch die Untersuchung von Jahresringen von Bäumen, Zeichnungen von fossilen Muschelschalen und von Meeressedimenten sowie mittels Eisbohrungen können Wissenschaftler belegen, dass die Erde zurzeit eine globale Erwärmung erlebt. So bohren Forscher tief ins Grönland- und Antarktiseis, um Proben hervorzuholen. Diese geben Aufschluss darüber, wie das Klima vor hunderttausenden Jahren war. In diesen Eisproben sind zum Beispiel kleine Luftbläschen eingeschlossen, welche die CO2-Konzentration auf der Erde zeigen. Die Proben belegen: Seit es Menschen auf der Erde gibt, gab es nie eine höhere Konzentration an Treibhausgasen als heute.

Was sind die Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels?

Die schnelle Erwärmung hat katastrophale Folgen für Umwelt, Tiere und Menschen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben Naturkatastrophen auf der Nordhalbkugel zugenommen. Es ist zu erwarten, dass Intensität, Häufigkeit, Dauer und Ausbreitung von wetterbedingten Gefahren in den nächsten Jahren weiter steigen. Unausweichliche Folge des Klimawandels wird sein, dass viele noch besiedelte Weltregionen aufgrund dieser Naturkatastrophen und der Ausbreitung von Wüsten unbewohnbar sind. Auch die steigenden Meeresspiegel stellen Menschen in tiefliegenden Gebieten wie einigen Pazifikinseln vor gewaltige Herausforderungen.

Wie kann Katastrophenvorsorge helfen?

Katastrophenvorsorge soll Menschen in Risikogebieten besser auf Naturkatastrophen vorbereiten. Das Ziel: Leid verhindern, bevor es geschieht und damit Erdbeben, Tsunamis, Wirbelstürme, Erdrutsche oder Dürren nicht zu humanitären Katastrophen werden. Entwicklungsländern fehlt es oft an Geld zur Umsetzung dieser Projekte. Das Paris-Abkommen, eine verbindliche internationale Klimaschutzvereinbarung, sieht deshalb die finanzielle Unterstützung durch die Industriestaaten vor.

Gemeinsam mit den betroffenen Staaten und der Bevölkerung setzen internationale Hilfsorganisationen weltweit Katastrophenvorsorgeprojekte um und entwickeln Strategien, damit Menschen nicht zu Klimaflüchtlingen werden. Auch die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sorgen mit Schulungen oder Baumaßnahmen in vielen Ländern vor, um Menschen besser vorzubereiten und Leid zu lindern.

Was wird bei UN-Klimakonferenzen beschlossen?

Bei der UN-Klimakonferenz treffen sich jedes Jahr Vertreter von Regierungen und Organisationen sowie Experten aus Wirtschaft, Umwelt und Technik, um Lösungen für den menschengemachten Klimawandel zu finden. Zuletzt fanden UN-Klimakonferenzen in Paris (2015), Marrakesch (2016) und Bonn (2017) statt.

Bei der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 einigten sich die Vertreter von 195 Staaten auf eine verbindliche internationale Klimaschutzvereinbarung, das sogenannte Paris-Abkommen. Es gilt als Nachfolger des Kyoto-Protokolls und tritt in Kraft, sobald es von 55 Staaten, die zusammen für mehr als die Hälfte der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, ratifiziert ist.

Wichtigster Beschluss ist, die Erwärmung des globalen Klimas auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Zudem verpflichten sich Industrieländer, Schwellen- und Entwicklungsländer zu unterstützen. Gegenwärtig liegt die globale Mitteltemperatur bereits bei etwa 1 Grad Celsius über dem vorindustriellen  Niveau.

Was ist das 2-Grad-Ziel?

Das 2-Grad-Ziel bezeichnet die Absicht der internationalen Klimapolitik, die Erderwärmung bis 2100 auf höchstens 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Wert zu begrenzen. Es ist Teil des Pariser Abkommens, auf das sich im Dezember 2015 die Vertreter von 195 Staaten bei der UN-Klimakonferenz in Paris einigten.

Stiege die Durchschnittstemperatur über die beschriebene Grenze, würde das Grönlandeis vollständig abschmelzen und der Meeresspiegel stiege um etwa sieben Meter an. Einige Inselstaaten setzen sich für eine maximale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius ein: Ihre Inseln werden überschwemmt, sobald die Durchschnittstemperatur diese Grenze übersteigt.

Gegenwärtig liegt die globale Mitteltemperatur bereits bei etwa 0,8 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Das 2-Grad-Ziel kann nur erreicht werden, wenn die Industrieländer, die historisch gesehen den größten Teil der Erwärmung zu verantworten haben, den Trend ihrer CO2-Emissionen umsteuern und bis 2020 auf ein Drittel reduzieren.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
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