von Aktion Deutschland Hilft/HelpAge
Gloria ist 59 Jahre alt und gehört zum indigenen Volk der Jivi – und sie ist eine Frau, die nicht aufgibt. Früher lebte sie im Südwesten Venezuelas. Doch dort wurde der Alltag immer schwieriger. Die Wirtschaft brach zusammen, Lebensmittel und Medikamente wurden knapp, bewaffnete Gruppen bedrohten ganze Regionen. Wie Millionen andere musste Gloria ihre Heimat verlassen. Seit 2017 lebt sie in Kolumbien.
Seit 2014 haben mehr als 7,7 Millionen Menschen Venezuela den Rücken gekehrt. Viele von ihnen sind wie Gloria nach Kolumbien geflohen, wo heute rund 2,8 Millionen Venezolaner:innen leben. Besonders im Osten des Landes, in abgelegenen Regionen wie Puerto Carreño im Departamento Vichada, sind die Lebensbedingungen für viele Geflüchtete schwierig.
Ein neues Zuhause, ein neuer Alltag
Als Gloria mit ihrer Familie dort ankam, lebten sie zunächst in einer provisorischen Siedlung. Heute wohnt sie in der informellen Gemeinschaft CINER 3, zusammen mit anderen indigenen Familien. Ihr Haus ist klein und einfach, es gibt kein sauberes Trinkwasser und keine sanitären Anlagen – aber es ist ein Ort, an dem sie geblieben ist, um für andere da zu sein.
Denn Gloria trägt Verantwortung: Ihre beiden Enkelkinder leben bei ihr. Die Eltern der Kinder starben vor einigen Jahren bei einem Unfall. Seitdem ist 59-Jährige ihre wichtigste Bezugsperson. Besonders der vierjährige Raphael braucht viel Unterstützung: Er lebt mit einer Behinderung und kann noch nicht laufen. “Ich stehe jeden Tag um vier Uhr morgens auf. Wenn ich etwas zu essen habe, koche ich und kümmere mich um Raphael. Mehr schaffe ich nicht”, sagt sie.
Unterstützung, die entlastet
Lange Zeit trug die Venezolanerin diese Last allein. Doch inzwischen erhält sie Hilfe – und diese verändert ihren Alltag spürbar. Unsere Bündnisorganisation HelpAge unterstützt Gloria und viele weitere ältere Geflüchtete mit Lebensmittelpaketen und Werkzeugen für kleine Hausgärten.
Neben ihrem Haus hat sie nun ein Garten, den sie selbst bewirtschaftet. Auch wenn dieser klein ist – er ist großer Erfolg für Gloria. Ein Stück Selbstständigkeit. Ein Ort, an dem Hoffnung wächst. Auch medizinische Versorgung ist endlich erreichbar: Eine mobile Gesundheitsstation kommt regelmäßig in die Siedlung. Gloria erhält dort Medikamente gegen ihre Diabetes. So muss sie nicht mehr den beschwerlichen zweistündigen Fußweg ins Krankenhaus antreten.
Glorias Blick nach vorn
“Ich wünsche mir, dass meine Enkel nicht so kämpfen müssen wie wir. Ich hoffe, dass sie Wasser haben, genug zu essen und sicher leben können”, sagt Gloria. Ihre Geschichte steht für viele ältere Geflüchtete aus Venezuela: Menschen, die trotz eigener Sorgen Verantwortung übernehmen, die für andere stark bleiben und sich nicht unterkriegen lassen. Menschen, die zeigen, wie viel Kraft in Fürsorge steckt – selbst unter schwierigsten Bedingungen.
Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie unseren Bündnisorganisationen, Menschen wie Gloria und ihre Familie weltweit zu unterstützen. Herzlichen Dank!
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