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Kasachstan – ein Überblick

  • Karte: Kasachstan liegt in Zentralasien und grenzt an Russland, China, Kirgistan, Usbekistan, Turkmenistan und das Kaspische Meer. Die Hauptstadt ist Astana.
  • Staatsform: Kasachstan ist eine präsidentielle Republik.
  • Größe: Kasachstan ist das neuntgrößte Land und das größte Binnenland der Welt.

Leben der Menschen in Kasachstan 

In Kasachstan leben sieben verschiedene Ethnien. Die größte Gesellschaftsgruppe stellen die Kasach:innen (68,5 Prozent) dar. Neben zahlreichen Russ:innen (18,8 Prozent ), Usbek:innen, Ukrainer:innen, Uigur:innen und Tatar:innen leben und lebten auch einige Deutsche in Kasachstan: Im 20. Jahrhundert siedelten viele deutsche Bäuer:innen in das Land aus.

Die Amtssprache ist russisch, obwohl das Land rechtlich unabhängig von Russland ist und die kasachische Bevölkerung ihre eigene Turksprache spricht. Die Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zum islamischen Glauben (70 Prozent), 26 Prozent sind Christ:innen. 

Die verschiedenen Gesellschaftsgruppen innerhalb Kasachstans leben friedlich zusammen. Für LGBTQI+ Personen sind die Bedingungen jedoch oft schwierig.

Human Rights Watch kritisiert, dass homosexuelle Kasach:innen nicht ausreichend vor Gewalt und Diskriminierung geschützt werden. Der Menschenrechtsorganisation sind zahlreiche Diskriminierungs- und Gewaltfälle aus Kasachstan bekannt. Ebenso sei Propaganda gegen LGBTQ+ weiterhin rechtlich erlaubt. 

Zwar gibt es in Kasachstan kein Gesetz, das Homosexualität unter Strafe stellt, jedoch schützt der Staat auch nicht vor Diskriminierung. 

Geschichte von Kasachstan

Kasachstan bestand einst aus vielen kleinen Fürstentümern. Im 13. Jahrhundert wurden diese von den Mongolen annektiert. In den darauffolgenden Jahrhunderten kam es zu zahlreichen Kriegen zwischen den verschiedenen Ethnien und den Nachbarländern. 

Um sich vor künftigen Angriffen zu schützen, schloss sich Kasachstan im 18. Jahrhundert freiwillig dem Russischen Kaiserreich an. Auf die Gründung der Sowjetunion im Jahr 1917 folgten zunächst blutige Straßenkämpfe, bevor das Land 1925 Teil der Sowjetunion wurde. 

Mit dem Beitritt zur Sowjetunion wurde Kasachstan durch den massiven Ausbau von Infrastruktur zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort und zum Zufluchtsort für Vertriebene während des Zweiten Weltkriegs. Gleichzeitig kam es durch die Umstellung der Wirtschaft im Jahr 1932 zu einer Hungerkrise. Millionen Menschen starben. 

Kasachstan nach dem Zerfall der Sowjetunion

Nach dem Zerfall der Sowjetunion kam 1990 Präsident Nursultan Nasarbajew an die Macht. Er regierte das Land bis 2019, obwohl die kasachische Verfassung nach fünf Jahren eine Neuwahl des Staatsoberhauptes vorsieht und eine Wiederwahl nur einmal möglich ist.

Wirtschaftliche Probleme und Korruptionsvorwürfe führten letztlich zum Rücktritt Nasarbajews. Dennoch blieb er verfassungsrechtlich "Führer der Nation", Vorsitzender des Sicherheitsrates und führte indirekt weiterhin Staatsgewalt aus.


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Kasachstan: Politik & Gesellschaft im Umbruch

Um die Jahreswende von 2021 zu 2022 kam es zu Massenprotesten in Kasachstan. Der Grund: Viele Menschen waren wegen massiver Preissteigerungen und der schlechten wirtschaftlichen Situation unzufrieden. Sie forderten einen Regierungswechsel und wirtschaftliche Reformen. 

Die Proteste entwickelten sich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der kasachischen Polizei; unterstützt von russischen Soldaten. 

Als Reaktion auf die Proteste wurden Preiserhöhungen zurückgenommen und dem vorherigen Präsidenten Nasarbajew zahlreiche Befugnisse entzogen. Ebenso erhielt die Hauptstadt "Nur-Sultan", die vom ehemaligen Präsidenten auf seinen Namen umbenannt wurde, ihren ursprünglichen Namen "Astana" zurück. 

Kasachstan ist eine Präsidialrepublik, weshalb der Präsident über zahlreiche Befugnisse verfügt. Daneben werden durch das Parlament Gesetze verabschiedet, welches nach dem Proporzprinzip, also dem Verhältnis zwischen den Sitzen im Parlament und der Verteilung der verschiedenen Ethnien in der Bevölkerung, gewählt wird.

Kasachstan unterhält gute Beziehungen zu Russland und China sowie den USA und den Mitgliedstaaten der Europäischen Union – auch, weil das Land über ein hohes Öl-Vorkommen verfügt.

Ukraine-Krieg: Viele Russen fliehen nach Kasachstan 

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine versuchen viele russische Männer, sich der Wehrpflicht zu entziehen und fliehen nach Kasachstan.

Das Nachbarland ist für sie auch deshalb interessant, weil es sprachlich, kulturell und wirtschaftlich sehr eng mit Russland verflochten ist. Ebenso können russische Männer und Frauen in Kasachstan westliche Sanktionen umgehen, Produkte aus der ganzen Welt erwerben und Geld transferieren.  

Quellen: funk, Human Rights Watch, Merkur, tagesschau, Wirtschaftskammer Österreich (WKO), ZDF (Stand: 10/2022)

 

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