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Unruhen in Libyen, Tunesien und ÄgyptenDeutsche Helfer-Teams unterstützen Flüchtlinge aus Libyen

17-08-2011

Die Vereinten Nationen sprechen mittlerweile von mehr als 267.000 Menschen, die bereits aus Libyen geflüchtet sind, 140.000 allein nach Tunesien, 112.000 nach Ägypten, andere in den Niger und nach Algerien. Mit einem weiteren Anstieg wird gerechnet. Auch ohne gemeinsamen Einsatz von Aktion Deutschland Hilft gibt es Unterstützung aus Deutschland:

Handicap International ist mit drei Teams vor Ort: Jeweils eines in der tunesischen und in der ägyptischen Grenzregion sowie eines in Libyen selbst. Unter anderem werden die Menschen mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgt. Aber auch in der Logistik, im Aufbau von Latrinen und bei der Sicherstellung der Wasserversorgung, der Versorgung eines Krankenhauses
sowie in der psychosozialen Betreuung sind die Helfer aktiv. Insbesondere Familien, die Flüchtlinge aufnehmen werden unterstützt.

Islamic Relief leistet vor allem medizinische Hilfe in Zusammenarbeit mit dem arabischen Ärzteverband, unter anderem für die Versorgung von Krankenhäusern. Mehrere Lastwagen mit Hilfsgütern wurden bereits nach Libyen geschafft. Im Mittelpunkt steht die Versorgung der Flüchtlinge mit Notunterkünften, Wasser und Lebensmitteln sowie die medizinische Versorgung in den Grenzgebieten und im libyschen Bengasi.

action medeor hat vier sogenannte „Emergency Health Kits“, darunter eines für Islamic Relief und eines für die Johanniter, verschickt. Mit den je 900 Kilo schweren Notfallpaketen können kurzfristig jeweils bis zu 10.000 Menschen drei Monate lang medizinisch versorgt werden.

Ein Erkundungsteam der Johanniter war in Tunesien und übergab dort die dringend benötigten medizinischen Güter aus dem Health Kit einem Krankenhaus. Zudem leistete das Team für Flüchtlinge, die am Hafen sowie am Flughafen auf ihre Ausreise warteten, und Menschen in einem Camp medizinische Unterstützung. Auch der Arbeiter-Samariter-Bund hat Helfer aus Deutschland in das tunesische Grenzgebiet entsandt. Sie waren Teil eines UN-Erkundungsteams. Nach eingehender Prüfung, ob und welche Unterstützung sinnvoll ist, kamen sie ebenso wie die Johanniter zu dem Ergebnis, dass Nothilfe in der derzeitigen Situation nicht gebraucht wird. Falls sich die Bedarfslage ändert, stehen die Teams für erneute Einsätze bereit.

Unruhen in Libyen, Tunesien und Ägypten © Das Bündnis der Hilfsorganisationen