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Sudan - Darfur / TschadSudan vor dem Referendum

06-01-2011

Sudan

Einwohnerzahl¹ 43,9 Mio. (82,2 Mio.*)
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (2010)² 1.643 US$ (40.512 US$)
Alphabetisierungsrate¹ 61,1% (99%)
Lebenserwartung¹ 54 Jahre (79 Jahre)
Kindersterblichkeitsrate¹ 72 von 1000 (4)
HIV/Aids Verbreitung bei Erwachsenen¹ 1,4% (0,1%)

Tschad

Einwohnerzahl¹ 10,5 Mio. (82,2 Mio.*)
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (2010)² 743 US$ (40.512 US$)
Alphabetisierungsrate¹ 25,7 % (99%)
Lebenserwartung¹ 47 Jahre (79 Jahre)
Kindersterblichkeitsrate¹ 97 von 1000 (4)
HIV/Aids¹ 3,5 % (0,1%)

¹ CIA Factbook
² International Monetary Fund
*In Klammern deutsche Vergleichsdaten, Quellen: CIA Factbook und International Monetary Fund

Am 09. Januar 2011 entscheiden die Menschen im Süd-Sudan mit einem Referendum, ob ihre Region ein unabhängiger Staat vom Norden des Landes werden soll. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1956 herrschen im Sudan politische, religiöse, wirtschaftliche und soziale Spannungen die, bis auf die Jahre 1972 bis 1982, zu Bürgerkriegen innerhalb des Landes führten. Im Sudan gibt es aus diesem Grund mehr als vier Millionen Flüchtlinge und Vertriebene. Im Jahr 2005 einigte sich die Regierung in Khartum auf ein Friedensabkommen, welches dem Süd-Sudan Autonomie gegenüber dem Norden gewährt. Laut den Vereinten Nationen sind seit dem Friedensabkommen mehr als 320.000 Flüchtlinge vom Exil in den Süden des Sudans zurückgekehrt. Doch die Rückkehrer stehen oftmals vor dem Nichts und benötigen dringende Unterstützung von Hilfsorganisationen. Auf Grund der durch das Referendum entstehende Unruhen und möglichen gewaltsamen Ausbrüche, sind in der nächsten Zeit weitere Flüchtlingsströme zu erwarten.

Neben dem im Januar 2005 beigelegten Nord-Süd-Konflikt ist es in den vergangenen Jahren in anderen Regionen – vor allem dem west-sudanesischen Darfur – zu undurchschaubaren Machtkämpfen und wechselnden Bündnissen zwischen Rebellengruppen gekommen. 2003 eskalierte die Situation in Darfur und viele Menschen verloren ihr Leben, wurden ausgeplündert, vergewaltigt und verschleppt. 250.000 Menschen flohen in den Tschad, 2,6 Millionen Menschen sind Binnenflüchtlinge in Darfur und leben in Camps oder überfüllten Kleinstädten. Dort kamen etwa 300.000 Menschen bei den blutigen Auseinandersetzungen ums Leben.

Aktion Deutschland Hilft vor Ort:

action medeor sendet Medikamente und medizinisches Equipment in die Flüchtlingslager im Sudan, die dort den hilfsbedürftigen Menschen zu Gute kommen.

Sudan Referendum
Sudan Referendum

CARE verbessert mit Unterstützung in der Nahrungsmittelproduktion, dem Aufbau der Infrastruktur und der medizinischen Grundversorgung die Situation der Flüchtlinge und Heimkehrer im Süd-Sudan. Mit der Gründung von Friendensclubs und der Ausbildung von Streitschlichtern fördert CARE den Dialog zwischen verschiedenen Konfliktparteien. In Darfur unterstützt CARE die Menschen in einem Flüchtingscamp und kümmert sich dort um die medizinische Versorgung der vielen Binnenflüchtlinge und der Bewohner der umliegenden Dörfer.

HELP kümmert sich um den Aufbau der Trinkwasserversorgung in Flüchtlingslagern im Tschad und betreibt Gesundheitsprogramme. Seit März 2006 führt HELP die gesamte Sanitär- und Gesundheitsvorsorge für Am Nabak. Dort unterstützt die Organisation Latrinenbau, Hygienekurse, ganzheitlich gesundheitliche Aufklärung und Malariabekämpfung. Zudem wird der OP-Bereich des einzigen Krankenhauses mit OP-Saal in Abéché maßgeblich durch HELP vorangetrieben.

Die Johanniter haben in den vergangenen Jahren in verschiedenen Städten in Darfur die Krankenhäuser saniert und mit Medikamenten und medizinischen Geräten ausgestattet. Sie arbeiten an der Verbesserung der basismedizinischen Gesundheitsversorgung des Süd-Darfur mit dem Ziel den Menschen die Möglichkeit zu geben Krankenhäuser aufzusuchen und medizinisch versorgt zu werden.

Die Malteser betreiben im Süd-Sudan Gesundheitsprojekte. Dazu zählen Maßnahmen wie Schulungen für Gesundheitspersonal, Gesundheitsaufklärung, Impfkampagnen, Routineimpfungen für Schwangere und Kinder sowie Vor- und Nachsorgeuntersuchungen für Schwangere. Zudem führen die Malteser in drei Standorten im Süd-Sudan ein Lepra- und Tuberkulose- sowie ein HIV- Kontrollprogramm durch und helfen die dort verbreitete Schlafkrankheit einzudämmen. In Rumbek (Süd-Sudan) unterstützen die Malteser eine Laborschule und eine Klinik.

World Vision ist in Darfur und im Norden und Süden des Sudans tätig und unterstützt die Menschen zusammen mit lokalen Organisationen vor Ort. World Vision versorgt die Menschen mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und leistet Hygieneschulungen. Im Fokus ihrer Hilfsleistungen liegt die Versorgung von Kleinkindern und Schwangeren sowie stillenden Müttern. Zudem bekommen mehr als 34.000 Kinder und Jugendliche, die von den Konflikten in Darfur betroffen sind, schulische und psychologische Betreuung. Auf Grund der schlimmen Situation, die durch den bevorstehenden Volksentscheid verschärft werden könnte, bekam World Vision eine Million US-Dollar vom UN Büro für die Koordination humanitärer Hilfseinsätze (OCHA) zur Verfügung gestellt, um die Versorgung der Menschen weiterhin zu gewährleisten.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
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Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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