Sudan - Darfur / TschadReisebericht aus dem Tschad

06-07-2004

Eindrücke von vor Ort

WORLD VISION hat im Juni Regenschutz-Planen, Kochgeschirr und andere Hilfsgüter für die Darfur-Flüchtlinge in den Tschad geflogen. Daniel Ginsberg aus Hessen, zuständig für die Logistik von Hilfstransporten bei WORLD VISION Deutschland, begleitete den Transport und besuchte mehrere Flüchtlingslager im Wüstengebiet der Grenzregion zum Sudan. "Den Hilfsflug in den Tschad zu organisieren war fast ein Kinderspiel im Vergleich zum anschließenden Landtransport nach Abeché, dem Verwaltungszentrum der Flüchtlingslager.

Die Entfernungen sind riesig und die Straßenverhältnisse so schlecht, dass man sogar mit einem Vierrad-Geländewagen 15 Stunden benötigt. Doch unsere drei LKW kamen wohlbehalten in Abeché an. Von dort aus war ich dann noch weitere fünf Stunden unterwegs, um Flüchtlingslager in der Nähe von Iriba und Guereda in Augenschein zu nehmen – und das bei trockenen Straßen, denn der Regen hatte noch nicht eingesetzt. Schon am Straßenrand sah und roch ich Anzeichen für Wassermangel: verendete Rinder und Esel überall. Staubtrocken und fast blätterlos fand ich auch die Bäume vor, unter denen noch nicht registrierte Flüchtlingsfamilien Schutz vor der sengenden Sonne suchten. Und vor den Brunnen in den Dörfern, die ebenfalls vielerorts fast ausgetrocknet sind, standen die Mädchen und Frauen sogar nachts Schlange.

Obwohl die Flüchtlingslager kontinuierlich ausgebaut werden, habe ich insgesamt ca. 10.000 unversorgte Flüchtlinge gesehen. Manche berichteten, dass sie seit drei Wochen kaum etwas gegessen hätten. Als ich einige Kinder in die Arme nahm, spürte ich unter ihrer Haut nur die nackten Knochen. Mir wurde berichtet, dass täglich Kinder an Unterernährung und Krankheiten sterben. Besonders traurig machte mich der Anblick einer leprakranken Frau, die ganz allein unter einem Baum saß und völlig hoffnungslos wirkte. Den bereits registrierten Flüchtlingen ging es deutlich besser, denn sie hatten Planen oder Zelte, Wasserkanister und Nahrungsmittel bekommen.

Unsere Hilfsgüter waren den UN-Organisationen und ihren Partnern sehr willkommen und noch vor meiner Abreise konnte ich gemeinsam mit unserem tschadischen Team weitere Hilfsmaßnahmen und Kooperationen mit anderen Hilfswerken anstoßen. Dasselbe hörte ich von unserem Team in Darfur. Ich kann also aus voller Überzeugung sagen, dass sich der Hilfsflug und die Reise gelohnt haben. Gerade deshalb, weil die Flüchtlinge aus dem Sudan direkt von der Hilfe profitieren.&qu

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