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Hungersnot und Bürgerkrieg im Südsudan Nyabels Geschichte: „Es begann mit Kopfschmerzen“

03-07-2015

Text von Erna Mentesnot Hintz (HelpAge)

Unsere Flucht führte uns nach Gambella in Äthiopien

Mein Name ist Nyabel, ich bin 60 Jahre alt und blind. Ich lebe im Tierkedi-Flüchtlingscamp in Gambella in Äthiopien. Ursprünglich komme ich aus dem Verwaltungsbezirk Maiwut im Südsudan. Ich bin Witwe. Mein Mann starb vor vielen Jahren an Typhus. Mit ihm habe ich vier Kinder.

Endlich brauche ich keine Angst mehr um mein Leben zu haben

Vor neun Monaten, flohen meine Familie und ich ins Tierkedi-Flüchtlingscamp. Ich bin froh, dass ich hier bin. Hier bekommt man Essen, man braucht keine Angst um sein Leben zu haben und wird versorgt. Im Südsudan hatte ich Probleme mit meiner Gesundheit, es war nicht sicher und sogar die Nahrungssuche gestaltete sich schwierig. Mein Leben und das Wohl meiner Familie waren durch den Krieg in großer Gefahr.

Meine Familie und ich sind mit dem Bus hierher gekommen. Die UN hat uns hergebracht. Anfangs war es schwer, sich hier im Flüchtlingscamp einzuleben. Ich hatte keine Kochutensilien, nichts zum Putzen und wegen meiner Blindheit war ich bei allem, selbst bei meiner eigenen Körperhygiene, auf meine Tochter angewiesen.

Den Schmerz vergessen

Ich lebe sehr gerne mit meinen Enkeln zusammen. Wir spielen und lachen gemeinsam. Sie machen mich glücklich und helfen mir dabei, den Schmerz der Vergangenheit zu vergessen. Ich verstehe, dass es für meine Tochter schwer sein muss, sie großzuziehen. Sie brauchen so viele Dinge: Nahrung, Anziehsachen und Bildung. Für das alles zu sorgen, ist mit Sicherheit nicht einfach; besonders weil ich ihr nicht dabei helfen kann und sie sich zusätzlich wegen meiner Erkrankung um mich kümmern muss.

Es begann mit einfachen Kopfschmerzen – dann war eines Tages alles schwarz

Vor ein paar Jahren fing alles mit Kopfschmerzen und Schwindelgefühl an. Ich erinnere mich noch daran, wie ich meiner Familie erzählte, dass ich die Dinge immer verschwommener sah, bis eines Tages alles schwarz war und ich nichts mehr sehen konnte. Da verlor ich meine Unabhängigkeit. Nach und nach wurde mein Leben immer schwerer. Ich war so unglücklich und es gab nichts, was ich oder irgendwer sonst hätte machen können, um das zu ändern.

Ein Traum geht in Erfüllung

Ich bekam mit, dass HelpAge International ein Team von Augenspezialisten entsandt hat, um den älteren Menschen in den Flüchtlingslagern zu helfen. Sie kamen zu unserer Unterkunft, um uns darüber zu informieren. Das machte mir Hoffnung. Kurz darauf brachte mich meine Tochter zur Krankenstation und ich bekam eine Karte zur Registrierung. Dann wurde ich operiert.

Und jetzt kann ich sehen. Ich kann das Tageslicht wieder sehen. Nie hätte ich mir erträumt, dass dieser Traum wahr wird. Ich bin sehr glücklich!
Ich danke HelpAge, den Spendern und den Ärzten, die viele Meilen gereist sind, um das Leben einer alten Frau einfacher zu machen. Ich danke Ihnen aus tiefem Herzen.

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