Sudan - Darfur / TschadMalteser Nothilfe-Expertin: "Gebt Darfur eine Chance!"

23-03-2005

In ihrem letzten Fastenbericht 2005 begründet die Malteser Nothilfe-Expertin Birke Herzbruch ihre Hoffnung für den Darfur: Trotz der Unruhen und Konflikte sind es die warmherzigen und offenen Sudanesen, mit denen sie zusammenarbeitet, die sie an eine bessere Zukunft glauben lassen.

Die Nothilfe-Expertin ist seit dem Sommer 2004 im Norden der Krisenregion Darfur tätig und hat Impfkampagnen gegen Kinderlähmung organisiert, Medikamente verteilt, den Wiederaufbau zerstörter Gesundheitszentren veranlasst und Programme zur Weiterbildung von Hebammen unterstützt.

Herzbruch wirbt mit ihren persönlichen Eindrücken für die Aktion der Malteser "40 Fasten-Euro für den Sudan". Die Malteser bitten darum, in den 40 Tagen der Fastenzeit an jedem Tag einen Euro für den Sudan zurückzulegen.

Hier Birke Herzbruchs aktueller Bericht:

"Wir bereiten uns jetzt in der Karwoche auf die dritte Polio-Impfkampagne in diesem Jahr vor. Zudem steht die Erneuerung der Gesundheitsstationen und der durch uns betreuten Entbindungsstation an.

Die medizinische Versorgung in den Lagern um Galab und Shangil Tobaya werden wir solange aufrecht erhalten, bis wir nicht mehr gebraucht werden - das heißt bis die Menschen wieder in ihre Dörfer zurückgekehrt sind und ein wenig mehr Ruhe und Frieden in der Region herrscht.

Es sieht jedoch nicht gut aus. Erst gestern hörte ich wieder von Vergewaltigungen und anderen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung, die ohnehin genug leidet. Kämpfe zwischen Regierungstruppen und arabischen Milizen nehmen zu, und in West-Darfur dürfen die Mitarbeiter der Vereinten Nationen die Provinzhauptstadt erst gar nicht verlassen.

Wen kümmert es, dass allein in den letzten 18 Monaten des Darfurkonfliktes täglich 330 Menschen sterben? 10.000 sind es jeden Monat, die an vermeidbaren oder heilbaren Krankheiten und Unterernährung sterben. Dabei umfasst diese Zahl noch nicht einmal alle Opfer. Die Anzahl der Menschen, die infolge ethnischer Gewalt ums Leben kamen ist nicht bekannt. Geschätzt wird sie auf 50.000.

Aber trotz der schrecklichen Geschehnisse und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht, die von den Konfliktparteien im Darfur begangen werden, erleben wir den Darfur auch von einer anderen Seite. Die Menschen, mit denen wir in unseren Projektgebieten arbeiten, sind engagiert, zuverlässig, vertrauensvoll, offen- und warmherzig. Es sind vor allem diese Menschen, die ihren Beitrag leisten und aktiv mithelfen, die Situation der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung in der Region zu verbessern. Für mich ist das die größte Motivation und es bewegt mich, unsere Aktivitäten fortzuführen und auszuweiten - trotz aller Unannehmlichkeiten und widriger Lebensumstände. Dazu zählt auch das mir auferlegte Fastenopfer, denn seit genau sechs Wochen lebe ich hier ohne Strom.

Dies ist nun mein letzter Bericht zur Fastenzeit 2005. Ostern rückt näher, und ich hoffe, dass Ihnen meine Eindrücke aus Darfur einen kleinen Einblick in unsere Arbeit vor Ort gegeben haben. Die Menschen im Darfur haben eine zweite Chance verdient - und ich weiß, dass diese nicht ungenutzt bleiben wird. Mit Ihrer Hilfe!"

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
jetzt online spenden!

© Das Bündnis der Hilfsorgansationen: Spenden für Sudan Tschad/Darfur