Die Flüchtlingslage im Südsudan spitzt sich nach bewaffneten Konflikten weiter zu. ADRA ist vor Ort und hilft den Menschen.

Flucht und Hunger im Südsudan Hilfe für Binnenvertriebene im Südsudan

25-07-2016

von ADRA

Bundesstaat Upper Nile steht seit Beginn des Bürgerkrieges im Dezember 2013 im Zentrum der humanitären Hilfe. In die Bezirke Nasir und Ulang entlang des Sobat Flusskorridors sind viele Menschen geflohen und haben sich dort angesiedelt. Doch die chronische Ernährungsunsicherheit ist eine Herausforderung für die Binnenflüchtlinge und Gastkommunen. ADRA fördert die Ernährungssicherheit durch Verteilung von Spezialnahrung, verbesserte Anbaumethoden und durch das Anlegen von Saatgutbanken.

Unsichere Ernährungs- und Existenzgrundlage

Aufgrund des andauernden Konflikts mussten viele Menschen innerhalb Südsudans flüchten und sind gezwungen, sich in sogenannten "safe cattle camps"  und den aufnehmenden Gemeinden entlang des Sobat Flusskorridors in den Bezirken Nasir und Ulang im Bundesstaat Upper Nile aufzuhalten. Ein „safe cattle camp“ ist ein Ort, an dem Nutztiere während der Trockenzeit oder bei Überflutungen untergebracht werden.

Da während des anhaltenden militärischen Konflikts fast die gesamten arbeitsfähigen Männer rekrutiert werden, sendet man Frauen, Kinder, ältere und schwache Menschen zu den Viehherden. Dort sind sie in Sicherheit, allerdings stellt die Ernährung hier ein großes Problem dar. Die anhaltende Krise hat negative Auswirkungen auf eine kontinuierliche Getreideproduktion und führt zu einer chronischen Unterversorgung mit Nahrungsmitteln. Zudem sind die Menschen von Ernteverlusten durch saisonal bedingte Überflutungen und Dürreperioden bedroht. Dadurch kommt es immer wieder zu Vertreibungen, beschränktem Zugang zu humanitärer Hilfe und dem Verlust von Hab und Gut.

Verbesserte Anbaumethoden und Saatgutbanken

ADRA verfolgt im Südsudan das Ziel, die Ernährungssicherheit für 10.000 Haushalte durch nachhaltige Landwirtschaft wiederherzustellen. Hierzu werden Produktionsmittel für besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen bereitgestellt, die aufgrund des Krieges verlorengegangen sind. Außerdem wird Wissen zu verbesserten Anbaumethoden, nachhaltiger Getreideproduktion sowie Vieh- und Fischwirtschaft vermittelt.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist der Aufbau von Saatgutbanken. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass ausreichend Saatgut der wichtigsten Kulturarten und einheimischen Getreidesorten erhalten bleibt und den Bauern für die nächste Aussaat zur Verfügung steht. Zudem wird mit dem Anlegen von Saatgutbanken das Bewusstsein für die Bedeutung einheimischer Kulturpflanzen gestärkt, die Saatgutvielfalt bleibt erhalten und gleichzeitig wird einer Abhängigkeit von Hybridsaatgut entgegengewirkt.

Mit diesen Maßnahmen wird die chronische Nahrungsmittelunsicherheit und Mangelernährung reduziert und langfristig können die Menschen nicht nur ihren Eigenbedarf aus der Landwirtschaft decken, sondern sich durch den Verkauf von Überschüssen auf lokalen Märkten eine zusätzliche Einnahmequelle schaffen.

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