Sudan - Darfur / TschadBundesregierung fördert Gesundheitsprogramm von WORLD VISION

13-09-2004

Die Hilfsorganisation WORLD VISION hat von der Bundesregierung 465.000 Euro erhalten, um dringend notwendige Gesundheitsdienste für etwa 40.000 Binnenflüchtlinge in Süd-Darfur einzurichten. Das ab September laufende Hilfsprogramm beinhaltet die Errichtung einer provisorischen Klinik in einem der ärmsten Stadtteile von Nyala, die Unterstützung des bestehenden staatlichen Krankenhauses und Maßnahmen zur Malaria-Bekämpfung.
Sowohl im Stadtgebiet von Nyala als auch in der Umgebung sind in den vergangenen Monaten zahlreiche Flüchtlingssiedlungen entstanden. Wegen mangelnder Wasserversorgung und Hygiene haben Krankheiten beträchtlich zugenommen. Das Gesundheitsministerium bemüht sich zwar, kostenlose Behandlungen zu ermöglichen, doch die Kapazitäten der Gesundheitsdienste sind längst überstrapaziert. WORLD VISION errichtet daher in dem Stadtteil Kerrare eine Klinik, die auch die Einwohner mitversorgen wird. Es wird die erste Klinik mit einem Betreuungsservice für Opfer sexueller Gewalt sein. Das bestehende Krankenhaus erhält Medikamente, Laboreinrichtungen, Geburtshilfesets und Aufklärungsmaterial. Zur Verhütung von Malaria-Epidemien werden Moskitonetze verteilt.

"Unsere humanitäre Arbeit macht unter den gegebenen Umständen gute Fortschritte", sagt Harry Donsbach, Sudan-Referent bei WORLD VISION Deutschland. "Wir konnten im August in Süd-Darfur eine Krankenstation eröffnen, 40.000 Binnenflüchtlinge mit Nahrungsmitteln versorgen und den Bau von Latrinen und Wasserstellen unterstützen." Zugang zu entlegeneren ländlichen Gebieten bekommt die Hilfsorganisation allerdings laut Harry Donsbach nur "im Schneckentempo". Die Sicherheitslage zu bewerten sei oft sehr schwierig. WORLD VISION befürwortet daher eine Vergrößerung der Beobachtertruppe der Afrikanische Union und ein erweitertes Mandat, das ihr erlauben würde, die Zivilbevölkerung effektiv zu schützen. In diese Bobachtertruppe sollten Kinderschutz-Berater sowie Menschenrechts- und HIV-Experten eingegliedert sein. Zugleich appelliert WORLD VISION an die Konfliktparteien, eine politische Lösung zu suchen.

Der Bundesregierung und der Europäischen Union legt WORLD VISION nahe, sich auch dafür einzusetzen, dass andere Brennpunkte im Sudan nicht aus dem Blick geraten. Harry Donsbach: "Der Friedensprozess im Süden ist bereits ins Stocken geraten. Es wäre für den ganzen Sudan fatal, wenn er nicht bald wieder in Gang käme. Auch in der Region Shilluk am Oberen Nil muss eingegriffen werden, denn dort finden ebenfalls Massenvertreibungen, Morde und Vergewaltigungen statt."

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