von Aktion Deutschland Hilft/Johanniter
“Die Situation im Libanon verschlechtert sich rapide”, sagt Sophia Buller, Länderbüroleiterin Nahost der Johanniter. Trotz des Waffenstillstands dauern die Luftangriffe im Süden des Landes an. Ganze Dörfer wurden zerstört, Tausende Menschen getötet oder verletzt.
Krankenhäuser stoßen an ihre Grenzen
Mehr als eine Million mussten bereits ihre Häuser verlassen. Viele der Vertriebenen flohen im Libanon in weniger betroffene Regionen wie die Bekaa Ebene oder Mount Lebanon. Doch auch dort sind Notunterkünfte – so wie im ganzen Land – längst überfüllt.
“Nur rund zehn Prozent der vertriebenen Menschen halten sich in den zur Verfügung gestellten Notunterkünften auf. Der Großteil findet in Gemeinden Unterschlupf. Andere schlafen in Autos, Parks oder auf der Straße.”
Sophia Buller, Länderbüroleiterin Nahost der Johanniter
Die Folgen des Konflikts spüren nicht nur die Schutzsuchenden, sondern auch die Menschen in den aufnehmenden Gemeinden. Die Infrastruktur des Landes war bereits vor der aktuellen Eskalation anfällig. Nun stoßen insbesondere Krankenhäuser und Gesundheitszentren an ihre Grenzen. Seit Beginn der Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah wurden nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 130 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen registriert.
Mobile medizinische Hilfe

Um die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten, setzen die Johanniter gemeinsam mit ihrem lokalen Partner SAMS mobile Gesundheitsteams ein. Ärzt:innen, Pflegekräfte, Hebammen und Sozialarbeiter:innen fahren Gemeinden und Notunterkünfte an, in denen Vertriebene Schutz suchen. Dort behandeln sie Verletzungen, versorgen chronisch Kranke mit Medikamenten und kümmern sich um schwangere Frauen und Kinder.
“Die öffentliche Infrastruktur ist vor allem in den Fluchtregionen durch das rapide Bevölkerungswachstum stark überlastet. Insbesondere im ohnehin schon fragilen Gesundheitssektor kommt es zu Engpässen, denen wir gezielt entgegenwirken.”
Sophia Buller, Länderbüroleiterin Nahost der Johanniter
Viele von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen
Allein mit ihren acht mobilen medizinischen Teams erreicht die Bündnisorganisation derzeit in der Bekaa Ebene und in der Region Mount Lebanon Tausende Menschen. Doch die Geflüchteten brauchen mehr als medizinische Versorgung. Viele Familien mussten ihre Heimat überstürzt verlassen und konnten kaum etwas mitnehmen.
Häuser, Geschäfte und Felder wurden zerstört. Damit gingen für viele auch ihre Lebensgrundlagen verloren. Gleichzeitig steigen die Preise für Lebensmittel im Land weiter an. Nach aktuellen Schätzungen könnte zwischen April und August 2026 rund ein Viertel der Bevölkerung von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein.
Täglich 3.000 warme Mahlzeiten
Deshalb helfen die Johanniter gemeinsam mit ihrem Partner MAPS auch bei der Versorgung mit warmen Mahlzeiten und lebensnotwendigen Hilfsgütern. In einer Suppenküche erhalten Tausende Menschen täglich Essen. Zusätzlich werden Hygieneartikel, Decken und Haushaltsgegenstände verteilt. Seit 2013 sind die Johanniter im Libanon aktiv. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen unterstützen sie Geflüchtete und besonders vulnerable Familien.
Mit Beginn der aktuellen Eskalation wurde die Hilfe ausgeweitet, um möglichst viele Menschen in der akuten Krise zu erreichen. Für viele bleibt die Lage dennoch ungewiss und eine Rückkehr in ihre Heimatorte aufgrund anhaltender Angriffe und zerstörter Infrastruktur unmöglich. Umso wichtiger bleibt die Unterstützung für die vielen Schutzsuchenden, die zwischen Kämpfen und Flucht auf ein Stück Normalität hoffen.
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis von mehr als 20 Hilfsorganisationen, leistet Nothilfe gemäß dem humanitären Imperativ. Dieser besagt unter anderem: Jeder Mensch hat das Recht, humanitäre Hilfe zu erhalten. Ausschlaggebend ist alleine der Bedarf an Hilfe. Weitere Informationen.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die betroffenen Menschen in Nahost.
Stichwort: Nothilfe Nahost
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Jetzt online spenden!






