Sars-CoV-2/COVID 19Heuschrecken: Bedrohung für 24 Millionen Menschen in Ostafrika

23-04-2020

von TERRA TECH

Rund zwei Monate ist es her, dass TERRA TECH zu Spenden für Kleinbauernfamilien in Äthiopien aufgerufen hat. Seit Herbst letzten Jahres wird Ostafrika von der schwersten Heuschreckenplage seit 25 Jahren heimgesucht. Viele Kleinbauern haben ihre Ernten nahezu vollständig verloren und stehen mit ihren Familien vor dem Nichts. Nahrungsmittelnothilfe ist daher dringend nötig, um die Zeit bis zur nächsten Ernteperiode zu überbrücken.

Heuschreckenplage: Corona steht Hilfsmaßnahmen im Weg

"Die Spendenbereitschaft nach unserem Aufruf hat uns positiv überrascht. Über 50.000 Euro konnten wir bereits für die Nothilfe unseres lokalen Partners Kelem bereitstellen," berichtet Leonie Dylla, Projektleiterin bei TERRA TECH. Für dieses Geld wurden Hilfsgüter, wie zum Beispiel Saatgut, angeschafft. Doch damit enden die guten Neuigkeiten vorerst.

Denn die Hilfe wurde jäh unterbunden. "Aufgrund des Coronavirus wurden Versammlungs- und Reiseverbote in Äthiopien erlassen. Daher können wir derzeit keine der beschafften Hilfsgüter verteilen," erläutert Dylla. Auch die Bekämpfung der Heuschrecken ist im Land momentan nicht wirkungsvoll möglich, die Einsatztrupps dürfen nicht in die betroffenen Regionen reisen. Dabei wäre ein Eingreifen so nötig.

Äthiopien: "Zum Teil sind 100 Prozent der Pflanzen zerstört"

"In Distrikten wie Kallu, Tehuledere und Ambassel vermehren sich die Heuschrecken wieder. Zum Teil sind 100 Prozent der reifen Pflanzen zerstört, auch die Jungpflanzen werden abgefressen," berichtet Abdulaziz Aragie, Geschäftsführer von Kelem.

Da die Situation in Nachbarländern wie Kenia ähnlich ist, zeichnen die Vereinten Nationen ein düsteres Bild. Ein Mitarbeiter warnt bereits, dass künftig 24 Millionen Menschen in Ostafrika ihre Familien nicht mehr ernähren können.

Corona-Einschränkungen sorgen für einen gefährlichen Kreislauf 

Für Äthiopien bedeutet dieses Szenario aktuell, dass die Kleinbauern, die bereits ihre Ernten verloren haben, derzeit kaum Hoffnung auf eine positive Zukunft haben. Zudem sind viele weitere Menschen von Ausgangssperren und wirtschaftlichen Folgen betroffen – insbesondere diejenigen, die als Tagelöhner ihr tägliches Brot verdienen müssen. Diese Entwicklung kann einen gefährlichen Kreislauf in Gang setzten.

Denn Hunger und Mangelernährung machen anfälliger für Krankheiten wie das Coronavirus. Daher ist es wichtig, die Hilfsmaßnahmen nach Beendigung der Corona-Einschränkungen schnellst möglich wieder aufzunehmen und auszuweiten.


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