Nach dem schweren Seebeben in Indonesien überspülten meterhohe Wellen die Küsten vieler Länder rund um den Indischen Ozean.

TsunamisDas richtige Verhalten bei Tsunami-Gefahr

Das richtige Verhalten rettet Leben

Das richtige Verhalten bei einem Tsunami rettet Menschenleben. Daher ist es besonders in gefährdeten Gebieten dringend erforderlich, alarmierende Vorzeichen zu erkennen, um sich rechtzeitig in Sicherheit bringen zu können. Es ist wichtig, sich im Voraus über die potenzielle Tsunamigefahr zu informieren. Wohnt oder arbeitet man in Gebäuden, die an einer gefährdeten Küste liegen, sollte man einen Evakuierungsplan ausarbeiten, damit die Evakuierung im Notfall zügig vonstatten geht und keine Panik ausbricht.

Wie erkennt man einen herannahenden Tsunami

In Risikogebieten warnen Behörden oftmals über Lautsprecher und Sirenen vor herannahenden Tsunamis. Befindet man sich an der Küste und es gibt keine offiziellen Warnungen, sollte man auf natürliche Warnsignale achten: Zu diesen gehören starke Erdbeben oder Beben die länger als 20 Sekunden andauern. Ein weiteres Warnsignal ist ein schneller Anstieg oder auch Rückgang des Wassers, der oft viele hundert Meter Meeresboden freilegt. Beobachtet man dieses Phänomen, sollte man sofort alle Menschen in der näheren Umgebung warnen und sich schnellstmöglich in Sicherheit bringen. Denn dann bleiben nur noch wenige Minuten, bevor die erste Welle auf Land trifft.

Tiere erkennen viel früher als Menschen, wenn ein Tsunami naht. Bei dem Beben vor Sumatra kam kein einziges Tier ums Leben, da sie rechtzeitig und fluchtartig die Küstengebiete verließen. Beobachtet man ein solches Verhalten, sollte man sich auf die natürlichen Instinkte der Tiere verlassen und ebenfalls schnellstmöglich fliehen.

Sichere Orte bei einem Tsunami

Auf dem Meer läuft ein Tsunami unter Booten und Schiffen hindurch, ohne Schäden zu hinterlassen. Empfängt man also Warnsignale auf dem Meer, sollte man auf keinen Fall an die Küste oder in vermeintlich sichere Häfen zurückkehren. Am besten entfernt man sich noch weiter vom Land und verharrt auf dem Meer, bis Entwarnung gegeben wird. Liegen Schiffe noch im Hafen und es bleibt genug Zeit, sollten die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, auszulaufen. Autos sollte man nach Möglichkeit nicht benutzen, da die Straßen vermutlich nach kürzester Zeit verstopft sein werden.

Der einzig sichere Ort auf dem Land ist bei einem Tsunami eine Erhöhung wie ein Berg oder Hügel, auf den man sich so schnell wie möglich flüchten sollte. Ist keine natürliche Erhöhung in der Nähe, kann man sich auch auf Dächer stabiler, robuster Gebäude retten. Auf keinen Fall sollte man im Gebäude bleiben. Denn es besteht immer die Gefahr, dass der Tsunami Gebäude mitreißt oder zum Einstürzen bringt. Ist keine Erhöhung in der Nähe, sollte man versuchen, so weit wie möglich ins Landesinnere zu gelangen und dabei von Flusstälern und Lagunen, die den Tsunami weit ins Land tragen können, fernzubleiben.

Wenn man von einem Tsunami eingeholt wird, sollte man versuchen, sich an etwas festzuklammern, um sich über Wasser zu halten. Dies können Trümmer wie Türen und Äste oder auch Baumstämme sein. Sobald das Wasser zu sinken beginnt, besteht die Gefahr, durch den Sog ins Meer gezogen zu werden.

Nach dem Tsunami

Konnte man sich an einen sicheren Ort retten, sollte man dort so lange ausharren, bis von den Behörden Entwarnung gegeben wird. Ein Tsunami kommt oft in mehreren Wellen, die bis zu einer Stunde auseinander liegen können, wobei die nachfolgenden Wellen noch höher sein können als die erste. Man sollte auf keinen Fall versuchen, zwischen zwei Wellen nach Angehörigen zu suchen. Erst nach einer Entwarnung sollte damit begonnen werden, Opfer zu bergen und Verletzte zu versorgen.

Tsunamis zerstören über viele Kilometer hinweg die Infrastruktur und überall wird Hilfe benötigt. Man muss also oft sehr lange auf Unterstützung von außerhalb warten. Ein Notfallplan für das Handeln nach einem Tsunami hilft bei der Organisation der Rettungsmaßnahmen. Denn durch zerstörte Frischwasserversorgung, knappe Nahrungsmittel und einen möglichen Ausbruchs von Seuchen ist die Gefahr nach dem Rückgang des Wassers noch lange nicht gebannt.

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