LandminenLandminen weltweit: Tödliche Kriegsreste

von Aktion Deutschland Hilft

Minen töten Menschen – auch dann, wenn ein Krieg längst als beendet gilt. Landminen und Streubomben sind tödliche Kriegsreste; Gefahren, die Menschen beispielsweise bei der Feldarbeit, der Suche nach Brennholz und Wasser oder beim Spielen auflauern.
Eine kurze Version des Artikels lesen Sie hier.

Minen in ehemaligen und aktuellen Kriegsgebieten – wo gibt es Landminen?

In Südostasien, Afrika und Südeuropa führen verlegte Minen den Menschen seit Jahrzehnten schreckliches Leid zu. Die Kämpfe im ehemaligen Jugoslawien beispielsweise hinterließen zahllose explosive Überreste. Auch die Demokratische Republik Kongo, Angola und Äthiopien sowie Kambodscha, Thailand, Vietnam und Kolumbien sind noch immer belastet.

In aktuellen Konfliktregionen könnten zahllose hinterlassene Landminen und Streubomben ebenfalls noch über viele Jahre Tote und Verletzte fordern. In Afghanistan, Indien, Irak, Myanmar, Nigeria, Pakistan, Syrien, der Ukraine und im Jemen setzten nicht-staatliche Streitkräfte zwischen Oktober 2016 und Oktober 2017 Antipersonenminen ein. In Myanmar und Syrien taten das auch Streitkräfte der Regierung.

Landminenmonitor: Über 8.600 Tote & Verletzte weltweit

Mindestens 8.605 Menschen wurden 2016 weltweit durch Minen getötet oder verletzt. 78 Prozent der Opfer sind Zivilisten und 42 Prozent sind Kinder. Die Dunkelziffern sind weitaus höher, da es nicht überall auf der Welt verwertbare Daten gibt. (Stand: März 2018)


Die Folgen explodierter Sprengkörper sind dramatisch: Angehörige verlieren Partner, Eltern, Kinder oder Freunde. Menschen, die die Wucht der Explosion überleben, kämpfen häufig für immer mit den Folgen: Schwere Behinderungen, Verstümmelungen oder Traumata schränken sie ein. Ein normales Leben, in dem Kinder zur Schule gehen und Erwachsene einem Beruf nachgehen, ist oft nicht mehr möglich.

Oft sind ganze Gemeinden betroffen

Das ist der Fall, wenn die Explosionen Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser und andere öffentliche Gebäude zerstören: Teils werden dort gezielt Minen versteckt. So verzögert sich der Wiederaufbau des öffentlichen Lebens und der Infrastruktur. Wenn landwirtschaftliche Flächen oder Gärten vermint sind, können für lange Zeit keine Nahrungsmittel angebaut werden.

Landminen & Streubomben – der Unterschied

Ob Landminen oder Streubomben: Die Folgen für die betroffenen Menschen sind gleichermaßen verheerend. Doch es gibt Unterschiede zwischen den Explosionswaffen.

Landminen - auch Antipersonenminen oder Antifahrzeugminen genannt - werden direkt unter der Erde, in Fahrzeugen, zwischen Pflanzen oder Spielsachen versteckt. Eine Berührung genügt, um eine Explosion auszulösen.

Streubomben, die bei kämpferischen Auseinandersetzungen eingesetzt werden, verteilen Submunitionen über weite Flächen. Darunter sind zahllose Blindgänger, die noch sehr viel später explodieren können. Sie wirken dann wie Landminen.

Oft sind es weite Flächen, die mit Landminen oder Streubomben kontaminiert sind. Das bedeutet, dass Menschen in einem oft sehr großen Radius nicht mehr gefahrenlos leben können. Auch die Arbeit von Hilfsorganisationen wird erschwert.

Internationaler Tag der Minenaufklärung

Mit dem Internationalen Tag der Minenaufklärung am 4. April – auch Internationaler Tag für die Aufklärung über die Minengefahren und der Unterstützung bei der Minenräumung – machen die Vereinten Nationen jedes Jahr auf die tödlichen Gefahren dieser Kriegsreste aufmerksam. Ziel ist, die Menschen für die große Bedrohung der Explosionswaffen in vielen Teilen der Welt zu sensibilisieren und die Fortschritte der Minenräumung weiter voranzutreiben.

So hilft unser Bündnis Menschen in verminten Ländern

Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind in vielen verminten Regionen weltweit im Einsatz. Erfahren Sie mehr über unsere Hilfe in betroffenen Ländern:

Minenräumung

  • Wir prüfen vor Ort, wo sich gefährliche Gebiete befinden
  • Wir spüren Minen mit Metalldetektoren oder von Hand auf. Dabei ist ein dreiköpfiges Team im Einsatz:
  • Zwei Menschen wechseln sich ab, eine dritte Person überwacht die Minenräumung
  • Wir setzen bei der Räumung Maschinen in schwer zugänglichen Landstrichen ein, die Gestrüpp entfernen und den Boden lockern
  • Wir bilden Minenspürhunde aus. Erst nach der Ausbildung auf einem Trainingsfeld kommen sie auf echten Minenfeldern zum Einsatz
  • Wir führen kontrollierte Sprengungen durch
  • Wir bilden Fachkräfte für Minenräumungen aus

Risikoaufklärung & Sensibilisierung

  • Wir machen Menschen in betroffenen Gebieten mit landesweiten Kampagnen, Werbung und Broschüren auf die Gefahren durch Minen aufmerksam
  • Wir unterstützen Hotlines, bei denen verdächtige Gegenstände gemeldet werden können
  • Wir organisieren Veranstaltungen in betroffenen Gebieten und klären die Menschen in Kindergärten, Schulen und Flüchtlingscamps über die Gefahr durch Minen auf
  • Wir sorgen dafür, dass Menschen die Risiken von Landminen kennen und wissen, wie sie sich richtig verhalten
  • Wir geben Kurse, damit die Menschen nach Minenunfällen Erste Hilfe leisten können

Nothilfe & Rehabilitation

  • Wir leisten medizinische Hilfe in Krankenhäusern
  • Wir bieten juristische Hilfe und klären Minenopfer und deren Angehörige über ihre Rechte auf
  • Wir stellen Minenopfern Prothesen bereit und unterstützen sie beim Wiedereinstieg in den Beruf
  • Wir leisten Minenopfern psychologische Hilfe, damit sie das Erlebte verarbeiten können
  • Wir arbeiten mit Organisationen für behinderte Menschen zusammen
  • Wir verteilen Unterrichtsmaterialien, Schultaschen und Schuluniformen an Familien, in denen der Hauptverdiener durch einen Minenunfall arbeitsunfähig ist und sich die Eltern den Schulbesuch der Kinder nicht leisten können

Baumaßnahmen

  • Wir helfen beim Wiederaufbau von zerstörten Gebäuden oder Straßen
  • Wir unterstützen den Bau von Rollstuhlrampen und verbreitern Türen, damit Menschen im Rollstuhl in ihr Zuhause können


Quellen: Handicap International, Help – Hilfe zur Selbsthilfe, CARE, Johanniter, bpb, Landmine Monitor 2017



Kurzversion:
Landminen weltweit

Landminen sind tödliche Waffen. 2016 wurden weltweit mindestens 8.605 Menschen durch explosive Sprengsätze getötet und verletzt. Betroffen sind vor allem die Einwohner ehemaliger Kriegsländer. Auch in heutigen Konfliktregionen wie Syrien kommen Minen zum Einsatz. Sie lauern im Boden und bringen die Menschen über viele Jahre in Gefahr.

Die Folgen für die Opfer von Landminen und Streubomben sind dramatisch. Schwere Behinderungen, Verstümmelungen oder Traumata schränken die betroffenen Menschen oft ein Leben lang ein. Auf verminten landwirtschaftlichen Flächen können Menschen lange Zeit keine Nahrungsmittel anbauen.

Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind in vielen verminten Regionen weltweit im Einsatz. Die Vereinten Nationen machen jedes Jahr am 4. April, dem Internationalen Tag der Minenaufklärung, auf die tödlichen Gefahren dieser Kriegsreste aufmerksam.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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