Kinder in NotStraßenkinder

Zuhause ist für viele Menschen ein zutiefst positiv besetzter Ort. Zuhause ist da, wohin man sich nach einem anstrengenden Tag zurückzieht, wo man sich wohl und in Sicherheit fühlt. Gerade für Kinder ist die Geborgenheit eines sicheren Zuhauses besonders wichtig. Doch laut UNESCO haben 100 Millionen Kinder weltweit gar kein Zuhause, zumindest keines, das sich als solches bezeichnen ließe. Sie leben auf der Straße.

UNICEF unterscheidet zwischen „Kindern auf der Straße“ und „Kindern der Straße“. In die erste Kategorie fallen Kinder, die zwar noch ein Zuhause haben, diesem aber aus unterschiedlichen Gründen – Armut, Elend, häusliche Gewalt oder sonstige Not – häufig die Straße vorziehen. Sie kehren in der Regel abends wieder nach Hause zurück. „Kinder der Straße“ haben nur die Straße als ständiges Zuhause, sie sind entweder Waisen oder sie können oder wollen aus anderen Gründen nicht nach Hause zurück. Straßenkinder gibt es überall auf der Welt, es besteht kein Unterschied zwischen reichen und armen Ländern. Auch in Deutschland leben laut UNESCO schätzungsweise 10.000 Kinder auf der Straße.

Gründe um von Zuhause – wenn es denn ein Zuhause gibt – wegzugehen, gibt es für viele Kinder genug. Wenn die Familie in extremer Armut lebt, werden Kinder mitunter von den Eltern selbst auf die Straße geschickt, um etwas zum Lebensunterhalt beizutragen. Wenn prekäre Not und Hunger zuhause an der Tagesordnung sind, müssen viele versuchen, sich auf der Straße selbst durchzuschlagen. Instabile Familienverhältnisse, Gewalt und Missbrauch durch die eigenen Eltern sind weitere Gründe dafür, dass Kinder die Straße dem Zuhause vorziehen. Auf der Straße sind sie vollkommen auf sich allein gestellt und müssen zusehen, wie sie ihr tägliches Überleben fristen. Straßenkinder leben oft unter unzumutbaren Bedingungen. Die meisten von ihnen haben keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Überdies fehlt es an medizinischer Versorgung geschweige denn an ausreichender und ausgewogener Ernährung. Und nicht zuletzt an Fürsorge, auf die doch jedes Kind einen Anspruch hat.

Das Leben auf der Straße hingegen ist oft ein Kampf. Geld verdienen sich viele mit Schuhputzen, Autowaschen oder dem Verkauf etwa von Zigaretten. Andere sammeln Müll, betteln oder stehlen. Im schlimmsten Fall werden Straßenkinder zur Prostitution oder zum Drogenhandel getrieben und rutschen in die Kriminalität. Oft nehmen Kinder selbst Drogen, um die harte Realität um sich herum für kurze Zeit vergessen zu können. In vielen Gesellschaften sind Straßenkinder der Obrigkeit ein Dorn im Auge. Ihnen wird mit Gewalt und Brutalität begegnet, mancherorts – etwa in Brasilien – werden Straßenkinder von Todesschwadronen verfolgt und getötet.

Laut dem letzten UNICEF-Bericht „Zur Situation der Kinder in der Welt 2012“ werden rund eine Milliarde Kinder – fast die Hälfte aller Kinder weltweit – heute in Städten groß. Jedes dritte Kind davon lebt im Slum, wo oft katastrophale Zustände herrschen. Auch die Schutzlosigkeit von Millionen Kindern auf der Straße hat Ausmaße erreicht, die niemand weiter tolerieren darf. Kinder haben laut Konvention der Rechte des Kindes ein Recht auf ein Zuhause, ein Recht auf Fürsorge und eine Kindheit. Hilfsorganisationen setzen sich weltweit dafür ein, dass diese Rechte keine leeren Versprechungen bleiben, holen Kinder wieder von der Straße und versuchen, ihnen ein neues Zuhause zu geben und die Fürsorge zuteil werden zu lassen, die Kinder brauchen.

Quelle: UNICEF Bericht 2012, UNESCO

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