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Katastrophenvorsorge187 Länder verabschieden in Japan neue Strategie zur Reduzierung von Katastrophenrisiken

Bündnismitglieder von „Aktion Deutschland Hilft“ bemängeln Zurückhaltung reicher Länder bei der Finanzierung von Katastrophenvorsorge weltweit

Zum Abschluss der dritten Weltkonferenz zum Thema Katastrophenvorsorge, die vom 14. bis 18. März 2015 im japanischen Sendai stattfand, kommentieren Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft die Ergebnisse der neuen Strategie zur Reduzierung von Katastrophenrisiken.

„Es ist vorrangig, dass sich die Staatengemeinschaft auf eine globale Strategie und gemeinsame Maßnahmen geeinigt hat, um die Risiken von Naturkatastrophen zu verringern“, sagt Bernd Pastors, Vorstandsvorsitzender von Aktion Deutschland Hilft. „Größere Investitionen in die Katastrophenvorsorge sind allerdings dringend nötig, denn die geplanten Gelder werden nicht ausreichen, wenn die Klimaerwärmung nicht unter zwei Grad bleibt.“

Die Dringlichkeit der Finanzierung betonen auch die Johanniter: „Wir hoffen, dass durch die Konferenz das Thema Katastrophenvorsorge und seine Bedeutung besonders für die arme Bevölkerung in den Partnerländern immer bekannter wird und verstärkt Gelder dafür bereitgestellt werden – nicht erst nach einer Katastrophe. Nur so können wir Menschenleben, Infrastruktur und die Wirtschaft eines Landes erhalten. Gerade der Zyklon Pam, der zeitgleich zur Konferenz auf Vanuatu schwere Verwüstungen angerichtet hat, zeigt, dass wir stärker in sturm- und erdbebensichere Häuser, verbesserte Infrastruktur und Katastrophenschutzeinheiten investieren müssen. Das Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden hätte geringer sein können“, sagt Jutta Meissner, Fachbereichsleiterin für Südostasien und Lateinamerika bei der Johanniter-Auslandshilfe. Harry Donsbach, Abteilungsleiter Humanitäre Hilfe bei World Vision, bemängelt, dass seitens der reichen Länder die Zusagen für die Umsetzung der Ziele immer weiter verwässert wurden. „Die Industrieländer sind wenig glaubwürdig, wenn Ziele proklamiert werden, unsere Regierungen aber kaum gewillt sind, dafür Gelder bereitzustellen. Damit werden die Aussichten für bei Katastrophen besonders gefährdete Menschen nicht verbessert.“

Die sieben Ziele, die durch das nun verabschiedete Rahmenwerk in den nächsten 15 Jahren erreicht werden sollen, sind: Signifikante Reduzierung der Todesrate bei Katastrophen, signifikante Reduzierung der Betroffenen, Reduzierung der wirtschaftlichen Schäden in Relation zum Bruttoinlandsprodukt, signifikante Verringerung der Schäden an Infrastruktur und öffentlichen Einrichtungen inklusive Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, eine bis 2020 wachsende Anzahl an Ländern mit Strategien zu nationaler und lokaler Risikovorsorge, verbesserte internationale Kooperation und verbesserter Zugang zu Frühwarnsystemen und besseres Verstehen von Katastrophenvorsorgerisiken.

Im Fall einer Katastrophe sind es bedürftige Kinder und Jugendliche, alte und kranke Menschen, Frauen und Menschen mit Behinderung die besonderen Schutz benötigen. Martin Kunstmann, der für den Arbeiter-Samariter-Bund in Sendai war, unterstreicht "Nur wenn alle Menschen in von Naturkatastrophen betroffenen Regionen beteiligt und involviert sind, funktioniert die Katastrophenvorsorge effektiv. Als Gründungsmitglied des ‚Disability Inclusive DRR Netzwerks‘ setzt sich der ASB daher für die Stärkung besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen, wie beispielsweise Menschen mit Behinderung, ein." Auch Malteser International gehört zu diesem Netzwerk und betont die Bedeutung von Familien für die Minimierung von Katastrophenrisiken.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die Katastrophenvorsorge:

Spenden-Stichwort: Katastrophenvorsorge
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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