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Katar – ein Überblick

  • Karte: Katar befindet sich auf der Arabischen Halbinsel und ist selbst eine Halbinsel am Persischen Golf.
  • Staatsform: Das arabische Land ist eine absolute Monarchie mit Beratender Versammlung.
  • Religion: Der Islam ist die Staatsreligion, fast 68 Prozent der Bevölkerung sind muslimisch.

Geschichte & Politik

Katar (zu Deutsch: die Träne) wurde jahrhundertelang von verschiedenen ethnischen Gruppierungen umkämpft. Zwar gewann der Familienclan Al Thani 1822 die Vorherrschaft auf der Halbinsel, doch Angriffe durch den Nachbarstaat Bahrain gefährdeten diese. Die Kämpfe konnten durch die Intervention Großbritanniens beigelegt werden.

Katar ist seit 1971 von Großbritannien unabhängig und seit 1981 Teil des Golf-Kooperationsrats. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Perlenhandel wirtschaftlich signifikant für Katar; später entwickelte sich die Ölförderung zum bedeutendsten Wirtschaftszweig.

Ab 2017 kam es zu einer außenpolitischen Krise: Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten warfen Katar unter anderem vor, islamistische Terrororganisationen zu unterstützen. Daraufhin brachen die Staaten alle diplomatischen Beziehungen zu Katar ab und es kam zu Grenzschließungen für Bürger:innen und Diplomat:innen Katars. Die Lage hat sich in den folgenden Jahren zwar entspannt, gelöst ist der Konflikt aber nicht.  

Die Rechte der Frauen in Katar

Das Leben der Frauen in Katar ist kulturell und politisch stark patriarchal geprägt. Trotz des hohen Bildungsniveaus der Katarerinnen – die Mehrheit der Studierenden an den Universitäten des Landes ist weiblich – kümmert sich die Frau meistens um Haushalt und Kinder und unterliegt der Vormundschaft ihres Mannes. Viele Versuche von Frauen, ihre Rechte gerichtlich geltend zu machen, sind gescheitert: Die Gerichte entschieden auf Grundlage islamischen Rechtes zu Gunsten des Mannes.

Es gibt aber auch positive Entwicklungen für die Frauen in Katar: Seit 2003 haben Frauen das Recht zu wählen. 

WM 2022: Kritik an Menschenrechtsverletzungen 

Ende 2022 findet die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar statt. Es ist die erste WM in einem arabischen Land. Im Vorfeld werden Katar und der FIFA Menschenrechts- und internationale Arbeitsrechtsverletzungen beim Bau von Stadien und Infrastruktur vorgeworfen.

Viele Arbeitskräfte stammen aus Indien und Bangladesch und bezichtigen die Organisator:innen, ihnen keine freien Tage zu gewähren, Löhne monatelange ausbleiben zu lassen und bemängeln die kritischen Sicherheitsbedingungen auf Baustellen. Auch die Unterbringung der Migrant:innen wird von Menschenrechtsorganisationen kritisiert.

Die FIFA dementiert diese Vorwürfe und argumentiert, dass die WM in Katar Reformen angestoßen habe. Einige Fußball-Nationen diskutieren den Boykott des Sportereignisses, bisher hat aber kein Land die Teilnahme abgesagt.


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Quellen: Neue Züricher Zeitung, Wirtschaftskammer Österreich, Knoema, Statistisches Bundesamt, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Sportschau (ARD), Katar-Information.de (Stand: 12/2021)

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