In Indonesien wird das Bildungssystem ausgebaut. Eine Lehrerin steht vor einer Tafel und unterrichtet Lesen und Schreiben.

BildungAlphabetisierung

07-09-2012

„Alphabetisierung ist der Schlüssel zur Linderung menschlichen Elends, zur Entfaltung der Fähigkeiten eines jeden Menschen sowie zu einer Zukunft in Frieden und Hoffnung“, so Kofi Annan in seiner Ansprache zur Eröffnung der Weltalphabetisierungsdekade im Jahr 2003 in New York. In diesem Jahr endet die Dekade, innerhalb der man sich eine massive Reduzierung der Analphabetenquote zum Ziel gesetzt hat. Die Dekade ist Teil des internationalen Entwicklungsziels „Bildung für alle bis 2015“ (Education für All/EFA) das beim Weltbildungsforum in Dakar im Jahr 2000 beschlossen wurde. Insgesamt einigte sich die internationale Gemeinschaft auf sechs Bildungsziele, wobei EFA-Ziel vier speziell auf die Alphabetisierung Bezug nimmt. So heißt es in der Zielbeschreibung: Die Alphabetisierungsrate unter Erwachsenen, besonders unter Frauen, soll bis 2015 um 50 Prozent erhöht werden. Der Zugang von Erwachsenen zu Grund- und Weiterbildung soll gesichert werden. Für die Koordinierung der weltweiten Anstrengungen zur Verwirklichung der EFA-Ziele ist die UNESCO zuständig. Schon 1965 wurde von der UNESCO der Weltalphabetisierungstag eingeführt, der alljährlich am 8. September an die Problematik des Analphabetismus erinnern soll.

Analphabet zu sein bedeutet des Alphabets nicht oder kaum mächtig zu sein

Alphabetisierung

Analphabetismus wird in verschiedene Erscheinungsformen unterschieden. Bei primären bzw. natürlichen Analphabeten ist die Unkenntnis der Schriftsprache auf eine fehlende Schulausbildung zurückzuführen. Sekundäre Analphabeten hingegen haben sich in ihrer Schulzeit rudimentäre Kenntnisse angeeignet, diese aber aufgrund fehlender Anwendung wieder verloren. Eine weitere Form ist der funktionale Analphabetismus. Menschen, die zu dieser Gruppe gehören, beherrschen die Schriftsprache nur unzureichend und können sich nicht an Aktivitäten beteiligen, bei denen Lesen oder Schreiben erforderlich sind. Dies führt dazu, dass sie nicht gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Alphabetisierungsgrad und Analphabetenquote

Der Alphabetisierungsgrad gibt den Anteil an der Bevölkerung an, der des Lesens und Schreibens mächtig ist. Demnach ist ein möglichst hoher Grad erstrebenswert. Die UNESCO definiert den Alphabetisierungsgrad der Erwachsenen als den Prozentsatz der Bevölkerung ab dem 15. Lebensjahr, der einen einfachen Satz über alltägliche Abläufe lesen, schreiben und geistig erfassen kann. Da der Alphabetisierungsgrad ein Hinweis auf den Bildungsstand der betreffenden Bevölkerung ist, fungiert er oft als Entwicklungsindikator und fließt beispielsweise auch in den Human Development Index ein. Die Analphabetenquote hingegen bezeichnet die Personengruppe, die über keine Schriftsprachkompetenz verfügt.

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