550 Libyen Fluechtlinge

Unruhen in LibyenHandicap International bereitet Minenräumung in Libyen vor

24-10-2011

Sechs Monate nach dem Beginn von Aufklärungsaktivitäten zur Vermeidung von Unfällen mit explosiven Kriegsresten wird Handicap International nun seine Aufgaben in Libyen erweitern: In den kommenden Wochen wird die Hilfsorganisation mit der Räumung von Kampfmitteln (Granathülsen, Munition, Raketen etc.) in verseuchten Landstrichen beginnen. In zwei Teams wird jeweils ein ausländischer Experte für die Schulung und Leitung von sechs libyschen Kampfmittelräumern und einem medizinischen Mitarbeiter zuständig sein. Ihr mindestens sechsmonatiger Einsatz wird vorrangig in Bezirken rund um Tripolis stattfinden, um die am stärksten betroffenen Gebiete zu identifizieren und von explosiven Kriegsresten und Minen zu räumen.

„Wir müssen sofort mit den Räumungsaktionen beginnen“, so Frédéric Maio, Hauptverantwortlicher des Einsatzes von Handicap International in Libyen. „Wenn die Kämpfe zu Ende kommen, möchten die Menschen vor allem in ihre Heimat zurückkehren. Doch in den Bezirken, in denen Auseinandersetzungen stattgefunden haben, verbergen sich zahlreiche Gefahren. Viele Zivilisten gehen unwissentlich Risiken ein.“

Gleichzeitig setzt Handicap International in Libyen die im April mit Unterstützung des Auswärtigen Amts begonnenen Aufklärungsaktivitäten fort. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt im Osten des Landes, seit einiger Zeit auch in Misrata, einer besonders von den Kämpfen betroffenen Stadt, und in Beni Whalid. Dabei werden über Flyer, Plakatwände, Radiosendungen, Veranstaltungen etc. Informationen über die Risiken durch Minen und explosive Überreste des Krieges und mögliche Vorsichtsmaßnamen verbreitet. Ein möglicher Einsatz wird nun auch für die bis vor kurzem noch schwer umkämpfte Stadt Syrte geprüft.

Handicap International verfügt derzeit über ein Team von rund 20 Festangestellten, das bald durch sechs ausländische Experten ergänzt wird, und circa einhundert Freiwilligen, die Aufklärungsaktionen organisieren. 

Unruhen in Libyen, Tunesien und Ägypten © Das Bündnis der Hilfsorganisationen