Sudan - Darfur / TschadNothilfe-Expertin Birke Herzbruch berichtet neue Erlebnisse

16-02-2005

Sie hat Impfkampagnen gegen Kinderlähmung organisiert, Medikamente verteilt, den Wiederaufbau zerstörter Gesundheitszentren und Programme zur Weiterbildung von Hebammen unterstützt. In den 40 Tagen der Fastenzeit wird sie wöchentlich über ihre Erlebnisse in Darfur berichten. Sie unterstützt damit die Aktion der Malteser "40 Fasten-Euro für den Sudan", die vor einer Woche begonnen hat. Die Malteser bitten darum, in den 40 Tagen der Fastenzeit an jedem Tag einen Euro für den Sudan zurückzulegen. Mit 40 "Fasten-Euro" können im Darfur 160 Kinder geimpft werden oder fünf Kinder täglich mit der überlebensnotwendigen Zucker-Salz-Lösung versorgt werden.

Hier Birke Herzbruchs aktueller Bericht:

"Galab - ein Flüchtlingslager entlang der Hauptverkehrsstrasse zwischen El Fasher und Nyala. Von der Strasse ist es kaum zu sehen, es liegt westwärts im Landesinnern, idyllisch vor einer Bergkette. Bei näherer Betrachtung erweist sich das Lager allerdings als wenig idyllisch. Das Gelände ist karg, der Wind bläst unablässlig über die Ebene, es ist staubig, Kot und Unrat locken Scharen von Fliegen an.

Die Kinder im Lager , dass ihnen die Fliegenplage egal ist. Ich wedle noch unablässig mit den Händen vor meinem Gesicht, um wenigstens für einen Augenblick meine Ruhe vor der Plage zu haben. Die rund 6.000 Menschen, die aus den umliegenden Gebieten vor den Übergriffen der Milizen geflohen sind, haben sich aus Ästen und Gräsern kleine Rundhütten gebaut, um die Nächte nicht im Freien verbringen zu müssen.

Eine Hilfsorganisation hat wenigstens Plastikplanen verteilt, die über die kleinen Behausungen gezogen werden und damit etwas Schutz vor dem Wind und Privatsphäre gewähren.

Sauberes Trinkwasser gibt es keines. Die einzige Handpumpe des angrenzenden Dorfes ist kaputt. Manche Menschen laufen Kilometer, um an Wasser zu gelangen. Andere graben, um an Wasser zu kommen, Löcher in den Boden.

Jeder in dem Lager ist krank: Durchfall aufgrund des unreinen Wassers, Augeninfektionen aufgrund des durch den Wind aufgewirbelten Staubes, Atemwegserkrankungen und Fieber aufgrund der kalten Jahreszeit, vor allem die Kinder sind betroffen. Ihre dicken Bäuche lassen auf Würmer und Unterernährung schließen, die verrotzten Nasen und verklebten Augen auf Erkältung oder Bindehautentzündung.

Nach Gesprächen mit der Gemeinde, den Dorfältesten und den sog. Sheiks, den Führern der vertriebenen Menschen, haben die Malteser zusammen mit den Flüchtlingen einen Ort im Lager identifiziert, an dem Malteser mit lokalem Gesundheitspersonal medizinische Versorgung anbieten. Gemeinsam wurde ein Zelt für die Behandlung der großen und kleinen Patienten aufgebaut, Gruben für Toiletten ausgehoben, diese umzäunt und mit Plastikplanen versehen, ein Schattenplatz für die wartenden Menschen errichtet.

Heute ist der erste Tag, an dem wir den Menschen in Galab und Umgebung ein wenig Unterstützung in ihrer Not zukommen lassen können. Und es wird noch lange dauern, bis das Lager von der Strasse her nicht mehr zu sehen ist, weil es nicht mehr gebraucht wird."

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
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