Ein Vater und seine Tochter fanden in diesem Flüchtlingscamp in Bangladesch Zuflucht.
© World Vision/Shabir Hussain

Rohingya Myanmar/BangladeschKein Zuhause mehr: Rohingya suchen Zuflucht in Bangladesch

20-09-2017
Sahara Begum mit ihrem Baby in einem Flüchtlingscamp in Bangladesch.
© World Vision/Shabir Hussain

von World Vision

Ihnen ist nur ihr Leben geblieben - den zahlreichen Menschen, die vor der Gewalt in Myanmar (ehemals Birma) nach Bangladesch geflohen oder noch immer auf der Flucht sind.

"Wir haben überlebt", sagt Sahara Begum, die mit ihrem vier Wochen alten Baby nach Bangladesch kam. Doch die junge Frau hat vieles verloren: "Wir haben keinen Platz zum Leben, kein Geld. Wir haben gar nichts", erzählt sie Mitarbeitern unserer Bündnisorganisation World Vision in Cox’s Bazar. In der Stadt nahe der Grenze ist die Einwohnerzahl durch die Vertriebenen aus Myanmar von 62.000 auf über 400.000 gestiegen.

Die junge Mutter floh mit ihrem Baby aus Myanmar

Doch nicht nur ihr Zuhause hat Sahara Begum verloren, sondern auch ihren Mann: nur einen Monat nach der Geburt des gemeinsamen Kindes, einem kleinen Mädchen. Er wurde in Myanmar getötet, nachdem dort Gewalt im Bundesstaat Rakhine ausgebrochen war. Als auch das Haus der Familie angegriffen wurde, floh Sahara Begum mit ihrem Baby.

Ein weiterer Flüchtling aus Myanmar ist Hossain. Er floh mit seiner kleinen Tochter und anderen Dorfbewohnern. Auf ihrer Flucht nach Bangladesch haben sie drei Tage den Kämpfen ausweichen müssen, ehe sie sich in Sicherheit bringen konnten. "Unsere Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht, Leute wurden getötet", berichtet Hossain nun.

Hussein, seine Tochter und weitere Flüchtlinge mit Mitarbeitern von World Vision
© World Vision/Shabir Hussain


Am meisten wünsche er sich nun sauberes Trinkwasser, eine Latrine und eine Plane für das Dach. "Wenn es regnet, werden wir alle nass", sagte der Mann mit seiner kleinen Tochter im Arm gegenüber Mitarbeitern von World Vision.

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder

Nach Einschätzung eines Expertenteams der UN benötigen die Menschen in Bangladesch nun vor allem Notunterkünfte, Nahrung, sauberes Wasser und Sanitäranlagen. Zudem müssen Menschen mit akuten Verletzungen medizinisch versorgt werden. Wichtig sind auch kindgerechte Unterkünfte für die mehr als 200.000 Kinder. Sechs von zehn Flüchtlingen aus Myanmar sind Kinder. 80 Prozent der 400.000 Flüchtlinge sind Frauen und Mädchen. Und die Zahl steigt täglich.

Lal und seine Söhne gehören zu den Flüchtlingen, die in Bangladesch Hilfe benötigen.
© World Vision/Shabir Hussain


Auch Lal floh mit seinen sieben- und achtjährigen Kindern (Mitte) aus Myanmar. Der Vater schlief mit ihnen mehrere Tage auf der Straße, bevor sie ein improvisiertes Flüchtlingscamp erreichten. Für die nächsten Tage und Wochen fehle es ihm am Allernötigsten. Er fragt sich: "Wie ernähre ich bloß meine Kinder?"

Das Video zeigt, wie es im Flüchtlingscamp Cox’s Bazar aussieht:

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Nothilfe in Myanmar und Bangladesch:

Spenden-Stichwort: Rohingya Myanmar Bangladesch
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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