Eine Frau steht mit Liftballons spielenden Kindern vor einem Haus in Haiti.
© Aktion Deutschland Hilft/Jakob Studnar

Hurrikan Matthew„Wir müssen die Chance gemeinsam nutzen“

24-10-2017

von World Vision

Inmitten dichter Bananenpflanzen steht Semanize Athys vor einem schmalen Steinhäuschen. „Das hat es hier lange nicht gegeben“, sagt sie und wirft einen Blick über die Schulter. Was sie meint, ist die Latrine, die sich hinter der grauen Wand verbirgt.

Armut und Zerstörung vor karibischer Postkartenkulisse

Athys lebt in einer kleinen Gemeinde im Departement Nippes in Haiti. Der Weg dorthin führt vorbei an malerischen Ausblicken aufs offene Meer und wogenden Palmen, an Bergen, deren Oberfläche staubig braun und trocken ist und an Küstenstreifen, an denen verlassene Häuserruinen stehen. Armut und Zerstörung vor karibischer Postkartenkulisse – ein typischer Anblick in Haiti.

Hurrikan Matthew hat auch in Athys‘ Heimatdorf verheerende Schäden angerichtet: Kaputte Unterkünfte, umgeknickte Bäume, überschwemmte Straßen. Ihre beiden Söhne, fünf und sieben Jahre alt, waren während des Sturms bei Freunden in einem sicheren Haus untergebracht, während sie selbst versuchte, ihre Hütte zu retten. Vergeblich: Das Dach wurde schwer beschädigt. Sie sei stark geblieben, erzählt sie. Doch ihre Kinder fürchten sich noch immer, wenn es regnet.

Cholera ist vor allem für Kinder gefährlich

Athys‘ größte Sorge hingegen war die Cholera. Wie an vielen Orten in dem Inselstaat begünstigte das Chaos einen erneuten Ausbruch jener Krankheit, die sich durch verunreinigtes Wasser und unter schlechten hygienischen Bedingungen rasend schnell ausbreiten kann. Sie ist vor allem für Kinder gefährlich. Doch dank der Arbeit von World Vision ist die Gefahr erfolgreich gebannt worden.

Ein Mann wäscht sich an einem Wasserbrunnen die Hände in Haiti.
© Aktion Deutschland Hilft/Jakob Studnar


Zum Dorf vorzustoßen, war nicht leicht, berichtet World Vision- Mitarbeiter Guy Vital-Herne. Doch zum Glück gelang das Vorhaben, mit Unterstützung von Aktion Deutschland Hilft schnell Latrinen und Brunnen für die Frauen, Kinder und Männer in den schwer zugänglichen Gebieten zu bauen.


Semanize Athys unterstützt die Bündnisorganisation seitdem tatkräftig. Neben ihrer Arbeit als Schneiderin berät sie Nachbarn und Freunde zu Fragen der Gesundheit und Hygiene. „Das ist nicht immer leicht“, sagt sie und schüttelt den Kopf. Manche seien schwer zu überzeugen, dass etwa Händewaschen vor Krankheiten schützen kann. Anderen sei es zu anstrengend, Aufgaben wie das Reinigen der Latrinen zu übernehmen. „Aber ich habe einen starken Willen. Mir ist wichtig, dass wir die Chance auf eine bessere Zukunft gemeinsam nutzen.“

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