Hurrikan Matthew KaribikHäufig gestellte Fragen zu Hurrikan Matthew

07-10-2016

I. Allgemein

1. Wie ist die aktuelle Situation in den betroffenen Ländern?

Hurrikan Matthew bildete sich zwischen Venezuela und Puerto Rico, zog westwärts über Kolumbien, die Dominikanische Republik, Haiti, Jamaika, die Bahamas und Kuba und dann an der Ostküste der USA entlang. Haiti und Jamaika haben ein internationales Hilfeersuchen gestellt.

Haiti: Viele Gebiete sind noch immer schwer zu erreichen, da Straßen überschwemmt und Brücken zerstört wurden. In besonders stark betroffenen Regionen wurde die komplette Ernte vernichtet, ganze Plantagen sind dem Erdboden gleichgemacht. Zehntausende sitzen in Notunterkünften fest, da viele Häuser schwer beschädigt wurden. Aufgrund des verschmutzen Wassers breitet sich die Cholera aus. Mehr als 1,4 Millionen Personen sind durch die Auswirkungen des Hurrikans auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Kuba
: Über 1 Million Menschen wurden vor dem Sturm in Sicherheit gebracht. In einigen Gemeinden wurden über 90 Prozent der Häuser zerstört, über 180.000 Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

2. Was benötigen die Menschen jetzt am dringendsten?

Generell sind nach großen Naturkatastrophen vor allem sauberes Trinkwasser und Hygieneartikel wichtig, um die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera zu vermeiden. Zudem bedarf es medizinischer Hilfe, um verletzte Menschen zu versorgen. Die Hilfsorganisationen installieren Wasserfilteranlagen, versorgen die Menschen in den Notunterkünften mit Nahrung, Wasser, Matratzen und Decken. Notfallsanitäter kümmern sich um Kranke und Verletzte. Zudem werden Häuser, Straßen und Brücken repariert und Kinderschutzzentren aufgebaut.

3. Wie ist die Versorgungslage?

In den betroffenen Gebieten wurden Brücken zerstört, Straßen durch Schlamm unpassierbar, Bäume entwurzelt und einige Regionen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Über Länderbüros der Hilfsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft konnten Hilfsgüter schnell zu den Menschen gebracht werden. Bereits vor dem Sturm wurden Hilfsgüter in Evakuierungszentren eingelagert und konnten dadurch nach dem Sturm direkt an die betroffenen Menschen verteilt werden.

4. Nach dem Erdbeben auf Haiti 2010 waren viele Hilfsorganisationen vor Ort. Warum gibt es jetzt wieder so große Schäden?

Die Maßnahmen infolge des Erdbebens im Jahr 2010 zielten in erster Linie auf Wiederaufbau und Strukturhilfen wie Bildungsprojekte oder Einkommen schaffende Maßnahmen. Ein Hurrikan wie Matthew richtet ganz andere Schäden an. Doch Katastrophenvorsorgeprojekte wie Frühwarnsysteme, Evakuierungsmaßnahmen und Erste-Hilfe-Schulungen halfen den Menschen vor, während und nach der Katastrophe.

5. Wie haben die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft mit den Spenden nach dem Erdbeben 2010 auf Haiti geholfen?

Auch hier gilt: Spenden, die unserem Bündnis anvertraut werden, kommen bei den Betroffenen an. Um dies sicherzustellen, werden die Projekte sowohl durch interne wie externe Stellen geprüft. Welche Hilfsprojekte genau mit den uns anvertrauten Spenden auf Haiti nach dem Erdbeben von 2010 unterstützt wurden, erfahren Sie etwa in unserem Zwischenbericht vom Dezember 2010.

6. Hurrikan Matthew hatte sich schon viele Tage angekündigt. Warum wurden nicht alle Menschen evakuiert und warum gab es trotzdem noch Tote und Verletzte?

Vor allem in den ärmeren Gegenden wollten viele Menschen ihre Häuser nicht verlassen. Sie fürchten sich vor Plünderern, die ihr kostbares Hab und Gut stehlen könnten. Für diejenigen, die sich im Angesicht des Sturmes doch kurzfristig entschieden haben zu gehen, war es teilweise zu spät.

7. Ich möchte gerne selbst in die Karibik reisen und helfen – welche Möglichkeiten gibt es?

Die zunehmende Komplexität der Rahmenbedingungen in der humanitären Hilfe stellt hohe Anforderungen an die Qualifikation und Einsatzbereitschaft der Auslandsmitarbeiter. Daher wird für die Mitarbeit in der humanitären Hilfe eine Vielzahl von Qualifikationen und Kompetenzen erwartet, die in der Regel nur durch langjährige Praxiserfahrung und spezielle Trainings erworben werden. Deshalb sehen die Hilfsorganisationen im Normalfall davon ab, Privatpersonen in Katastrophengebiete zu entsenden.

8. Ich möchte nicht mit Geld, sondern Sachspenden helfen – wie geht das?

Häufig sind die gespendeten Gegenstände wie Kleidungsstücke oder Haushaltgegenstände nicht an die im Krisengebiet vorherrschenden kulturellen Gewohnheiten angepasst. Unsere Mitgliedsorganisationen prüfen vor Ort genau, was wo in welcher Anzahl gebraucht wird und können den Bedarf durch entsprechende Hilfsgüter decken, die bevorzugt auf dem lokalen Markt beschafft werden. So sind die Hilfsgüter schneller verfügbar und müssen keine weiten Transportwege zurücklegen. Zudem wird hierdurch die lokale Wirtschaft gestärkt. Die Menschen im Krisengebiet können sich so wieder ein eigenes Einkommen erwirtschaften.

Der Transport von Sachspenden bereitet oftmals Probleme. Da es nicht möglich ist, den Inhalt jedes einzelnen von Spendern zusammengestellten Päckchens zu überprüfen, können auch keine korrekten Ladepapiere erstellt werden, die für den Grenzübertritt notwendig sind. Dadurch können die Einfuhrbestimmungen der Länder, in denen Bedürftigen geholfen werden soll, nicht beachtet werden. Zudem übersteigen die Transportkosten oft den eigentlichen Warenwert.

II. Spenden Aktion Deutschland Hilft

1. Wie viel kommt von den Spenden bei den Betroffenen an?

  • 90% der Spenden, die bei Aktion Deutschland Hilft eingehen, werden in die Projektarbeit der Mitglieder gegeben. Die weiteren 10% fließen in die Aktions- und Betriebskosten von Aktion Deutschland Hilft. Unter Aktions- und Betriebskosten fallen Ausgaben für Qualitätssicherung, die Öffentlichkeitsarbeit, den Versand von Spendenbescheinigungen, die Erstellung von Informationsmaterial zu Hilfskampagnen, die Herstellung von Plakaten und Sammeldosen für Benefizveranstaltungen sowie die laufenden Kosten für das Aktionsbüro.
  • Aktion Deutschland Hilft hat sich zum sorgsamen Umgang mit Spendengeldern verpflichtet und ist daher Mitglied im Deutschen Spendenrat und Träger des DZI-Spendensiegels.

2. Wie gewährleisten Aktion Deutschland Hilft und die Hilfsorganisationen, dass Spendengelder nicht in falsche Hände geraten?

  • Die Hilfsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind allesamt zivilgesellschaftliche Organisationen und arbeiten unabhängig von Regierungen. Sie verfügen über strenge interne Kontrollmechanismen, um Korruption vorzubeugen.
  • Die unserem Bündnis anvertrauten Spenden werden von eigenen Mitarbeitern der Bündnisorganisationen überwacht. Die Hilfeleistungen finden durch eigene internationale oder lokale Mitarbeiter statt bzw. über vertrauenswürdige lokale Partner. Sie werden nicht an Regierungen weitergeben.
  • Auch wir als Bündnis tun alles dafür, dass Gelder so wirksam und sparsam wie möglich ausgegeben werden.

III. Zum Bündnis

1. Worin zeigt sich die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen im Bündnis?

In Telefonkonferenzen tauschen wir täglich das Neueste zu logistischen und organisatorischen Fragen und zur Situation vor Ort aus und können so die Hilfsmaßnahmen gezielt abstimmen.

2. Wie wird die Qualität in den Projekten gewährleistet?

  • Die Hilfsorganisationen des Bündnisses haben langjährige Erfahrung in der humanitären Hilfe und arbeiten nach Sphere-Standards.
  • Unabhängige Evaluierungen gemeinsamer Einsatzfälle werden auf der Webseite veröffentlicht.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
nimmt Spenden für die Betroffenen des Hurrikans Matthew entgegen unter:

Spenden-Stichwort: Hurrikan Matthew Karibik
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden