Sierra Leone gilt seit einem Jahr als ebolafrei.

Ebola WestafrikaSierra Leone seit einem Jahr ebolafrei

17-03-2017

von Terra Tech

Sierra Leone seit einem Jahr ebolafrei - doch Genesene und Waisenkinder dürfen nicht in Vergessenheit geraten

Am 17.3.2016 wurde Sierra Leone offiziell für „ebolafrei“ erklärt. In der öffentlichen Wahrnehmung war die verheerende Epidemie damit überwunden und die Menschen konnten zum alltäglichen Leben zurückkehren. Doch dieser Schein trügt, denn die Auswirkungen der Krankheit sind weiterhin deutlich spürbar: Noch immer herrscht die Angst vor einem erneuten Ausbruch der Epidemie, die neben den physischen Leiden auch starke gesellschaftliche Verwerfungen zur Folge hat.

Überlebende werden stigmatisiert

Besonders schwierig ist die Situation für Überlebende. Sie werden oftmals als „unrein“ oder gar „gefährlich“ angesehen, erfahren Stigmatisierung und werden vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. „Wir wurden wie Tiere behandelt, Essen wurde einfach vor die Tür geworfen“, beschreibt eine Überlebende im Dorf Kroo Bay. Zudem sind Kinder deren Eltern, oder Familien deren Versorger während der Epidemie verstarben, weitestgehend auf sich allein gestellt. Eine soziale Absicherung gibt es nicht, wer Glück hat, erfährt Unterstützung durch Verwandte oder Nachbarn.

Gemeinsame Projekte zeigen Erfolg

Als Reaktion auf diese Situation haben der lokale Partner Development Initiative Programme (DIP) und die deutschen Organisationen 'Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners', 'Kinderhilfswerk Global Care', 'LandsAid' und 'Terra Tech' im Jahr 2015 ein gemeinsames Projekt begonnen. Es ermöglicht Ebola-Überlebenden die Rückkehr in die Gesellschaft, bietet ihnen medizinische und psycho-soziale Betreuung und zeigt wirtschaftliche Perspektiven auf.

Dieses Projekt beinhaltet Informationsveranstaltungen über Ebola, um Ängsten und Stigmatisierungen entgegenzutreten. Außerdem werden Freiwillige zu Gesundheitshelfer_innen ausgebildet. Vielen Kinder, die während der Epidemie ihre Eltern verloren, wird der Schulbesuch durch Sachspenden und finanzielle Hilfe ermöglicht.

Zusätzlich werden psycho-soziale Maßnahmen zur Behandlung von Traumata durchgeführt. Für erwachsene Überlebende gibt es landwirtschaftliche Trainings und es werden berufsbezogene Starterkits mit entsprechenden Werkzeugen verteilt. Zum Beispiel erhalten Näherinnen Nähmaschinen, oder Farmer Saatgut. So kann den Betroffenen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden.

Die Dankbarkeit ist spürbar

Die Erfolge des vielschichtigen Projektansatzes sind sichtbar. „Ich bin dankbar, dass in meinem Haus wieder gelacht werden kann.“, „Dieser Teufel (Ebola) ist in unser Leben gekommen, aber wir haben ihn besiegt“, „Nach dem DIP in meine Leben gekommen ist, ist die Situation viel besser geworden.“ Dies sind nur einige der dankbaren Reaktionen, die uns von Seiten der Überlebenden erreichen. Gerne würden wir gemeinsam noch viel mehr für die Betroffenen der Ebola-Epidemie bewegen. DIP hat bereits Pläne für weitere Projektvorhaben, doch Ende März wird die Finanzierung für das Projekt in Sierra Leonie zunächst auslaufen. Ohne weitere Fördergelder und Spenden drohen die Ebola-Überlebenden und Ebola-Waisen in Vergessenheit zu geraten.

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