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Cholera SimbabweDiktatur, Inflation, Cholera

20-02-2009

Die politische Lage

Seit 1980 werden die rund 11 Millionen Simbabwer von Robert Mugabe regiert. Wurde Mugabe anfangs noch als Befreiungskämpfer gefeiert, galt er schon bald als gefürchteter Diktator. Oppositionspolitiker werden verfolgt oder getötet, die Pressefreiheit ist erheblich eingeschränkt, der Hunger des Volkes wird als „politische Waffe“ eingesetzt. So werden ausländische Hilfsorganisationen oftmals mit Arbeitsverboten belegt, wenn sie angeblich gegen die Regierung gearbeitet haben.

Die wirtschaftliche Lage

Die Inflation hat in Simbabwe den höchsten Stand weltweit erreicht und liegt derzeit bei offiziell 231 Millionen Prozent; die Zentralbank des Landes hat kürzlich zwölf Nullen von den Geldscheinen gestrichen. Die Arbeitslosenquote liegt nach einer UN-Studie inzwischen bei 94 Prozent. Kritiker machen für die Misere Präsident Mugabe verantwortlich, dieser gibt westlichen Sanktionen die Schuld.

Die humanitäre Lage

Seit Beginn der Ära Mugabe sank die durchschnittliche Lebenserwartung von 55 auf 35 Jahre; die HIV-Rate des Landes liegt bei 35 Prozent. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist auf ausländische Nahrungsmittelhilfe angewiesen. 5,5 Millionen Menschen leben unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Zudem sind viele Krankenhäuser geschlossen, da der öffentliche Dienst kollabiert ist.

Die Epidemie

Die im August 2008 ausgebrochene Cholera-Epidemie breitet sich weiterhin rasant aus. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mittlerweile über 3300 Menschen an der Krankheit gestorben; weitere 68.000 haben sich mit dem Erreger infiziert. Die Cholera sei weiter „außer Kontrolle“. Die Ursachen für die Epidemie sind unter anderem die ungenügende Trinkwasserversorgung und die mangelhafte Abwasseraufbereitung.

Die Helfer

Unsere Mitgliedsorganisation „HELP – Hilfe zur Selbsthilfe“ ist seit 1992 in Simbabwe und stattet derzeit in der Hauptstadt Harare zwölf Polikliniken, die 40.000 Patienten im Monat behandeln können, mit Reinigungsmitteln, Handschuhen und Schutzkleidung aus. Unterdessen entsendet das Medikamentenhilfswerk action medeor Infusionslösungen, Antibiotika, Schmerzmittel und Spritzen. Beide Organisationen sind seit Jahren mit nachhaltigen Projekten in Simbabwe vertreten: So unterstützte HELP alleine im Jahr 2008 rund 27.800 Familien mit Saatgut, Dünger und Nahrungsmitteln, während sich action medeor dem Aufbau von Gesundheitsstationen widmete.

Die Aussichten

Experten rechnen mit einer großen Hungersnot, bei der über die Hälfte der Bevölkerung auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein wird. Die Cholera wird sich vermutlich vor allem in den ländlichen Gebieten weiter ausbreiten.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

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