
… Alexandra Kretschmann, stellvertretende Leitung Kommunikation und Referentin Medienarbeit bei arche nova. Im Interview spricht sie über die wachsenden Herausforderungen im Kampf gegen Wassermangel: Warum die Klimakrise und Konflikte die Lage verschärfen, weshalb Hilfe oft am Geld scheitert – und wie nachhaltige Projekte dennoch Hoffnung geben.
Was sind aktuell die größten Herausforderungen beim Kampf gegen Wassermangel?
Alexandra Kretschmann: Die größte Herausforderung im Kampf gegen den Wassermangel ist die Komplexität der Ursachen. Die immer weitreichenderen Folgen der Klimakrise und andauernde Konflikte verschärfen sich insbesondere im Globalen Süden gegenseitig. In vielen Regionen dauern Dürren länger, Regenzeiten werden unberechenbarer und Wasserinfrastruktur wird durch bewaffnete Auseinandersetzungen zerstört.
So komplex wie die Ursachen des Wassermangels sind auch seine Folgen: Wer nicht genug Wasser hat, der hat nicht nur Durst, sondern kann sich auch nicht hygienisch versorgen. Die unvermeidbare Folge solcher Lebensumstände sind Infektionskrankheiten, die vor allem bei Kindern und älteren Menschen zum Tod führen können. Gleichzeitig führt Wassermangel in der Landwirtschaft zu Ernteausfällen und zum Tod von Nutztieren – und damit wiederum zur Verschlechterung der Ernährungssituation und Wirtschaftslage.
Eine weitere Herausforderung: Der humanitäre Bedarf steigt, während unsere finanziellen Mittel immer knapper werden. Das bedeutet: Obwohl mehr Menschen dringend Zugang zu sauberem Wasser brauchen, wird es schwieriger, Projekte zu finanzieren. Für Hilfsorganisationen wie uns ist das eine enorme Herausforderung, denn Wasser ist keine aufschiebbare Hilfeleistung – es ist lebensnotwendig.
Was ist der größte Erfolg von arche nova beim Thema Wasser?
Unser größter Erfolg ist, dass wir seit vielen Jahren in sehr unterschiedlichen Regionen dauerhafte Zugänge zu sicherem Wasser schaffen — und zwar auch unter schwierigsten Bedingungen.
Es gibt natürlich Szenarien, in denen wir vor allem das Überleben der Menschen sichern müssen – zum Beispiel im Washokani-Camp, einer großen Notunterkunft im Nordosten Syriens, wo wir jeden Tag 17.000 Menschen erreichen, die sonst keinen Zugang zu sauberem Wasser hätten.
Wann immer es die Rahmenbedingungen zulassen, ist es aber unser Ziel, den Zugang zu Wasser dauerhaft zu sichern. Gelungen ist uns das zum Beispiel in Bagoundié im Norden Malis, unweit der Sahara, wo arche nova Fraueninitiativen unterstützt und solarbetriebene Wasserstationen für Mensch und Tier einrichtet. Eine der Fraueninitiativen konnte dank der nun zuverlässigen Wasserquelle und mit effizienten Bewässerungsmethoden im Gemeinschaftsgarten des Ortes mehr als eine Tonne Gemüse ernten – genug, um ihre Familien zu versorgen und etwas auf dem lokalen Markt zu verkaufen.
Dass wir Menschen nicht nur in akuten Notlagen unterstützen, sondern gemeinsam mit ihnen Strukturen schaffen, die langfristig tragen, ist aus unserer Sicht unser größter Erfolg.
Bildergalerie: Kampf gegen Wassermangel
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Welche Regionen brauchen heute am dringendsten Hilfe und wie hilft arche nova vor Ort?
Am dringendsten brauchen die Regionen Hilfe, in denen Wasserknappheit, Klimakrise, Vertreibung und eine schwierige politische Lage zusammenkommen. Das ist zum Beispiel in Syrien, im Libanon, in Somalia und im Sudan der Fall.
Wir sorgen dafür, dass Menschen Zugang zu sauberem Wasser haben – und zwar auf eine möglichst nachhaltige Weise. Wir installieren und reparieren Wasserkanäle, statten Wasserstationen mit Solartechnik aus, bauen Wasserstationen und Sanitäranlagen an Schulen und errichten Sanddämme, die die Versorgung ganzer Dörfer sicherstellen.
Das Wichtigste dabei: Unsere Unterstützung ist immer an die lokalen Gegebenheiten und den Bedarf der Menschen angepasst. Deshalb arbeiten wir weltweit mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, deren Wissens- und Erfahrungsschatz die wichtigste Grundlage unserer Projekte ist.
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