Ein Kind sitzt inmitten der Verwüstung, die Hurrikan Irma in der Dominikanischen Republik hinterlassen hat.
© ADRA/Dominikanische Republik

NewsHurrikans in der Karibik: Zahlreiche Inseln zerstört

22-09-2017

von Aktion Deutschland Hilft

Rund zwei Wochen nach Irma werden mehrere Karibikinseln erneut von einem Hurrikan bedroht: Maria, ebenfalls als Sturm der Kategorie 5 eingestuft.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde galt zuletzt Hurrikan Irma als einer der stärksten jemals registrierten Tropenstürme. An vielen Orten in der Karibik und in Florida stand nach Irmas Zug kein Stein mehr auf dem anderen: Zahlreiche Häuser wurden zerstört, über 60 Menschen kamen ums Leben.

Wie Katastrophenvorsorge die Folgen von Hurrikan Irma eingedämmt hätte, hat Kai Kappes, Pressesprecherin von Aktion Deutschland Hilft, in einem Radiointerview gesprochen:

Verwüstung in Puerto Rico

Update 22.09.2017: Hurrikan Maria hat in Puerto Rico schwere Schäden hinterlassen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Stundenkilometern zerstörte er dort zahlreiche Häuser. Aktuell zieht Maria als Sturm der Kategorie 3 in Richtung Bahamas weiter, wohl aber an der Dominikanischen Republik und Haiti vorbei, wie das US-Hurrikan-Zentrum meldet. Unklar ist, ob der Sturm am Wochenende das US-amerikanische Festland trifft.

Zuvor hatte Maria auch auf den Inseln Dominica und Guadeloupe schwere Schäden angerichtet. In der Karibik sollen mindestens 18 Menschen durch den Hurrikan zu Tode gekommen sein.

Hurrikan José, der bereits zeitgleich mit Hurrikan Irma wütete, soll sich Medienberichten zufolge ebenfalls noch auf dem Atlantik befinden. Er wird aber wohl nicht mehr auf Festland treffen.

Wie entsteht ein Wirbelsturm?

Jedes Jahr entwickeln sich weltweit etwa 70 Wirbelstürme. Entstehen können sie nur zwischen dem fünften und 20. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators und über tropischen Meeren mit Wassertemperaturen von mindestens 26,5°C.

Scheint die Sonne senkrecht auf die Wasserschicht, verdunstet Wasser und feuchtwarme Luft steigt auf. Nach und nach bilden sich mächtige Wolkentürme, aus denen es sintflutartig regnet. Durch die aufsteigende warme Luft entsteht am Boden ein niedriger Luftdruck, wodurch warme Luft aus allen Richtungen angezogen wird. Oberhalb des Wolkenturms strömt die Luft nach außen und sinkt wieder ab. Dadurch entsteht ein Luftkreislauf.

Erst durch die einsetzende Drehbewegung der Luftmassen - hervorgerufen durch die Erdrotation - beginnt der Sturm zu rotieren. Ein Wirbelsturm entsteht. Er wandert mit 15 bis 40 Stundenkilometern in Richtung des vorherrschenden Windes. Treffen Wirbelstürme dabei auf Land, richten sie gewaltige Schäden an.

In dieser Infografik wird die Entstehung eines Wirbeltsturms anschaulich erklärt.

Hurrikan, Zyklon, Taifun - was ist der Unterschied?

Die Bezeichnung eines Wirbelsturms richtet sich nach der Region, in der er auftritt:

Hurrikan wird ein Sturm genannt, wenn er im Atlantik, Karibischen Meer, Golf von Mexiko oder Nordosten des Pazifischen Ozeans (östlich der Datumsgrenze) entsteht.
Zyklone bilden sich im Norden und Südwesten des Indischen Ozeans, im Arabischen Meer, Golf von Bengalen oder Südwesten des Pazifischen Ozeans.
Taifune hingegen kommen nur im Nordwesten des Pazifischen Ozeans (westlich der Datumsgrenze) vor und das Phänomen Willy-Willy tritt im Südosten des Indischen Ozeans vor Nordaustralien und Indonesien auf.

Wann wird ein Sturm zum Wirbelsturm?

Ausschlaggebend ist die Windstärke:

Tropisches TiefEntspricht steifem Wind der Stärke 8 bis 62 km/h
Tropischer Sturm
Wirbelsturm mit 63 bis 118 km/h
Tropischer Wirbelsturm
Sturm mit über 118 km/h, wird in fünf Kategorien eingeteilt:
Kategorie 1
119 bis 154 km/h
Kategorie 2
155 bis 177 km/h
Kategorie 3
178 bis 210 km/h
Kategorie 4
211 bis 249 km/h
Kategorie 5
über 250 km/h

Wie kann man Katastrophen durch Wirbelstürme vorbeugen?

Jedes Jahr kommen hunderte Menschen bei Wirbelstürmen ums Leben – und das, obwohl die Bewohner bedrohter Landstriche dank Wettersatelliten, Radar und Wetterflugzeuge frühzeitig vor heranziehenden Stürmen und Fluten gewarnt werden können. Denn sobald Satelliten charakteristische Wolkenformationen eines Wirbelsturms lokalisiert haben, werden Spezialflugzeuge in das Zentrum des Sturms entsandt. Diese setzen Sonden ab, die Daten über Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen, Luftdruck und Temperatur sammeln. Anhand dieser Daten sind Prognosen über die Zugbahn und Stärke des Sturms möglich. Exakte Vorhersagen sind jedoch sehr schwierig.

Daher arbeiten Forschergruppen weltweit daran, die Schutzmaßnahmen zu verbessern. Verstärkte Deiche und Entwässerungsmöglichkeiten sollen tiefliegende Küstenregionen schützen. Auch der Rückbau von Siedlungen und Städten wie New Orleans ist angedacht. An vielen Orten werden Straßen, Brücken und Häuser sturmsicher und nicht in unmittelbarer Nähe eines Flusslaufs oder einer Küste gebaut. Mangroven und Mischwälder an den Küsten können die Kraft der Wellen bremsen. Wichtig sind auch sichere Zufluchtsorte für Menschen, deren Häuser der Naturgewalt nicht standhalten können.

Mehr über Katastrophenvorsorge lesen sie hier.

Hurrikan Maria folgt auf Irma

Update 19.09.2017: Erneut werden mehrere Inseln der Karibik von einem Hurrikan bedroht: Rund zwei Wochen nach Irma wütet dort in diesen Tagen Maria - vom nationalen Hurrikan-Zentrum der USA ebenfalls als Sturm der höchsten Kategorie 5 eingestuft.

Auf der Karibikinsel Dominica richtete Maria schwere Schäden an. Experten zufolge nimmt der Hurrikan nun Kurs auf Guadeloupe, St. Kitts und Nevis, Montserrat, Martinique sowie die Britischen und Amerikanischen Jungferninseln. Behörden forderten die Bewohner der Inseln auf, sich in Sicherheit zu bringen. Schulen sollen vorerst geschlossen bleiben. Experten befürchten, der Sturm könne an Stärke gewinnen.

Auch in Puerto Rico wurden die Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Nachdem die Insel von Irma nicht direkt getroffen wurde, wird Maria dort am Mittwoch erwartet.

Hurrikan Irma: Aufräumarbeiten haben begonnen

Update 12.09.2017: Rund eine Woche zog Hurrikan Irma durch die Karibik, nun ziehen die Menschen auf den betroffenen Inseln und in den USA Bilanz.

In Kuba haben die Aufräumarbeiten begonnen. Insgesamt drei Tage wütete Irma dort an der Nordküste und verwüstete Teile des Landes. Zwei Millionen Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Nun sind Lebensmittel knapp, Bauern beklagen Ernteausfälle und es fehlt an Trinkwasser. Das Ausmaß der Zerstörung verbreitet sich erst langsam, da ein Großteil der Stromversorgung zusammengebrochen ist.

Die Bewohner der Inselgruppe Florida Keys werden Behörden zufolge möglicherweise über Wochen nicht zu ihren zerstörten Häusern zurückkehren können. Trinkwasser und Strom gibt es dort nicht. Auch aus dem US-Bundesstaat Florida wurden zuletzt über 7 Millionen Haushalte und Geschäfte vermeldet, die von der Stromversorgung abgeschnitten sind.

Zuletzt erreichte Hurrikan Irma - mittlerweile zum Tropensturm heruntergestuft - am Montag die US-Bundesstaaten Georgia und South Carolina und führte dort zu heftigen Regenfällen und Überflutungen. Insgesamt kamen Schätzungen zufolge 43 Menschen durch Hurrikan Irma ums Leben - davon 34 in der Karibik, darunter wiederum zehn auf Kuba.

Ein Bild der Verwüstung hat Hurrikan Irma auf vielen karibischen Inseln, wie hier in der Dominikanischen Republik, hinterlassen.
© ADRA/Dominikanische Republik

Irma zieht über Kuba und die USA

Update 11.09.2017: Hurrikan Irma ist am Wochenende über Kuba und die Bahamas in Richtung Florida gezogen. Mit über 37 Stunden gilt der Sturm als der weltweit am längsten wütende Hurrikan und bezogen auf den Atlantik auch als der schwerste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Bis Samstag wurden an der Nordküste Kubas eine Million Menschen in Sicherheit gebracht. Irma sorgte dort für meterhohe Wellen, Starkregen, umgestürzte Bäume, beschädigte und abgedeckte Häuser.

In Florida, wo der Hurrikan am Sonntag zunächst auf die Inselgruppe Florida Keys traf, wurde zuvor ein Viertel der Bevölkerung aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Die Metropole Miami steht teilweise unter Wasser, Millionen Menschen sind ohne Strom.

Der Sturm bewegt sich aktuell weiter an der Westküste Floridas entlang. Durch den starken Wind zog sich dort teilweise das Meerwasser weit zurück. So befürchten Experten, das Wasser könnte in einer großen Flutwelle zurückkommen. Auf den Bahamas, wo das Phänomen zuvor ebenfalls beobachtet wurde, war das allerdings nicht der Fall.

Der Hurrikan selbst soll sich abgeschwächt haben. Der über den Atlantik nachfolgende Hurrikan José wird den Experten zufolge wohl weniger stark wüten und nicht direkt auf die Karibikinseln treffen.

Die schlimmen Befürchtungen für Haiti bestätigten sich auch am Wochenende nicht. Dort sorgte Hurrikan Irma vor allem für Überschwemmungen. Hilfsorganisationen hatten sich vergangene Woche auf einen möglichen Hilfseinsatz vorbereitet. Erst vor einem Jahr hatte Hurrikan Matthew den armen Inselstaat so schwer getroffen, dass viele Menschen dessen Auswirkungen noch heute spüren.

Insgesamt sollen bislang über 20 Menschen durch Hurrikan Irma ums Leben gekommen sein.

Hoffnung für Haiti

Update 08.09.2017: Hurrikan Irma wütet weiterhin mit Windstärken von bis zu 285 Stundenkilometern in der Karibik: Während die Schäden in Haiti neuesten Berichten zufolge geringer ausfallen könnten als befürchtet, hält der Sturm am Freitag Kurs auf die Bahamas, Kuba und Florida. Tausende Menschen brachten sich in den dortigen Küstenregionen in Sicherheit.

In Haiti, dem ärmsten Land der Region, sorgte Irma für sintflutartige Regenfälle: Häuser standen unter Wasser und Windböen deckten Dächer ab. Teilweise konnten sich die Menschen dort in Notunterkünfte flüchten, doch erst im Laufe des Freitags wird sich zeigen, ob das Land von massiven Schäden wie bei Hurrikan Matthew vergangenes Jahr verschont blieb.

Einig, welche Route Hurrikan Irma tatsächlich einschlagen wird, sind sich die Behörden am Freitag nicht. Letzten Modellen zufolge könnte die Millionen-Metropole Miami erfasst werden. Vorsätzlich werden in Florida Massenevakuierungen durchgeführt. Auch in der Dominikanischen Republik, Kuba und im US-Bundesstaat Georgia wurden Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Sturms betroffen sein. Die Zahl der Todesopfer durch Irma ist mittlerweile auf zwölf gestiegen.

Sorgen bereitet zusätzlich Sturm José, der inzwischen als Hurrikan der Kategorie 3 hinaufgestuft wurde. Er könnte am Wochenende ebenfalls auf Karibik-Inseln wüten. Tropensturm Katia hingegen, ein Hurrikan der Stufe 1, könnte bereits am Freitag die Küste des mexikanischen Bundessaates Veracruz erreichen.

Hurrikan Irma nähert sich Haiti

Update 07.09.2017: In der Nacht zu Donnerstag hat Hurrikan Irma in der Karibik für schwere Verwüstungen gesorgt: 95 Prozent der Insel Saint-Martin sind Medien zufolge zerstört worden und auch Barbuda sei "nur noch ein Haufen Schutt" und praktisch unbewohnbar, so der Regierungschef der Karibik-Insel. 1.600 Menschen sind allein dort von den Folgen des Wirbelsturms betroffen.

Laut Medienberichten kamen bei dem Unwetter auf den karibischen Inseln bisher zehn Menschen ums Leben. Und der Hurrikan zieht weiter: Laut Wetterexperten droht Irma, die Dominikanische Republik und Haiti sowie zum Wochenende den US-Bundesstaat Florida zu treffen. Während sich die Bewohner und Besucher der Touristenregionen auf das Eintreffen Irmas vorbereiten, gelten die Menschen in Haiti als vollkommen unvorbereitet. Erst vor rund einem Jahr hatte Hurrikan Matthew dort katastrophale Schäden verursacht.

Hinzu kommt, dass sich über dem Atlantik zwei weitere Stürme gebildet haben. Die Hurrikans Katia und José könnten sich den Experten des US-Hurrikanzentrums zufolge ebenfalls in den nächsten Tagen auf das Festland zubewegen.

Hurrikan der Kategorie 5 trifft auf Karibikinseln

Update 06.09.2017: Bei der kleinen Insel Barbuda ist Hurrikan Irma am Mittwoch erstmals auf Land getroffen und auch die zu Frankreich gehörenden Inseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin hat das Zentrum des Wirbelsturms erreicht. Berichten zufolge soll der Sturm dort bereits zu heftigen Springfluten und Überschwemmungen an der Küste geführt und zahlreiche Hausdächer fortgerissen haben. 

Als Sturm der höchsten Hurrikan-Kategorie Stufe 5 bewegt sich Irma aktuell weiter in Richtung Nordwesten und bedroht die Inselstaaten St. Kitts und Nevis. Immer wahrscheinlicher wird Berichten zufolge auch, dass Hurrikan Irma auf seinem Zug durch die Karibik die Dominikanische Republik, Kuba, Haiti und die Bahamas streift und Florida erreicht. Experten bewerten insbesondere die Lage zum Wochenende kritisch.

In der gesamten Karibik bereiten sich die Behören auf Irma vor. Unter anderem in Puerto Rico wurde der Notstand ausgerufen, über 63.000 Menschen wurden evakuiert und Notunterkünfte eingerichtet. In Florida und auf den Amerikanischen Jungferninseln wurde damit begonnen, die Katastrophenhilfe zu koordinieren.

Mit Stufe 5, der höchsten Hurrikan-Stufe, wird Irma von Experten als noch stärker eingeschätzt als Hurrikan Harvey. Dieser hatte im August vor allem im US-amerikanischen Texas für Zerstörungen gesorgt.

Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft bereiten sich auf einen möglichen Hilfseinsatz vor. Teams von CARE und Handicap International etwa stellen in Haiti sauberes Trinkwasser, Lebensmittel und Zeltplanen für Notunterkünfte bereit, um den Menschen im Falle einer Katastrophe schnelle Nothilfe leisten zu können.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
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