Ein Kind sitzt inmitten der Verwüstung, die Hurrikan Irma in der Dominikanischen Republik hinterlassen hat.
© ADRA/Dominikanische Republik

NewsHurrikan Irma: Zerstörung in der Karibik

06-09-2017

von Aktion Deutschland Hilft

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde gilt Hurrikan Irma als einer der stärksten jemals registrierten Tropenstürme und hält in diesen Tagen die Bewohner und Besucher auf Karibik-Inseln und in Florida in Atem. An vielen Orten steht kein Stein mehr auf dem anderen: Zahlreiche Häuser wurden zerstört, tausende Menschen sind obdachlos, die Versorgung mit Strom und Trinkwasser ist schwierig.

Darüber, ob und wie Katastrophenvorsorge die Folgen von Hurrikan Irma eingedämmt hätte, hat Kai Kappes, Pressesprecherin von Aktion Deutschland Hilft, in einem Radiointerview gesprochen:


12.09.2017

Rund eine Woche zog Hurrikan Irma durch die Karibik, nun ziehen die Menschen auf den betroffenen Inseln und in den USA Bilanz.

Kuba: Lebensmittel und Trinkwasser sind knapp

In Kuba haben die Aufräumarbeiten begonnen. Insgesamt drei Tage wütete Irma dort an der Nordküste und verwüstete Teile des Landes. Zwei Millionen Menschen hatten ihre Häuser verlassen müssen. Nun sind Lebensmittel knapp, Bauern beklagen Ernteausfälle und es fehlt an Trinkwasser. Das Ausmaß der Zerstörung verbreitet sich erst langsam, da ein Großteil der Stromversorgung zusammengebrochen ist.

Die Bewohner der Inselgruppe Florida Keys werden Behörden zufolge möglicherweise über Wochen nicht zu ihren zerstörten Häusern zurückkehren können. Trinkwasser und Strom gibt es dort nicht. Auch aus dem US-Bundesstaat Florida wurden zuletzt über 7 Millionen Haushalte und Geschäfte vermeldet, die von der Stromversorgung abgeschnitten sind.

Zuletzt erreichte Hurrikan Irma - mittlerweile zum Tropensturm heruntergestuft - am Montag die US-Bundesstaaten Georgia und South Carolina und führte dort zu heftigen Regenfällen und Überflutungen. Insgesamt kamen Schätzungen zufolge 43 Menschen durch Hurrikan Irma ums Leben - davon 34 in der Karibik, darunter wiederum zehn auf Kuba.

Ein Bild der Verwüstung hat Hurrikan Irma auf vielen karibischen Inseln, wie hier in der Dominikanischen Republik, hinterlassen.
© ADRA/Dominikanische Republik


11.09.2017

Hurrikan Irma ist am Wochenende über Kuba und die Bahamas in Richtung Florida gezogen. Mit über 37 Stunden gilt der Sturm als der weltweit am längsten wütende Hurrikan und bezogen auf den Atlantik auch als der schwerste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Bis Samstag wurden an der Nordküste Kubas eine Million Menschen in Sicherheit gebracht. Irma sorgte dort für meterhohe Wellen, Starkregen, umgestürzte Bäume, beschädigte und abgedeckte Häuser.

Millionen bringen sich vor Irma in Sicherheit

In Florida, wo der Hurrikan am Sonntag zunächst auf die Inselgruppe Florida Keys traf, wurde zuvor ein Viertel der Bevölkerung aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Die Metropole Miami steht teilweise unter Wasser, Millionen Menschen sind ohne Strom.

Der Sturm bewegt sich aktuell weiter an der Westküste Floridas entlang. Durch den starken Wind zog sich dort teilweise das Meerwasser weit zurück. So befürchten Experten, das Wasser könnte in einer großen Flutwelle zurückkommen. Auf den Bahamas, wo das Phänomen zuvor ebenfalls beobachtet wurde, war das allerdings nicht der Fall.

Der Hurrikan selbst soll sich abgeschwächt haben. Der über den Atlantik nachfolgende Hurrikan José wird den Experten zufolge wohl weniger stark wüten und nicht direkt auf die Karibikinseln treffen.

Die schlimmen Befürchtungen für Haiti bestätigten sich auch am Wochenende nicht. Dort sorgte Hurrikan Irma vor allem für Überschwemmungen. Hilfsorganisationen hatten sich vergangene Woche auf einen möglichen Hilfseinsatz vorbereitet. Erst vor einem Jahr hatte Hurrikan Matthew den armen Inselstaat so schwer getroffen, dass viele Menschen dessen Auswirkungen noch heute spüren.

Insgesamt sollen bislang über 20 Menschen durch Hurrikan Irma ums Leben gekommen sein.

08.09.2017

Hurrikan Irma wütet weiterhin mit Windstärken von bis zu 285 Stundenkilometern in der Karibik: Während die Schäden in Haiti neuesten Berichten zufolge geringer ausfallen könnten als befürchtet, hält der Sturm am Freitag Kurs auf die Bahamas, Kuba und Florida. Tausende Menschen brachten sich in den dortigen Küstenregionen in Sicherheit.

In Haiti, dem ärmsten Land der Region, sorgte Irma für sintflutartige Regenfälle: Häuser standen unter Wasser und Windböen deckten Dächer ab. Teilweise konnten sich die Menschen dort in Notunterkünfte flüchten, doch erst im Laufe des Freitags wird sich zeigen, ob das Land von massiven Schäden wie bei Hurrikan Matthew vergangenes Jahr verschont blieb.

Auch in Miami könnte Irma wüten

Einig, welche Route Hurrikan Irma tatsächlich einschlagen wird, sind sich die Behörden am Freitag nicht. Letzten Modellen zufolge könnte die Millionen-Metropole Miami erfasst werden. Vorsätzlich werden in Florida Massenevakuierungen durchgeführt. Auch in der Dominikanischen Republik, Kuba und im US-Bundesstaat Georgia wurden Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Sturms betroffen sein. Die Zahl der Todesopfer durch Irma ist mittlerweile auf zwölf gestiegen.

Sorgen bereitet zusätzlich Sturm José, der inzwischen als Hurrikan der Kategorie 3 hinaufgestuft wurde. Er könnte am Wochenende ebenfalls auf Karibik-Inseln wüten. Tropensturm Katia hingegen, ein Hurrikan der Stufe 1, könnte bereits am Freitag die Küste des mexikanischen Bundessaates Veracruz erreichen.

07.09.2017

In der Nacht zu Donnerstag hat Hurrikan Irma in der Karibik für schwere Verwüstungen gesorgt: 95 Prozent der Insel Saint-Martin sind Medien zufolge zerstört worden und auch Barbuda sei "nur noch ein Haufen Schutt" und praktisch unbewohnbar, so der Regierungschef der Karibik-Insel. 1.600 Menschen sind allein dort von den Folgen des Wirbelsturms betroffen.

Hurrikan Irma nähert sich Haiti

Laut Medienberichten kamen bei dem Unwetter auf den karibischen Inseln bisher zehn Menschen ums Leben. Und der Hurrikan zieht weiter: Laut Wetterexperten droht Irma, die Dominikanische Republik und Haiti sowie zum Wochenende den US-Bundesstaat Florida zu treffen. Während sich die Bewohner und Besucher der Touristenregionen auf das Eintreffen Irmas vorbereiten, gelten die Menschen in Haiti als vollkommen unvorbereitet. Erst vor rund einem Jahr hatte Hurrikan Matthew dort katastrophale Schäden verursacht.

Hinzu kommt, dass sich über dem Atlantik zwei weitere Stürme gebildet haben. Die Hurrikans Katia und José könnten sich den Experten des US-Hurrikanzentrums zufolge ebenfalls in den nächsten Tagen auf das Festland zubewegen.

06.09.2017

Bei der kleinen Insel Barbuda ist Hurrikan Irma am Mittwoch erstmals auf Land getroffen und auch die zu Frankreich gehörenden Inseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin hat das Zentrum des Wirbelsturms erreicht. Berichten zufolge soll der Sturm dort bereits zu heftigen Springfluten und Überschwemmungen an der Küste geführt und zahlreiche Hausdächer fortgerissen haben. 

Als Hurrikan der Kategorie 5 eingestuft

Als Sturm der höchsten Hurrikan-Kategorie Stufe 5 bewegt sich Irma aktuell weiter in Richtung Nordwesten und bedroht die Inselstaaten St. Kitts und Nevis. Immer wahrscheinlicher wird Berichten zufolge auch, dass Hurrikan Irma auf seinem Zug durch die Karibik die Dominikanische Republik, Kuba, Haiti und die Bahamas streift und Florida erreicht. Experten bewerten insbesondere die Lage zum Wochenende kritisch.

In der gesamten Karibik bereiten sich die Behören auf Irma vor. Unter anderem in Puerto Rico wurde der Notstand ausgerufen, über 63.000 Menschen wurden evakuiert und Notunterkünfte eingerichtet. In Florida und auf den Amerikanischen Jungferninseln wurde damit begonnen, die Katastrophenhilfe zu koordinieren.

Noch stärker als Hurrikan Harvey

Mit Stufe 5, der höchsten Hurrikan-Stufe, wird Irma von Experten als noch stärker eingeschätzt als Hurrikan Harvey. Dieser hatte im August vor allem im US-amerikanischen Texas für Zerstörungen gesorgt.

Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft bereiten sich auf einen möglichen Hilfseinsatz vor. Teams von CARE und Handicap International etwa stellen in Haiti sauberes Trinkwasser, Lebensmittel und Zeltplanen für Notunterkünfte bereit, um den Menschen im Falle einer Katastrophe schnelle Nothilfe leisten zu können.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

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