Hurrikane und WirbelstürmeWirbelstürme und ihre Zerstörungskraft

von Aktion Deutschland Hilft

Hurrikans, Taifune oder Zyklone haben auf dem Festland oft verheerende Auswirkungen. Neben starken Böen können tropische Wirbelstürme für Flutwellen und heftigen Regen, Überschwemmungen und Erdrutsche sorgen.

Je nach Windgeschwindigkeit kommt es zu einer Katastrophe

Sobald ein Sturm eine Windgeschwindigkeit von mehr als 118 Stundenkilometern erreicht, gilt er als tropischer Wirbelsturm. Hurrikans oder Taifune erreichen häufig 200 Stundenkilometer. Ab einer Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde gelten sie als Wirbelsturm der Kategorie 5.

Als einer der stärksten Stürme gilt Taifun Haiyan, der 2013 auf den Philippinen in Böen bis zu 350 Kilometer pro Stunde erreichte.

Stürme dieser Stärke entwurzeln Bäume und verwandeln Gegenstände wie Mülltonnen in tödliche Geschosse. Sie können Häuser schwer beschädigen oder komplett zerstören; Schiffe in Seenot bringen oder im Hafen vom Anker reißen.

Auswirkungen von Wirbelstürmen auf großem Gebiet

Die betroffenen Gebiete sind meist riesig. Der größte, je beobachtete Wirbelsturm war Taifun Tip: 1979 wütete er mit einem Durchmesser von 2.220 Kilometern auf einer Fläche zehn Mal so groß wie Deutschland. Da er sich hauptsächlich auf dem offenen Pazifik aufhielt, waren die Schäden im nahen Japan sowie auf den Philippinen vergleichsweise gering.

Oft legen tropische Wirbelstürme riesige Strecken zurück und halten sich länger als zwei Wochen. Ein Beispiel für einen besonders lang andauernden Wirbelsturm ist Hurrikan John aus dem Jahr 1994. Er wütete 31 Tage lang, legte dabei über 13.000 Kilometer zurück und überquerte währenddessen zweimal die Datumsgrenze im Pazifik. Aus diesem Grund ist John sowohl Hurrikan als auch Taifun.

Wie entsteht ein Wirbelsturm?

Wirbelstürme entstehen über tropischen Meeren mit Wassertemperaturen von mindestens 26,5 Grad. Scheint die Sonne senkrecht auf die Wasseroberfläche, verdunstet Wasser und feuchtwarme Luft steigt auf.

Nach und nach bilden sich mächtige Wolkentürme, aus denen es sintflutartig regnet. Durch die aufsteigende warme Luft entsteht am Boden ein niedriger Luftdruck, wodurch warme Luft aus allen Richtungen angezogen wird. Oberhalb des Wolkenturms strömt die Luft nach außen und sinkt wieder ab. Dadurch entsteht ein Luftkreislauf.

Erst durch die einsetzende Drehbewegung der Luftmassen – hervorgerufen durch die Erdrotation – beginnt der Sturm zu rotieren. Ein Wirbelsturm entsteht. Er wandert mit 15 bis 40 Stundenkilometern in Richtung des vorherrschenden Windes. Treffen Wirbelstürme dabei auf Land, richten sie gewaltige Schäden an.

Wirbelstürme können nur zwischen dem fünften und 20. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators entstehen. In dieser Infografik wird die Entstehung eines Wirbeltsturms anschaulich erklärt.

Was ist der Unterschied zwischen Hurrikan, Taifun und Zyklon?

Die Bezeichnung eines Wirbelsturms richtet sich nach der Region, in der er auftritt:

Hurrikan wird ein Sturm genannt, wenn er im Atlantik, Karibischen Meer, Golf von Mexiko oder Nordosten des Pazifischen Ozeans (östlich der Datumsgrenze) entsteht.

Zyklone bilden sich im Norden und Südwesten des Indischen Ozeans, im Arabischen Meer, Golf von Bengalen oder Südwesten des Pazifischen Ozeans.

Taifune hingegen kommen nur im Nordwesten des Pazifischen Ozeans (westlich der Datumsgrenze) vor und das Phänomen Willy-Willy tritt im Südosten des Indischen Ozeans vor Nordaustralien und Indonesien auf.

Wann ist ein Sturm ein tropischer Wirbelsturm?

Ausschlaggebend ist die Windstärke:

Tropisches TiefEntspricht steifem Wind der Stärke 8 bis 62 km/h
Tropischer Sturm
Wirbelsturm mit 63 bis 118 km/h
Tropischer Wirbelsturm
Sturm mit über 118 km/h, wird in fünf Kategorien eingeteilt:
Kategorie 1
119 bis 154 km/h
Kategorie 2
155 bis 177 km/h
Kategorie 3
178 bis 210 km/h
Kategorie 4
211 bis 249 km/h
Kategorie 5
über 250 km/h


Ein Wirbelsturm schwächt erst ab, wenn er das Festland erreicht hat oder unter ihm keine warme Meeresluft mehr aufsteigt.

Überschwemmungen durch Starkregen und Flutberge

Sintflutartige Regenfälle begleiten Wirbelstürme – in bis zu fünfzehn Kilometer hohen Wolkenmauern, um das Auge des Sturms rotierend. Diese Wassermassen führen innerhalb kürzester Zeit zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen.

Besonders viel Regen brachte zum Beispiel Hurrikan Wilma nach Mexiko. 2005 fielen dort in weniger als 24 Stunden 1.500 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Durchschnittlich fallen in Deutschland pro Jahr 770 Liter Regen pro Quadratmeter.

Ein Wirbelsturm treibt enorm hohe Wellen, sogenannte Flutberge, vor sich her. Diese Sturmflut kann mehr als sechs Meter hoch werden. In Australien ist sogar eine 13 Meter hohe Flutwelle aus dem Jahr 1899 dokumentiert. Solche Wellenberge überfluten ganze Landstriche, drücken Wände ein, fluten Tunnel und lassen Dämme brechen.


Bildergalerie: Tropische Wirbelstürme & ihre Folgen

Großbrände eine weitere Gefahr bei Wirbelstürmen

Nicht selten lösen Blitze und herabstürzende Strommasten Brände aus. Auslaufendes Heizöl und andere brennbare Flüssigkeiten können sich schnell ausbreiten und sind schwer unter Kontrolle zu bringen. Häufig kommt es wegen beschädigter Kraftwerke und Oberleitungen zu Stromausfällen, oder die Wasser- und Gasversorgung brechen zusammen.


Quellen: Welt der Physik; Physik Journal 5

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