Die Begriffe Jahrhunderthochwasser und Jahrhundertflut sind irreführend. Sie bedeuten nicht, dass sich ein solches Extremereignis in einem zeitlichen Abstand von genau 100 Jahren ereignet. Ganz im Gegenteil: Es handelt sich um sogenannte HQ100-Ereignisse – also Pegelstände oder Abflussmengen mit nur 1% Wahrscheinlichkeit pro Jahr. Und diese können mehrmals in wenigen Jahren eintreten.
In Deutschland zeigten Elbeflut 2002, Juni-Hochwasser 2013 und weitere Ereignisse wie 2021 im Ahrtal, 2023 in Niedersachsen, 2024 in Bayern bzw. Süddeutschland dies eindrücklich: Allein sechs HQ100-Ereignisse seit 2002.
Jahrhundertflut: Im statistischen Mittel einmal in 100 Jahren
Jahrhunderthochwasser sind ein fest definierter Typ von Katastrophe: Mit der Bezeichnung wird die Pegelhöhe oder Abflussmenge eines Gewässers beschrieben, die im statistischen Mittel einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird (kurz HQ100). Es handelt sich also um statistische Häufigkeiten.
Aus der statistischen Auswertung leiten Expert:innen die Maßnahmen für Hochwasservorsorge, Deichbau, Renaturierung und Hochwasserschutz ab. Wie hoch das Risiko für das Auftreten einer Extremflut letztlich ist, lässt sich nur durch genaue, ortsspezifische Überschwemmungsmodelle prognostizieren.
Unter anderem durch Klimakrise, feuchte Tiefs aus dem Mittelmeer und Versiegelung werden Extremhochwasser häufiger: Prognosen sehen bis 2050 alle 9 bis 15 Jahre, bis 2100 jährlich.
Wie Medien den Begriff verwenden
Umgangssprachlich und in Medien steht Jahrhunderthochwasser für verheerende Flutkatastrophen – auch unabhängig von statistischen Werten. Der Begriff betont die Dramatik von Starkniederschlag, Überschwemmungen sowie Schäden und sensibilisiert für Hochwasservorsorge.
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