KatastrophenvorsorgeEine Zukunft für die Hmong

29-09-2021

von World Vision/Aktion Deutschland Hilft

Dien Bien ist eine der ärmsten Provinzen Vietnams. Hier in der nördlichen Hochgebirgsregion an der Grenze zu Laos lebt die ethnische Minderheit der Hmong. Wetterextreme gefährden regelmäßig ihre Dörfer und Felder und zwingen die Menschen zu einem Kampf ums Überleben.

Ohne Wälder kein Schutz vor Naturkatastrophen

Fast ein halbes Jahr dauert die Trockenzeit im ländlichen Dien Bien. Von Dezember bis April jeden Jahres fällt in den Bezirken Dien Bien Dong und Tua Chua, in denen über 30.000 Hmong leben, so wenig Regen, dass über Monate hinweg allgemeiner Wassermangel herrscht.

Das heißt: Keine Ernten, kein Einkommen und kaum Nahrungsmittel. Um in dieser Zeit eine Einkommensquelle und Heizmaterial für die kalten Winter (nachts nur null Grad) zu haben, begannen die Menschen damit, die an den Hängen angrenzenden Wälder abzuholzen – mit katastrophalen Folgen.

Erdrutsche gefährden Dörfer

Die Abhänge sind heute so kahl, dass die im Juni einsetzende Regenzeit regelmäßig zu Bodenerosionen führt. Erdrutsche und Überschwemmungen sind die Folgen. Vor zwei Jahren beschädigten Erdrutsche das lokale Bewässerungssystem, zwei Schulen und Wohnhäuser, wichtige Verbindungsstraßen waren unpassierbar. Bis heute konnte die arme Bevölkerung ihre Dörfer nicht wiederaufbauen.

Die Hmong wissen, dass sie durch die Abholzung der Wälder der Natur und sich selbst schaden, aber eine Alternative, um die Trockenzeit und den Winter zu überstehen, haben sie nicht. Wer kann, verlässt seine Heimat. Doch das Risiko in Städten ausgebeutet oder dem Menschenhandel ausgesetzt zu werden, ist für die ethnische Minderheit groß. Viele bleiben, trotz Armut und mangelnder Perspektiven.

Klimafreundliche Anbaumethoden und energiesparendes Heizen


Was die Menschen in Dien Bien brauchen, sind nachhaltige Landwirtschaftsmethoden und eine klimafreundliche Forstwirtschaft. Beides setzen sich die Helferinnen und Helfer von World Vision mit ihrem Vorsorgeprojekt für vier Dorfgemeinden zum Ziel: Sie wollen den Hmong Alternativen aufzeigen, wie sie ihre Felder bewirtschaften können, um sie mit klimaangepassten Bewässerungssystemen auch in der trockenen Jahreszeit fruchtbar zu halten.

Forst- und Landwirtschaftsexperten sollen die lokale Bevölkerung trainieren. Ein weiterer Schwerpunkt wird auch auf der schnellen Wiederaufforstung liegen, um die Hänge mit schützenden Bäumen und Sträuchern zu begrünen. Haushalte werden mit energiesparenden Öfen ausgestattet, um den Brennholzverbrauch im Winter zu senken.

Kinder als Botschafter für den Umweltschutz


Damit Kinder wieder die Schule besuchen können, sollen Gebäude und Klassenzimmer repariert werden. Das Erstellen von Notfallplänen und das richtige Verhalten im Katastrophenfall kommen auf den Stundenplan.

Wie in vielen anderen Vorsorgeprojekten sind auch in Dien-Bien-Kinder wichtige Botschafter für den Wandel. Sie tragen das Wissen um Katastrophenvorsorge und Umweltschutz an ihre Eltern und Freunde weiter und sensibilisieren so die Dorfgemeinden.

Vorsorgeprojekt braucht weiterhin Spenden

Das Katastrophenvorsorgeprojekt von World Vision ist Teil der Jubiläumskampagne "Sei schneller als die Katastrophe". Die Projektkosten belaufen sich insgesamt auf 380.000 Euro. Da die Lage der Menschen in Dien Bien Anfang des Jahres immer katastrophaler wurde, nutze World Vision Nothilfemittel des Bündnisses, um erste Projektmaßnamen einzuleiten. Spenden unterstützten die weitere Umsetzung des Vorsorgeprojektes, damit am Ende alle vier Dorfgemeinden eine sichere Zukunft haben.

Allein im Oktober letzten Jahres wurde Vietnam von vier Taifunen heimgesucht, von denen Molave mit Windgeschwindigkeiten von bis 130 Stundenkilometern der heftigste war. Als dieser Ende Oktober auf Land traf, standen die Gebiete bereits unter Wasser. Molave löste weitere Erdrutsche und Überschwemmungen aus und zerstörte in insgesamt neun Provinzen Tausende Häuser und Schulen. Millionen von Menschen waren betroffen, 100.000 wurden unmittelbar evakuiert.

So leistete World Vision Hilfe nach Sturm Molave


World Vision ist seit 1988 mit Entwicklungs- und Katastrophenhilfeprojekten in Vietnam aktiv. Mit vom Bündnis gesammelten Spenden für "Nothilfe weltweit" konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach den Wirbelstürmen schnell und unkompliziert besonders hilfsbedürftige Menschen unterstützen. Priorität erhielten vor allem sehr arme Familien, Menschen mit Behinderung und ältere Menschen.

In insgesamt 19 Kommunen in vier Bezirken verteilten die lokalen Hilfskräfte an über 20.000 Menschen Lebensmittel, Bargeldhilfen und Haushaltspakete, bestehend aus Eimern, Moskitonetzen, Decken, Kochtöpfen, Taschenlampen, Schöpfkellen und Seife. Ho Thi Mun und ihre Familie in der Gemeinde Huong Phung war für die Unterstützung sehr dankbar:

"Ich bin sehr glücklich. Mit diesem Geld werde ich Lebensmittel für meine Familie kaufen. Ich werde auch mehr Hühner für die Aufzucht und neue Setzlinge für meinen Garten kaufen können. Danke World Vision."

Wie wirkt sich die Erderwärmung auf Vietnam aus?

Vietnam im Klimawandel

Stürme, verheerende Fluten, Hitzewellen und Kälteeinbrüche: Die Wetterextreme in Vietnam nehmen jedes Jahr zu. Der langgestreckte Küstenstaat am Südchinesischen Meer ist eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder der Welt.


World Vision ist Teil des Bündnis Aktion Deutschland Hilft. Dank Ihrer Spenden können unsere Hilfsorganisationen weltweit Projekte zur Katastrophenvorsorge umsetzen.

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