von Aktion Deutschland Hilft
Denguefieber ist eine Viruserkrankung, die durch das Denguevirus verursacht wird. Der Krankheitserreger wird hauptsächlich durch infizierte Stechmücken der Art Aedes aegypti übertragen. Auch die Asiatische Tigermücke kann das Virus verbreiten.
Es gibt vier verschiedene Varianten des Denguevirus. Eine überstandene Infektion schützt dauerhaft nur gegen die jeweilige Variante. Wer sich später mit einer anderen infiziert, hat ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.
Die Zahl der Dengue-Erkrankungen ist in den vergangenen Jahrzehnten weltweit stark gestiegen. Nach Schätzungen der WHO kommt es weltweit jedes Jahr zu 100 bis 400 Millionen Dengue-Infektionen.
Wo kommt Denguefieber vor?
Denguefieber kommt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor. Besonders betroffen sind Länder in Lateinamerika, Asien und Teilen Afrikas. Weltweit leben fast vier Milliarden Menschen, also etwa die Hälfte der Weltbevölkerung, in Dengue-Risikogebieten.
Einige Arten der Stechmücken, die das Virus übertragen, sind äußerst anpassungsfähig. Dadurch kann sich Dengue im Sommer weiter nach Norden in Europa oder Nordamerika ausbreiten.
Die Ausbreitung der Krankheit wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Dazu zählen Urbanisierung, Bevölkerungswachstum, zunehmende Reisen und internationale Mobilität sowie klimatische Veränderungen, die günstigere Bedingungen für die Überträgermücken schaffen.
Symptome von Denguefieber
Die ersten Symptome treten meist vier bis zehn Tage nach dem Stich einer infizierten Mücke auf. Die Erkrankung dauert in der Regel zwei bis sieben Tage.
Typisch ist hohes Fieber von bis zu 40 °C. Hinzu kommen meist mindestens zwei der folgenden Symptome:
- starke Kopfschmerzen
- Schmerzen hinter den Augen
- Übelkeit und Erbrechen
- geschwollene Lymphknoten
- Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen
- Hautausschlag
Viele Infektionen verlaufen jedoch ohne Beschwerden oder verursachen nur milde Symptome.
Wann wird Denguefieber gefährlich?
Die meisten Erkrankten erholen sich innerhalb weniger Wochen vollständig. In einigen Fällen nimmt die Krankheit jedoch einen schweren Verlauf. Besonders gefährdet sind Menschen, die bereits früher einmal an Dengue erkrankt waren und sich erneut infizieren.
Die kritische Phase tritt häufig drei bis sieben Tage nach den ersten Krankheitszeichen auf. Wenn das Fieber zurückgeht, bedeutet es nicht unbedingt, dass die betroffene Person auf dem Weg der Besserung ist. Stattdessen können Warnzeichen für einen schweren Verlauf auftreten:
- starke Bauchschmerzen
- anhaltendes Erbrechen
- Zahnfleischbluten
- schnelle Atmung
- starke Müdigkeit oder ungewöhnliche Unruhe
- Blut im Erbrochenen oder Stuhl
- sehr starker Durst
- blasse und kalte Haut
Menschen mit diesen Symptomen sollten umgehend medizinisch versorgt werden.
Schweres Denguefieber kann zu einem Austritt von Blutplasma aus den Blutgefäßen führen. Dadurch können Kreislaufversagen, Flüssigkeitsansammlungen im Körper und Atemprobleme entstehen. Außerdem kann es zu schweren Blutungen und dem Ausfall lebenswichtiger Organe kommen. Bei schweren Verläufen ist häufig eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich.
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Wie wird Denguefieber behandelt?
Bislang gibt es keine spezifische antivirale Behandlung gegen Denguefieber.
Die Therapie konzentriert sich auf:
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Überwachung möglicher Komplikationen
- Behandlung von Beschwerden wie Fieber oder Schmerzen
- stationäre Versorgung bei schweren Verläufen
Eine frühzeitige medizinische Betreuung ist entscheidend, um schwere Krankheitsverläufe rechtzeitig zu erkennen.
Wie kann man sich vor Dengue schützen?
Da es keine gezielte Heilung gibt, ist Vorbeugung besonders wichtig. Die Dengue-Mücken stechen vor allem tagsüber, insbesondere in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag. Daher ist Schutz auch tagsüber entscheidend.
Die WHO empfiehlt:
- Mückenschutzmittel verwenden
- lange Kleidung tragen
- Fenster und Türen mit Insektengittern schützen
- Moskitonetze nutzen
- stehendes Wasser in Behältern, Reifen oder Eimern beseitigen
Gibt es Impfstoffe gegen Denguefieber?
In einigen Ländern steht ein Impfstoff gegen das Denguevirus zur Verfügung. Die WHO empfiehlt den Einsatz des Impfstoffs bei Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren in Gebieten, in denen das Risiko einer Infektion mit Dengue besonders hoch ist.
Impfungen können einen wichtigen Beitrag zur Krankheitsbekämpfung leisten, ersetzen aber nicht Maßnahmen zur Mückenbekämpfung und zum Schutz vor Mückenstichen.
Denguefieber und humanitäre Krisen
Ausbrüche treten besonders häufig dort auf, wo Gesundheitssysteme geschwächt sind oder viele Menschen auf engem Raum leben. Nach Naturkatastrophen, Überschwemmungen oder in Notunterkünften können sich Mücken leichter vermehren. Dadurch steigt das Risiko für Dengue-Ausbrüche zusätzlich.
Für humanitäre Hilfsorganisationen gehören daher Aufklärung, Mückenschutz, Wasser- und Sanitärversorgung sowie die Unterstützung lokaler Gesundheitssysteme zu den wichtigsten Maßnahmen.
Quellen: Robert Koch-Institut, Weltgesundheitsorganisation (WHO) (Stand: September 2026)
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